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VW Golf GTD Variant: Sportlich vernünftig

Der VW Golf GTD Variant vereint all das, was ein Großstadtwagen haben sollte. Der Alltrack wagt darüber hinaus einen Schritt ins Gelände.

Spießiger als in einem VW Golf Variant kann Mann kaum auf den Hof der Schwiegereltern rollen. Wenn sich dann noch herausstellt, dass sich der praktische Wolfsburger mit Dieseltreibstoff zufrieden gibt, sind alle Vorurteile zum konservativ, bodenständigen Autofahrer erfüllt. Da spielt dann sein fast schon zu sportlich wirkendes Stahlkleid gar keine Rolle mehr. Ein Auto, das 4,4 Liter auf 100 Kilometer verbraucht, die Umwelt mit nur 115 Gramm CO2 pro Kilometer belastet und sogar über die Effizienzklasse A verfügt, kann gar nicht zu sportlich sein. Naja. So ganz stimmt das beim GTD Variant dann doch nicht. Denn seine 184 PS und die 380 Newtonmeter Drehmoment können der Gesichtsfarbe der Schwiegermutter im Nu einen ordentlichen Grünstich verpassen. Ob Gerade oder Kurven, mit dem sportlichen Diesel aus dem Hause Volkswagen lassen sich immer noch ohne Probleme ausreichend Fliehkräfte erzeugen.

VW Golf GTD Variant: Sportlich vernünftig
4,4 Liter Diesel verbraucht er auf 100 Kilometern.

4,4 Liter Diesel verbraucht er auf 100 Kilometern.

Dass der 31.975 Euro teure Kombi den Spagat zwischen Bieder- und Sportsmann geschafft hat, zeigt sich schon auf den ersten Blick. Von außen sportlich mit dem unverkennbaren Schriftzug in der Front und auf dem Heck, überkommt einen beim ersten Innenraum-Check das Gefühl einer Stoff-Zeitreise. Typische GT-Karomuster und ein Golfball-Schaltknauf lassen die guten alten Zeiten vor das Geistige Auge rasen. Zeiten, genauer gesagt 1982, als der Liter Diesel noch umgerechnet 68 Euro-Cent kostete. Zu diesem Zeitpunkt startete der erste Golf GTD seine Erfolgstour. Er galt damals als das sparsamste Serienauto der Welt. Diesen Titel maßt VW seinem neuesten Spross zwar nicht an, doch dürfte dem aktuellen GTD erstmals im Kombikleid nicht viel dazu fehlen.

Dabei mutet nicht alles am 1.475 Kilogramm schweren Golf umweltbewusst an. Eine Höchstgeschwindigkeit von 231 Kilometern pro Stunde und eine Sprintzeit von 7,9 Sekunden bis Tempo 100 sind auch heute noch eher im sportlichen Segment zu finden. Doch allein diese gezeiteten Beweise belegen deutlich, dass der per manuellem Sechsganggetriebe im Zaum gehaltene Variant den Spagat mit Bravour meistert. Neben dem flotten Geradeauslauf bietet der über verschiedene Fahrprogramme verfügende Allrounder eine sehr angenehme Lenkung, die kaum präziser und zugleich komfortabler sein könnte. Lediglich die Soundkulisse, die sowohl aus den beiden Endrohren am Heck als auch unter der Motorhaube aus dem 2,0 Liter großen Vierzylinder-Dieselmotor herrührt, ist nichts für echte Sportler. So zahnlos sein Klang auch sein mag, so überraschend dynamisch lässt er sich durch enge Kurven und geschwungene Landstraßen pilotieren.

Die Federung bietet einen gehobenen Komfort auch über lange Strecken - was unter anderem den bis zu drei Fond-Passagieren sehr zu Gute kommt. Übermäßig viel Beinfreiheit haben die zwar nicht, sollten ein großgewachsener Fahrer und Beifahrer die erste Reihe besetzen. Doch beschweren wird sich dank der guten Sitze und der ausreichenden Kopffreiheit niemand. Wesentlich mehr Platz findet sich für das Gepäck. Zwischen 605 und 1.620 Liter stehen hier zur Verfügung. Das sind fast 200 Liter mehr als im Audi A4 Avant. Zum großen Bruder Passat Variant fehlen an dieser Stelle 160 Liter.

Wer sich mit der Leistung des VW Golf GTD Variant anfreunden, sich aber ab und an mal im Gelände oder zumindest auf unbefestigten Straßen weiß, für den bietet sich im Zweifel der neue Alltrack an. Zwei Zentimeter mehr Bodenfreiheit machen zwar noch keinen Offroadspezialisten aus ihm. Doch mithilfe seines Allradantriebs ist der erste Alltrack als Golf Variant eine mehr als interessante Alternative. Seine Anhängelast von bis zu zwei Tonnen macht den 35.775 Euro teuren Leicht-Offroader auch für Pferdesportler attraktiv. Während die hinterradangetriebenen Luxuslimousinen oder Luxuskombis auf der nassen Weide feststecken, ist der Allradler-Golf schon längst auf dem heimischen Hof. Und auch für Großstädter ist er dank seines Antriebs sowohl eine sichere als auch praktische Wahl. Denn mit den Plastikapplikationen an den Radkästen schmerzen leichte Schrammen nicht allzu sehr. Vor allem aber im Skiurlaub werden seine bis zu fünf Insassen seine Vorzüge zu schätzen wissen. Der Mehrverbrauch von knapp einem halben Liter Diesel ist dank seiner zahlreichen Vorteile durchaus zu verschmerzen. Nur das im Alltrack verbaute Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe wirkt mit seinen deutlich spürbaren Gangwechseln nicht gerade sehr alltagstauglich.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.