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Zu Besuch in der bekanntesten Tuninggarage Japans: Top Secret - streng geheim

Der Firmenname Top Secret könnte falscher nicht sein, denn die bekannteste Tuninggarage Tokio ist weit über die Grenzen Japans hin bekannt. Nicht erst seit den Fast-and-Furious-Streifen pilgern die GT-R-Jünger zu Kazuhiko Nagata und seiner Tuningschmiede. Kein Gedanke an Hybridmodelle oder Kei-Cars.

Tuningwerkstatt Top Secret Tokio

Tuningwerkstatt Top Secret Tokio

Ein großer Auftritt sieht anders aus und auch Kazuhiko Nagata ist ein Mann der leisen Worte. Der 56jährige Autoentwickler betreibt in der Nähe des Disneyland Tokio in Chiba-City die bekannteste Tuninggarage Japans. In dem weißen Wellblechbau dreht sich nahezu alles um die spektakulären Nissan GT-R, die in Japan mindestens genauso begehrt sind wie hierzulande ein Porsche 911 Turbo. Kazuhiko und seine sechs Mitarbeiter holen aus den leistungsstarken Hochleistungsmotoren aus dem Hause Nissan noch viel mehr heraus, als diese ohnehin schon bieten. Sein Schmuckstück steht hinten rechts in der Werkstatt, ein Nissan GT-R - üppig beklebt, verspoilert und getunt - mit 1.100 PS. "Das ist der schnellste und stärkste GT-R, den wir je gemacht haben", lächelt der kleine Japaner, "auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke war er über 330 km/h schnell." Ganz anders als auf den japanischen Autobahnen, so man gerade einmal Tempo 100 fahren darf.

Top Secret - streng geheim
Tuningwerkstatt Top Secret Tokio

Tuningwerkstatt Top Secret Tokio

Sportwagen, das ist die Leidenschaft von Kazuhiko Nagata und dann allem voran der Nissan GT-R, den weltweit viele als Skyline kennen. Das bullige Sportcoupé hat nicht nur in Japan einen Ruf wie Donnerhall und wird von vielen Motorsportfans weltweit als der einzig echte Konkurrent zum Porsche 911 Turbo gesehen. "Mein Lieblingsmodell ist der GT-R 33. Sein Design und dieser Motor. Einfach einzigartig", sagt der Firmeninhaber und schaut leicht verträumt auf zwei abgedeckte Modelle in seiner alles andere als aufgeräumten Werkstatt. Seit 30 Jahren arbeitet Kazuhiko Nagata hier in Chiba unweit der Autobahn von Tokio zum Flughafen Narita an GT-R-Modellen aller Generationen herum. "Der Name Top Secret stammt aus meiner Historie, denn einst habe ich einige Jahre bei Trust, einem bekannten Tuner hier in Tokio gearbeitet", erzählt der Sportwagenfan, "und in meiner Freizeit habe ich zu Hause an eigenen Modellen gearbeitet - das war top secret - streng geheim - und den Namen habe ich seinerzeit übernommen, als ich mich selbstständig gemacht habe."

Dass Kazuhiko Nagata einmal die stärksten Japan-Sportler tunen würde, sie mit Karosseriesets und neuen Fahrwerken rennstreckentauglich machen würde, damit war nicht immer zu rechnen. Er hatte zunächst an einer Hochschule in Tokio studiert und war dann einige Jahre bei dem japanischen Massenhersteller Nummer eins tätig: Toyota. "Es war zwar technisch; aber diese Autos waren einfach nicht mein Ding. Ich wollte Sportwagen. Nissan und der GT-R waren schon immer mein Ding", schwärmt er, "als dann der 33er herauskam; länger und breiter als sein Vorgänger. Ein Traum." Er wechselte von Toyota zum Autoveredler Trust und machte sich schließlich mit selbstständig. Der Rest ist Geschichte. Mittlerweile ist Top Secret das Maß aller Dinge, wenn es um Nissan GT-R und das entsprechende Tuning geht.

Die Kunden kommen längst aus der ganzen Welt, denn spätestens nach dem dritten Fast-and-Furious-Film mit dem Namen "Tokyo Drift" aus dem Jahre 2006 wurde Top Secret zur japanischen Autolegende. Viele Skyline-Fans aus der ganzen Welt wollten Boliden wie die Filmhelden und Kazuhiko Nagata baute die Modelle ganz nach den Wünschen der Kunden. Mächtige Schweller, gigantische Spoiler, Lachgaseinspritzung und buntes Allerlei innen und außen - so sehen die Nissan GT-R der Tuningszene von Tokio aus, die sich bevorzugt an einem Autobahnkreuz im Süden der Stadt trifft.

Viele wollen Motortuning, ein Spoilerset, neue Instrumente und natürlich jede Menge Karbonteile. Täglich verlassen Dutzende von Paketen die Werkstatt in Chiba-City in die ganze Welt. Viel landet in Europa und den USA. Doch pro Jahr werkeln die Techniker von Top Secret an rund einem Dutzend Komplettumbauten am Firmensitz herum. Der Aufwand ist gigantisch - die Preise auch - doch ebenso geheim wie der Name der japanischen Tuningschmiede. Dabei kann sich Kazuhiko Nagata nicht allein für leistungsstarken Nissan GT-R begeistern. Seine alles andere als geheime Leidenschaft sind Oldtimer. Kein Wunder, dass auf dem Hof rund um die Werkstatt auch ein paar echte Klassiker vergangener Jahrzehnte stehen. Hier ein historischer Mitsubishi Galant, da ein Mazda Family als früher Vorläufer des Mazda 3 und ein paar Meter weiter das bei uns nahezu unbekannte Kompaktcoupé des Isuzu 117. Die haben alle deutlich weniger PS unter der Haube, als der 1.100 PS starke Karbon-Koloss des Renn-GT-R, an den Kazuhiko Nagata irgendwie sein Herz verloren hat. "Da sieht man eben, was ein Nissan GT-R wirklich kann", so der Firmeninhaber, "der Motorblock ist original und die meisten Teile des Autos ebenso. Wir haben nur andere Kolben und einen anderen Turbolader montiert. Da sieht man, wie groß das Potenzial eines GT-R ist."

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