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Knöllchen ade Dieser kleine Puck erspart Ihnen Strafzettel und Abschleppgebühren

Ooono Park No1
Die automatische Parkscheibe Ooono Park No1 haftet mit zwei Klebe-Magneten im Auto, ist also portabel und somit auch für wechselnde Fahrzeuge geeignet.
© stern / Christian Hensen
Nie wieder an die Parkscheibe denken, nie wieder ein Knöllchen oder Abschleppkosten wegen einer kleinen Nachlässigkeit: Das versprechen elektronische Parkscheiben mit automatischer Einstellung der Uhrzeit. Mit dem Park No1 will der dänische Hersteller Ooono für Ruhe an der Windschutzscheibe sorgen. Und der stern verrät im Test, wie gut das klappt.

Günstige Parkplätze in Städten sind eine Rarität geworden. Doch es gibt sie noch, die kostenlose Abstellmöglichkeiten. Meist sind die aber auf zwei Stunden begrenzt – und wer länger steht, zahlt. Schon seit 1979 gibt es in Deutschland eine einheitliche Parkscheibenregelung, in Kassel sogar schon seit 1961. Das Design ist dabei seit Jahrzehnten identisch: Blau, groß, meist aus Pappe. Eleganter gelöst – und vor Verlust so gut wie sicher – sind digitale Alternativen. Ooono, bekannt durch einen rechtlich grauzonigen Blitzerwarner, bietet nun eine zugelassene elektronische Parkschreibe namens Park No1. Hilft sowas wirklich im Alltag?

Die Einrichtung der kleinen Uhr ist denkbar einfach. Schon beim Auspacken aktiviert sich das Gerät und es sind nur wenige Schritte zu tun, bis die Fahrt starten kann. Mit drei Buttons stellt man die aktuelle Uhrzeit ein, aktiviert die Umschaltautomatik für Sommer- und Winterzeit und setzt das aktuelle Datum. Dann noch das Parkintervall einstellen (in Deutschland 30 Minuten) und los.

Um das Ooono Park No1 im Auto anzubringen, sollte man sich eine Minute Zeit nehmen. Hintergrund: Der Puck haftet an zwei starken Magneten, die nur ein einziges Mal angebracht werden können. Würde man die selbstklebenden Haftpunkt wieder entfernen oder umsetzen, hielte das gesamte Konstrukt nicht mehr. Also: Lieber einmal mehr prüfen, ob alles wirklich so sitzt, wie gewünscht.

Anbringung nach Vorschrift

Bei der Anbringung bitte nicht kreativ werden: Die meisten Hersteller empfehlen, dass die Scheibe auf der Beifahrerseite unten an der Frontscheibe angebracht wird. Zwar gibt es in Deutschland keine entsprechende Vorschrift, aber die Straßenverkehrsordnung verlangt, dass eine Parkscheibe von außen gut lesbar sein muss und das Ordnungsamt ist nicht verpflichtet, nach ihr zu suchen. Apropos Vorschrift: Die Ooono hat, wie viele andere auch, eine Zulassung für den deutschen Straßenverkehr und entspricht sämtlichen Anforderungen an eine elektronische Lösung. 

Sollte man die Ooono aufgrund ihres Preises nur einmal kaufen wollen, sie aber in mehreren Fahrzeugen nutzen anbringen, gibt's im Online-Shop des Herstellers zusätzliche Magnete für 3,99 Euro. Das Gerät selbst ist leicht von den Halterungen zu lösen, etwa um sie in ein anderes Auto zu tragen, die Batterie zu tauschen oder die Zeit neu einzustellen.

Ansonsten ist die Ooono Park No1 ein stiller Begleiter. Einmal ins Auto geklebt, erkennt sie, wann ein Fahrzeug geparkt wird und justiert dementsprechend die Uhrzeit. Dabei orientiert sie sich ausschließlich an der Bewegung, eine Ortung via GPS findet nicht statt. Im Test klappte das einwandfrei, schon nach kurzer Fahrt stellte sich die Uhr neu ein und blieb nach dem Parken vorschriftsmäßig stehen. Selbst bei starker Sonneneinstrahlung blieb das Display im Test lesbar.

Ooono Park No1 im Auto
Der Durchmesser der Ooono-Parkscheibe beträgt sechs Zentimeter.
© stern / Christian Hensen

Nachstellen kaum möglich

Achtung: Das beliebte, aber verbotene "Nachstellen" der Parkscheibe ist mit dem Ooono Park No1 sehr schwierig. Im Test mussten wir die Uhr einige Minuten Minuten schüttelnd über den Parkplatz tragen, bevor die Zeit sich automatisch neu stellte. Mal eben ins Auto huschen um den Parkzeitraum auszudehnen, gestaltet sich somit schwierig.

Die Uhrzeit wird übrigens permanent angezeigt – einen Annäherungssensor oder ähnliche Lösungen gibt es nicht. Laut Hersteller hält die enthaltene CR2450-Knopfzelle ein Jahr. Ersatz gibt es in jedem Supermarkt für kleines Geld.

Die Feuerwehr von Camden schlägt die Scheiben seines Autos ein.

Den wohl größten Trumpf spielt die Ooono-Parkscheibe in puncto Optik aus. Mit nur sechs Zentimetern Durchmesser und der Aluminiumfront sieht das kleine Gerät recht hübsch aus und verunstaltet – anders als die Umweltplakette – das Auto nicht.

Fazit Ooono Park No1 Parkscheibe

Die elektronische Parkscheibe von Ooono überzeugte im Test durch die simple Bedienung, die hübsche Optik und die kompakte Bauart. Es ist ein Gerät zum Vergessen, welches man einmalig anbringt und es dann arbeiten lässt. Die Umstellung der Uhrzeit funktionierte einwandfrei, wenn man sich an die Regeln hält. Ein Nachstellen der Uhr erwies sich als sehr umständlich, sodass man für diesen verbotenen Anwendungsfall besser zur alten Pappe greift.

Die Ooono Park No1 ist derzeit für rund 40 Euro im Angebot, entspricht also ungefähr dem Preis von fast 28 herkömmlichen Pappen. Auch im Vergleich zur elektronischen Konkurrenz ist der Preis relativ hoch. Die Alternative von TFA Drostmann kostet rund 30 Euro, die Needit Park 3011 Mini schlägt mit 25 Euro zu Buche. Lediglich die Designer-Lösung von Jacob Jensen ist mit rund 70 Euro fast doppelt so teuer. Ob Sie sich den Luxus einer automatischen Parkscheibe mit besonders geringem Durchmesser und hübscher Ummantelung also gönnen wollen, sollte erstens von der Häufigkeit der Nutzung abhängen und zweitens davon, wie wichtig Ihnen die Optik ist.

Kleiner Tipp: Besonders auf Parkplätzen von Supermärkten werden vergessene Parkscheiben gerne hoch sanktioniert – wenn ihre Stammfiliale das Spiel mitspielt, lohnt sich eine solches Gerät gleich viel eher.

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