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Opel Corsa OPC: Das Fuchsschwanz-Baby

Opel betreibt zwar offiziell keinen Rennsport mehr, auf der Straße geben die Rüsselsheimer derzeit dennoch mächtig Gas. Im Opel Performance Center wird an der sportlichen Abstimmung gefeilt, sowie das Image der Marke mit dem Blitz aufpoliert.

Von Christian Gebhardt/Mallorca

Jährlich pilgern unzählige selbsternannte Straßen-Racer zu verschiedenen Tuning-Messen rund um den Globus. So werden tonnenweise offenrohrähnliche Auspuffanlagen, Rallye-Schalensitze und monströse Kotflügelverbreiterungen an die meist jugendlichen Tuningjünger gebracht. Die Automobil-Hersteller nehmen diesen Tuning-Trend auf und machen der präsentierfreudigen Jugend mit optisch aufgepeppten Serienmodellen den Mund wässrig. Tiefer, breiter, schneller. Pimp my Ride jetzt immer öfter auch in Serie.

Motorsport-Menü statt Butterbrot-Version

Den neuesten Hingucker für Bestnoten, nicht nur auf dem Disco-Parkplatz und vor der Eisdiele, bringt derzeit Opel an den Start. Mit dem Opel Corsa OPC sorgen die Rüsselsheimer dafür, dass selbst die Fahrt zum Postamt nicht unbemerkt bleibt. Kein Wunder bei den Zutaten für den stärksten Corsa aller Zeiten. Im Gegensatz zu den etwas biederen Butterbrot-Vorgängerversionen wurde aus dem neuen Topmodell der Corsa-Baureihe, der mittlerweile vierten Generation des Opel-Kleinwagens, ein kleiner Edel-Bolide.

Von der Nordschleife in den Straßenalltag

192 PS katapultieren den agilen Rennfloh, unter eindringlichem Pfeifen des 1,6-Liter-Turbotriebwerkes, vehement nach vorne. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 225 km/h darf sich dieser Corsa ohne Hemmungen auf die linke Autobahnspur vorwagen. Besonders die direkte Lenkung vermittelt bei hohen Geschwindigkeiten einen Hauch von Rennfeeling im Serienalltag. Spätestens das etwas früh eingreifende ESP holt den Piloten dann doch wieder aus den Rennpisten-Träumen zurück. Seine Rennstrecken-Erfahrung kann der Corsa OPC jedoch nicht verleugnen. 10.000 Testkilometer wurde der jüngste Spross aus der Opel-Sportwagen-Schmiede von Ex-Rennfahrer Manuel Reuter über die Nürburgring-Nordschleife geprügelt. "In der Standfestigkeit sind wir daher ganz weit vorne!"

"Wir wollten diesmal ein bisschen extrem sein!"

Mit seiner breiten Frontschürze samt großen Lufteinlässen, in Verbindung mit den abgewinkelten Scheinwerfern, flösst der Corsa OPC seinen Gegnern mit grimmiger Mimik auch im Stehen Furcht ein. Seitlich angedeutete, kiemenförmige Luftschlitze in den Stoßstangen dienen zusätzlich der Show. Besonders das auffällige Hinterteil dürfte viel Rennstrecken-Ambiente auch in die 30-Zonen unserer Großstädte zaubern. Ein dominanter dunkler Diffusor mit integriertem, triangelförmigen Dreieck-Auspuff-Endrohr und ein aufgesetzter Heckflügel an der oberen Dachkante sorgen zumindest schon mal optisch für die perfekte Straßenlage im Stadtverkehr.

Da dürfen dann natürlich auch breite Räder nicht fehlen. Was sonst auf Tuningmessen erworben werden muss, hat der Corsa OPC bereits in Serie. 17-Zoll-Leichtmetall-Räder in so wuchtigen Dimension, die beim Ur-Corsa von 1983 nicht hätten rollen können. 2007 reichen selbst diese Schlappen nicht ganz aus. Auf Wunsch können auch mächtige 18-Zoll-Rennwalzen für den Kleinwagen geordert werden. "Wir haben gedacht, wir könnten diesmal ein bisschen extrem sein", unterstreicht Chief Designer Ullrich Hochmuth den krassen Auftritt des Corsa OPC.

Vollgas schon im Stand

Im Innenraum des Über-Corsa geht es nicht weniger sportlich zu. Sportliche Recaro-Schalensitze, glänzende Alupedale und ein Ledersportlenkrad, das dem Premium-Volant des Audi RS4 sehr ähnlich sieht, setzen sportliche Akzente. Als besondere Motorsport-Reminiszenz wurde eine Markierung im Scheitelpunkt des Steuerrades integriert, damit auch ja nach jedem Drift im Straßenverkehr der richtige Weg vorwärts wieder eingeschlagen werden kann.

Auch die mit Alu-Optik umrandeten Instrumente halten ein besonderes Highlight parat. Bei jedem Start der Zündung dreht der Drehzahlmesser und die Geschwindigkeitsanzeige des Corsa OPC bis zum Anschlag. Vollgas schon im Stand. Mehr Tuning-Spielkram bekommt man auch im Zubehörhandel nicht und die Bastelfreaks müssen sich anstrengen. In diesem Corsa ist eigentlich alles schon vorhanden.

Abnehmer gesucht

Doch wer werden die Käufer dieses rasanten Corsa sein? Von der auffälligen Optik würden sich die meisten 18-jährigen nach so einem Klein-Sportwagen sehnen. Schließlich beweisen diese potentiellen Kunden mit ihren Tuning-Zuspruch, dass sie auf diese markante Optik stehen. Doch welcher jugendliche Fahrer kann schon 22.560 Euro hinblättern. 90 Prozent der OPC-Kunden sind Männer im Alter von 25 bis 40 Jahren. Ob auch ein Kleinwagen bei dieser Altersgruppe so einen starken Zuspruch erhält, bleibt abzuwarten.

Michael F. Meyer, Direktor Produkt Marketing bei Opel, hält noch einen Trumpf im Ärmel. "Bei den Mitarbeiterinnen aus meinem Team kommt der Corsa OPC an. Sie finden den Wagen einfach süß." Es ist jedoch auch mehr als fraglich, ob beispielsweise die Lifestyle-bewusste Mini-Cooper-S-Fahrerin dem treuen Hundeblick der runden Cooper-Augen widerstehen und sich in Zukunft für den bösen Blick des Corsa OPC erwärmen kann.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.