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Range Stormer: Sturm und Drang

So wenig sich ein Land Rover von Stock und Stein aufhalten lässt, so wenig interessierte sich die britische Traditionsmarke bislang für die Regeln modernen Automobilbaus.

So wenig sich ein Land Rover von Stock und Stein aufhalten lässt, so wenig interessierte sich die britische Traditionsmarke bislang für die Regeln modernen Automobilbaus. Wo andere Hersteller mit extravaganten Design-Studien das Interesse der Massen auf sich zogen, gab es bei den Engländern nur Technik von der Stange: Wer einen "Landie" kauft, weiß, was er bekommt. That's it.

Hätte der Range Stormer eine Chance gegen X5 und Co.?

Erstlingswerk

Auf der Detroit Motor Show ist alles anders. Erstmals zeigt Land Rover, wie man die traditionelle Geländegängigkeit und sportliche Fahrleistungen miteinander kombinieren könnte. "Range Stormer" haben die englischen Offroad-Spezialisten das Ergebnis ihrer Bemühungen genannt.

Beeindruckende Erscheinung

Obwohl Land Rover auf der Bezeichnung Designstudie beharrt, pfeift der englische Sturmwind der Konkurrenz schon jetzt gehörig um die Ohren. Land-Rover-Designchef Geoff Upex hat ganze Arbeit geleistet und den wohl aggressivsten "Landie" aller Zeiten auf die Räder gestellt. Klassisch: der hohe Fahrzeugaufbau mit weit ausgestellten Kotflügeln, in denen riesige 22-Zoll-Räder untergebracht sind. Sportlich-modern: die geduckte Dachlinie, die stark an ein Coupé erinnert.

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Flügeltüren und Sattelleder

Eine ähnliche Linienführung wird sich ab 2005 im Range Rover Sport finden, der den sportlichen Ausführungen von BMW X5 und Mercedes M-Klasse Dampf unterm Fahrwerk machen soll. Verzichten müssen Land-Rover-Kunden dann allerdings auf einen Großteil der bildhübschen Details, die Geoff Upex dem Stormer mit auf den Weg gegeben hat. Allem voran die Flügeltüren, deren größter Teil beim Öffnen nach oben schwingt, während der untere Teil nach vorne klappt und ein massives Trittbrett bildet.

Die komplizierte Konstruktion gibt den Blick frei auf einen penibel aufgeräumten Innenraum, der von vier beeindruckenden Einzelsitzen dominiert wird. Sie wirken wie aus einem Guss und sind komplett aus mehreren Lagen Sattelleder gefertigt. Alleine aus Gewichtsgründen eine Lösung, die sich für einen breiten Einsatz verbietet. Für die richtige Beleuchtung sorgen Glaslamellen, die die komplette Dachfläche einnehmen.

Nicht weniger spektakulär ist die Heckklappe gestaltet. Auf Knopfdruck öffnet sich die Heckscheibe nach oben, während der untere Teil der Klappe im massiven Stoßfänger verschwindet.

370 PS von Jaguar

Ganz und gar nicht utopisch gibt sich der Stormer hingegen bei seiner technischen Ausstattung. Unter der mächtigen Motorhaube wummert ein 370 PS starker Achtzylinder, der eigentlich bei den Kollegen von Jaguar in Lohn und Brot steht. Technologie, die man schon in den nächsten Land-Rover-Modellen wiederfinden wird, ist auch das einstellbare Fahrwerk mit Luftfederung. Es kann sich in sechs verschiedenen Stufen automatisch an unterschiedliche Fahrzustände einstellen.

Jochen Knecht

Wissenscommunity