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Unterwegs im VW I.D.: Die Zukunft dauert noch

Bis zum Jahre 2025 will der Volkswagen-Konzern 25 Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen. Die neue Fahrzeuggeneration kommt jedoch erst in drei Jahren auf den Markt. Wir haben mit dem ersten Prototypen des VW I.D. eine erste Runde gedreht.

VW I.D. Prototyp auf den Straßen von Lissabon

VW I.D. Prototyp auf den Straßen von Lissabon

Einige Konzeptstudien sind einfach wichtiger als andere. Die einen sind einfach nur da, um auf einer Messe für Aufsehen zu sorgen; andere sollen zeigen, wohin die Reise in den nächsten Jahren hingehen wird und wieder andere wollen über temporäre Unzulänglichkeiten des Autoherstellers hinwegtäuschen. Der strahlend weiße VW I.D. ist eine Mischung aus alledem. Er führte auf dem Pariser Autosalon im Herbst vergangenes Jahres weniger das erste Serienfahrzeug, sondern eher die Plattform ein, die künftig das elektrische Allheilmittel der Wolfsburger werden soll. Der VW I.D. ist somit als erster seiner Art ein visionärer Platzhalter, wie es mit dem Volkswagenkonzern ab 2020 weitergehen soll.

Die Zukunft dauert noch
VW I.D. Prototyp auf den Straßen von Lissabon

VW I.D. Prototyp auf den Straßen von Lissabon

2020 will Volkswagen seinen modularen Elektrobaukasten (MEB) einführen, um mit ihm ab 2025 zehn Modelle auf die schmalen Räder zu stellen, die pro Jahr dann immerhin eine Million Elektroautos verkaufen. "Es wird fünf verschiedene Aufbauten geben; einschließlich eines SUV", erläutert Christina Leuderalbert aus dem Volkswagen-Entwicklungsteam, "der I.D. ist davon besonders nah an dem Serienfahrzeug, das 2020 kommt. Die Dachlinie wird etwas höher und Details wie die Rückfahrkameras oder die fehlende B-Säule werden es nicht in die Produktion schaffen. Aber das kühle Innendesign wird bleiben." Der Platz für die ersten Meter mit dem elektrischen Hoffnungsträger hätten besser kaum gewählt werden können. Hier, am Delta des Rio Tejo in Lissabon starteten vor über 500 Jahren die portugiesischen Eroberer, die neuen Welten zu erkunden. Um nicht viel weniger geht es auch beim Volkswagen-Neustart in die Mobilität von morgen.

Sitzt man erst einmal im VW I.D., bietet er ein anderes Bild als auf dem Messestand. Er ist bei weitem nicht so klein, wie zunächst gedacht. Mit einer Länge von 4,10 Metern ist er immerhin 15,5 Zentimeter kürzer als ein aktueller Golf und somit eher eine Nummer zu klein für die Kompaktklasse. Dazu mag die imposante Breite von 1,80 Metern und die üppige Höhe von 1,53 Metern kaum passen. Und der Radstand ist mit 2,75 Metern eher auf Passat-Niveau. Klein ist irgendwie doch anders. Das Platzangebot ist auf allen Sitzplätzen üppig dimensioniert und größere Gegenstände lassen sich nicht nur im bis zu 960 Liter großen Laderaum, sondern auch im Fond transportieren. Wie man es seit Jahr und Tag vom Honda Jazz kennt, lassen sich die Sitzflächen nach oben klappen.

Der Lack in "frosted white", die mitteilungsfreudigen LED-Augen, fehlende Außenspiegel oder die üppigen Glasflächen - genau so stellt man sich irgendwie ein Zukunftsauto vor. Das große Panoramadach, das sich auf Knopfdruck verdunkeln lässt, ist dagegen kein Hexenwerk. Das gibt es alles seit Jahren in Serie. Anders sieht es mit dem Bedienmodulen aus, denn der Innenraum des VW I.D. kommt weitgehend ohne haptische Schalter aus. Stattdessen werden Komfort- und Sicherheitsfunktionen über berührungsempfindliche Oberflächen bedient. Der weiße Proband wird ganz nebenbei von einem 125 kW / 170 PS starken Elektromotor angetrieben, der direkt an der Hinterachse verbaut ist. Seine Leistung holt sich der Motor gleich nebenan von dem Akkupaket, das flach zwischen den beiden Achsen im Fahrzeugboden verbaut wurde. Kein Wunder, dass die Gewichtsverteilung mit 48:52 Prozent nah an Idealfall ist.

Noch bevor der I.D. die ersten Meter rollt nachdem der Fahrmodus am kleinen Lenkrad angewählt ist, zeigt sich, dass die Touch Displays in den Türen, die kapazitiven Keypads, sowie Gestensteuerung und Sprachbedienung trotz der drei Jahre Abstand zum Serieneinsatz bereits proper arbeiten. Das gigantische Head-Up-Display zeigt ein paar Meter vor dem Prototypen derweil den rechten Weg zum Champs-Elysee. Scheinbar Programmieraltlasten vom Pariser Autosalon, denn heute sollen nur am Ufer des Teja ein paar Meter gefahren werden. Beim Steuern selbst ist Vorsicht angebracht, denn wer zufällig für ein paar Sekunden das VW-Logo im Lenkrad berührt, bringt das weiße Elektromobil in den autonomen Fahrmodus indem das Lenkrad im Armaturenbrett verschwindet. Keine Panik: das soll jedoch erst spät ab dem Jahre 2025 funktionieren. Also Hände ans Steuer und selbst lenken.

Doch die Testfahrt selbst ist kürzer als gedacht. Der VW I.D. rollt, surrt, fährt und funktioniert, doch die Fahrleistungen selbst sind eine reine Glaubensfrage. Denn 0 auf 100 km/h in unter acht Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h kann man nur glauben - fahren kann man es genauso wenig wie die maximale Reichweite, die zwischen 400 und 600 Kilometern liegen soll. Natürlich versprechen die VW-Entwickler vollmundig eine 80prozentige Akkuladung in gerade einmal einer halben Stunde - natürlich ohne jedes Kabel. Abwarten, noch sind mehr als drei Jahre Zeit. Das gilt auch für den Preis. "Unser Ziel ist ein Elektroauto, das sich jeder leisten kann. Referenzmodell ist ein gut ausgestatteter Golf Diesel, so um die 25.000 Euro", hört man von den Produktverantwortlichen. Man darf also gespannt sein - so oder so. Doch spät kommt der VW I.D. allemal.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.