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Elektroauto in der Kritik: Tesla hat Qualitätsprobleme. Den Kunden ist das völlig egal.

Ein leistungsstarkes Öko-Auto mit schicker Hülle weckt das Interesse vieler Kunden – unabhängig von der Qualität. Kann Tesla mit den etablierten Herstellern mithalten? 

Tesla S: Harte Schale, fauler Kern?

Tesla S: Harte Schale, fauler Kern?

Der amerikanische Autohersteller Tesla ist mit seinem Modell S und dem gerade erst vorgestellten Modell X in aller Munde. Die Autos wirken edel, sind schnell und fahren rein elektrisch – das macht Neugierig auf mehr. Aber wie sieht es mit der Qualität aus? Dieser Frage ist das Magazin "Consumer Reports" nachgegangen. Es handelt sich dabei um das amerikanische Pendant zur deutschen Stiftung Warentest. Die Warentester aus Übersee haben ihre Bewertung der innovativen Autos aus dem Silikon Valley gründlich revidiert.

In einem ersten Test haben sie den Tesla S überschwänglich als das beste jemals getestete Auto gefeiert. Grund für das Urteil war das im Test überragende Handling in Verbindung mit dem emissionsfreien Antrieb. In einem zweiten Beitrag verweigern sie ihm mit Verweis auf geringe Zuverlässigkeit allerdings die Kaufempfehlung. Eine Kehrtwende.


Die Warentester betonen in ihrem aktuellen Video, dass Tesla bei der Zuverlässigkeit an seinen eigenen hohen Ansprüchen scheitert. Nicht funktionierende Türgriffe, undichte Sonnendächer, Fehlfunktionen im Display – die Liste ist lang. Tesla teilt mit, dass viele der Fehler online mit einem Softwareupdate behoben werden konnten und die Kunden gar nicht erst eine Werkstatt aufsuchen mussten. Der Hersteller gewährt seinen Kunden in den USA eine Garantie von vier Jahren bei maximal 80.000 Kilometer Fahrtstrecke. Ein schnell behobener Mangel führt bei den meisten Kunden in Amerika nicht zu Unzufriedenheit. Die Warentester sind emotionsloser, bei ihnen bedeutet ein Mangel automatisch Punktabzug.

Was sagen die Kunden

"Consumer Reports" hat 1400 Tesla-Kunden zu ihren Erfahrungen mit dem Model S befragt. Die Kunden bestätigen, dass Tesla bei Mängeln in der Regel schnell und kulant reagiert. Die Frage, ob sie wieder einen Tesla kaufen würden, beantworteten 97 Prozent mit "Ja" - ein Traumwert auf Apple-Niveau.

Das Ergebnis ist noch bemerkenswerter, wenn man sich die Preiskategorie des Modell S vor Augen hält. Von einer 100.000 Dollar Sport-Limousine darf man mehr erwarten, als von einem Golf. Dass die Kunden Tesla momentan noch vieles verzeihen, ist das große Faustpfand des Unternehmens und liegt mit Sicherheit am Image des Wagens. Wer einen Tesla kauft, demonstriert damit bisher vor allem Zugehörigkeit und erst an zweiter Stelle technischen Sachverstand. Tesla sollte diese Leidensfähigkeit allerdings nicht überstrapazieren. Spätestens beim Angriff auf den Massenmarkt ändert sich die Kundenstruktur.

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Was bedeutet der Test für Tesla

Elektroautos sind konstruktionsbedingt wartungsärmer und damit eigentlich zuverlässiger, als Autos mit konventionellem Antrieb. Wenn Tesla trotzdem Qualitätsprobleme hat, wirft das kein gutes Licht auf die Amerikaner. Consumer Reports hat allerdings Kunden befragt, die in den letzten drei Modelljahren einen Tesla gekauft haben. Ob der Hersteller aus seinen Fehlern lernt und die Qualität kontinuierlich verbessert, lässt sich noch nicht beantworten.

Spätestens mit Einführung des als Volumenmodell geplanten Modell 3 muss Tesla seine Qualitätsprobleme in den Griff bekommen. Bisher schreibt Tesla trotz aller Verkaufserfolge rote Zahlen. Wenn sich das ändern soll, müssen Folgekosten in der Massenproduktion unbedingt vermieden werden. Regelmäßige Garantiefälle und etwaige Rückrufaktionen lassen die Marge schrumpfen.

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