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Autobahnen: Sie trotzt dem Handyzeitalter: Das ist die meistgenutzte Notrufsäule Deutschlands

Alle neun Minuten setzen Autofahrer eine Meldung über eine der 17.000 Notrufsäulen an den Autobahnen ab. Auch in der Handy-Ära empfehlen Experten bei Pannen oder Unfällen weiterhin den Gang zu den orangefarbenen Säulen.

Die meistgenutzte Notrufsäule 2017 in Plech (Landkreis Bayreuht): eine von rund 17.000 an den deutschen Autobahnen

Auch im Smartphone-Zeitalter haben sie noch nicht ausgedient: Die fast 17.000 orangefarbenen Notrufsäulen entlang der deutschen Autobahnen. Im Gegensatz zu normalen Telefonzellen, die immer seltener aufgesucht und nach und nach abgebaut werden, steigt die Nutzung der Notrufsäulen sogar.

2017 wurde von den Säulen am Fahrbahnrand in insgesamt 60.047 Fällen Hilfe angefordert oder andere Meldungen abgesetzt - also etwa alle neun Minuten, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der die Notrufeinrichtungen im Auftrag des Bundes betreibt. Vor zwei Jahren waren es noch rund 53.000 Anrufe.

Obwohl fast jeder heutzutage ein Handy dabei hat empfehlen Experten, bei Unfällen oder Pannen die Säulen zu nutzen und das Smartphone in der Tasche zu lassen. Standort und Fahrtrichtung werden zum Beispiel präziser übermittelt, zudem "stellen wir die Entgegennahme eines Notrufs binnen 60 Sekunden sicher", sagt GDV-Chef Jens Bartenwerfer.

Meistgenutzte Notrufsäule gekürt

Die Anrufe gehen im GDV-Callcenter in Hamburg ein. "Bei Notrufen informieren unsere Notrufagenten sofort die zuständigen Rettungsleitstellen", so Bartenwerfer. Unter den Mitarbeitern seien zahlreiche Muttersprachler, die Anrufe zum Beispiel in Englisch, Russisch, Polnisch oder Türkisch entgegennehmen könnten.

Die meistgenutzte Notrufsäule 2017 in Plech (Landkreis Bayreuht): eine von rund 17.000 an den deutschen Autobahnen

Die meistgenutzte Notrufsäule 2017 in Plech (Landkreis Bayreuht): eine von rund 17.000 an den deutschen Autobahnen

In seiner Jahresbilanz kürt der GDV auch die "beliebteste" Notrufsäule des Jahres. Sie steht an der A9 kurz vor der Auffahrt Plech (Landkreis Bayreuth) in Fahrtrichtung Norden im Bereich einer Großbaustelle. 262 Mal machten Autofahrer im vergangenen Jahr von ihr Gebrauch.

Neben Meldungen von Pannen oder Unfällen nehmen die GDV-Mitarbeiter auch Informationen über Falschfahrer, Böschungsbrände und Gegenstände oder Personen auf der Autobahn entgegen und geben sie an die zuständigen Stellen weiter.

Notrufsäulen stehen im Abstand von ungefähr zwei Kilometern auf beiden Seiten der Autobahnen. Auf den weißen Begrenzungspfählen zeigt ein schwarzer Pfeil den Weg zur nächst gelegenen Notrufsäule an.

Die Notfalleinrichtungen haben eine lange Tradition in Deutschland: Sie werden seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts in großem Stil entlang der Autobahnen errichtet, erste Vorläufer gab es schon in den 1930er-Jahren.

Ob sie eine Zukunft haben ist unklar. Denn trotz der zuletzt gestiegenen Nutzung zeigt die Tendenz eher nach unten: So wurden zum Beispiel 2011 noch über 81.000 Meldungen über die Säulen abgesetzt. Das inzwischen vorgeschriebene automatische Notrufsystem eCall dürfte sie in Zukunft in vielen Fällen entbehrlich machen.

+++ Lesen Sie dazu mehr im stern: "Automatisches Notrufsystem eCall: Wir wissen, wann Sie bei Rot über die Ampel gefahren sind" +++

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
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