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Mobilität: Jugendliche fahren doch auf Autos ab

Neue Erkenntnisse über junge Fahrer: Die 18- bis 24-Jährigen sind keine Automuffel, wie oft behauptet wird. Viele fahren gerne Auto, können sich aber kein eigenes leisten.

Von Carl Philipp Walter

89 Prozent der 18- bis 24-Jährigen besitzen einen Führerschein.

89 Prozent der 18- bis 24-Jährigen besitzen einen Führerschein.

Angeblich lassen Autos junge Leute kalt, weil sie teuer sind, die Umwelt verschmutzen, und nicht mehr als Prestigeobjekt gelten. In unzähligen Trendstudien wurde diese These verbreitet, nur mit der Realität hat sie wenig zu tun. Tatsächlich hat das Auto unter jungen Erwachsenen von 18 bis 24 Jahren einen sehr guten Ruf, nur eine klitzekleine Minderheit von 6 Prozent hält es für nicht mehr zeitgemäß. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Allianz-Versicherung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Konsumforschung GfK Wien.

Kein Verzicht der Umwelt zuliebe

Wahr ist, dass immer weniger junge Leute ein eigenes Auto besitzen: Seit 1996 hat sich die Anzahl der 18- bis 24-Jährigen Pkw-Besitzer halbiert, von zwei Millionen auf nur noch eine Million. Die Umwelt spielt dabei keine große Rolle, es ist eher eine Kostenfrage: 14 Prozent derjenigen, die kein Auto besitzen, verzichten darauf, weil sie die Luft nicht verschmutzen wollen. Weitaus mehr (55 Prozent) halten die hohen Kosten ab, ein eigenes Auto zu kaufen.

Dass viele junge Menschen kein Auto besitzen, bedeutet nicht, dass sie aufs Autofahren verzichten. Denn das Hotel Mama, das immer beliebter wird, verfügt auch über einen Fuhrpark. Reicht das Geld nicht für einen eigenen Wagen, leihen sich Jugendliche ein Fahrzeug der Eltern aus.

So kommt es, dass fast alle (98 Prozent) Befragten auf ein Auto zugreifen können. Eine beeindruckende Zahl. Diese Co-Fahrer können allerdings nicht so viel Autofahren, wie sie gern möchten. Junge Leute wären viel mehr mit dem Auto unterwegs, wenn sie den Schlüssel ständig zur Verfügung hätten, anstatt ihn sich von Mutti leihen zu müssen.

Rund zwei Drittel halten das Auto sogar für unverzichtbar. Der Mythos Auto lebt, das zeigt die Umfrage deutlich: Für über 80 Prozent der Befragten steht das Auto für Freiheit, Freude und Aufregung. Wer sich ein Auto leisten kann, kauft eines. Deshalb erwarten auch 55 Prozent, in Zukunft öfter Auto zu fahren.

Hohe Unfallgefahr

Wie kommt es zu diesem Meinungsbild? Vermutlich stützen sich die Trend-Berichte über die jugendliche Auto-Abstinenz auf die Bewohner der Innenstädte von Großräumen in Deutschland. In Großstädten mit über 500.000 Einwohnern entsteht leicht der Eindruck, dass junge Leute sich nicht für Autos interessieren, schließlich haben viele eine U-Bahn-Haltestelle vor der Tür. Hier leben aber nur 17,7 Prozent der jungen Menschen. Das ist nicht einmal jeder Fünfte. Die überwältigende Mehrheit bewohnt mittlere und kleine Städte, wo weniger Busse fahren und es dafür mehr Parkplätze gibt. Ein eigenes Auto ist hier nicht nur sinnvoll, sondern oft notwendig.

Weil Neuwagen zu teuer sind, fahren junge Autobesitzer jedoch alte Gebrauchtwagen ohne Fahrassistenz und ESP, was die Gefahr eines Unfalls erhöht. Die 18- bis 24-Jährigen fahren sicherer als früher. Trotzdem verursachen sie nach wie vor mehr Unfälle als ältere Fahrer und kommen bei diesen Unfällen auch eher zu Tode. Fast ein Viertel der getöteten Autofahrer ist zwischen 18 und 24 alt, dabei macht diese Altersgruppe nur acht Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Das ist die Kehrseite der Autobegeisterung: Junge Menschen fahren schneller und risikoreicher und sie setzen sich eher betrunken ans Steuer. Verkehrsunfälle bleiben daher die Haupttodesursache für junge Menschen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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