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Seat Altea: Tourans Alter Ego

Seit dem Jahr 2002 soll Seat etwas für das sportliche Image des VW-Konzerns tun. Eine nette Idee, in der Praxis scheiterten die Spanier jedoch allzu oft an ihrer wenig sportiven Modellpalette.

Seit dem Jahr 2002 ist Seat Junior-Partner in der Audi-Markengruppe und soll in dieser Position etwas für das sportliche Image des VW-Konzerns tun. Eine nette Idee, in der Praxis scheiterten die Spanier jedoch allzu oft an ihrer wenig sportiven Modellpalette. Inzwischen genießt Seat die volle Aufmerksamkeit von Design-Papst Walter de'Silva, der den trägen Zuchtbullen in einen feurigen Stier verwandeln soll.

Der Seat Altea - ein Schritt in die richtige Richtung?

Altea, der Zweite

Dazu unterzogen die Spanier VWs braven Familientransporter Touran einer Totaloperation und stellten ihn als Studie Altea auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt zur Schau. Wie positiv Fachpublikum und Besucher auf den roten Familienrenner reagiert haben, zeigt sich auf dem Genfer Automobilsalon. Da steht wieder ein Altea, diesmal allerdings die Serienversion.

Nur geringe Design-Retuschen

Äußerlich sind die fünf Monate fast spurlos an der ehemaligen Studie vorbeigegangen. Ein etwas rundlicherer Stoßfänger, größere Scheinwerfer, kleinere Räder und eine praxistaugliche Heckklappe sind offenbar die einzigen Zugeständnisse, die die Designer machen mussten. Der Rest wirkt beinahe zu schade für das gesamteuropäische Verkehrs-Einerlei. Große Mandelaugen-Scheinwerfer, ein riesiges Seat-Logo im Kühlergrill, protzig ausgestellte Radhäuser und eine hinreißende Bügelfalte in der Flanke dürften so manchen Familienvater dazu bringen, den geliebten Sportflitzer freiwillig in Zahlung zu geben.

Der bessere Touran?

Damit ist Seats Altea genau der Zwilling, den VWs Touran garantiert nie haben wollte. Aufmüpfig wie alle Brüder, rebellisch wie ein pubertierender Teenager und verlockend wie Freundin des Nachbarn. Dem hat der Touran wenig entgegenzusetzen. Zumal der spanische Emporkömmling auch noch die Tugenden des Wolfsburger ungeniert zur Schau trägt.

Dazu gehört auch das aufgeräumte Cockpit. Wo in der Studie noch futuristische Frischluftdüsen und aufwändige Aluminiumarbeiten für Raumschiff-Gefühle sorgten, herrscht im Altea von der Stange der nüchterne Charme eines typischen VW-Cockpits, das eben etwas rundlicher ausgefallen ist.

Kein dritte Sitzreihe

Willkommen in der Realität heißt es auch auf der Rückbank. Die sieht im Serien-Altea so aus, wie eine Rückbank eben aussieht. Elektrisch dirigierte Einzelsitze wie auf der IAA wird man auf der Aufpreisliste vergeblich suchen. Dafür gibt es einen über 400 Liter großen Kofferraum mit doppeltem Boden, der genug Platz für das Reisegepäck einer sportlichen Durchschnittsfamilie bieten sollte. Anders als beim Touran wird es im Altea allerdings keine dritte Sitzreihe geben.

Bewährte Triebwerke

Keine Ausnahmen unter der Haube. Der zum Spanier mutierte Golf-Van kommt in Sachen Motorisierung voll auf seine Kosten. Zum Start im Spätsommer 2004 gibt es aus dem VW-Regal einen FSI-Benzindirekteinspritzer mit 150 PS oder das Standard-Triebwerk mit 102 PS. Wer's kernig mag, kann auf den bekannten 1,9-Liter-TDI mit 105 PS bauen oder sich optional den 140-PS-Diesel an Bord holen. Ein Sechsganggetriebe ist in jedem Fall mit dabei. Der große Diesel lässt sich gegen Aufpreis auch mit dem Direktschaltgetriebe DSG verbinden.

Jochen Knecht
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.