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VW Touran: Unterwegs mit dem Rockmobil

Von außen nicht zwingend ein Blickfang, überzeugt der VW Touran durch innere Werte. Genauer gesagt durch viel Platz. Wer mit ihm unterwegs ist, muss nichts zu Hause lassen, wie ein Festival-Ausflug beweist.

Von Jessica Braun

Für Buggy, Windelpaket und Wickeldecke wäre sicher genug Platz im Touran von VW. Die fünf, optional sieben Sitze lassen sich mit über 500 verschiedenen Kombinationen so ausrichten, dass sogar für zwei Kinderwagen Platz wäre. Aber was soll man mit einem Kinderwagen auf einem Festival? Die Clique muss er transportieren, und dazu das Gepäck für drei Tage mit Bands und unbeständigem Wetter. Und das kann er. Denn obwohl der Touran als Familienkutsche und Pampersbomber gilt, ist er eigentlich ein Rockmobil. Es kommt einfach darauf an, wer ihn fährt.

Seine wahre Größe zeigt er schon am Nachmittag beim Beladen: Zwei Zelte, Isomatten und Schlafsäcke für vier Personen, dazu Verpflegung von der Müslipackung bis zum Beutel mit Äpfeln, Campinggeschirr und Kaffeekocher finden ihren Platz im Kofferraum und den vielen Ablagefächern. Auch die Rucksäcke mit Klamotten, die Gummistiefel und Campingstühle lassen sich problemlos verstauen. Und für die Partys abends auf dem Zeltplatz noch die Vorratskiste Bier. Je nach Anordnung der Sitze lässt sich der Kofferraum nämlich von 121 bis auf 1.913 Liter Volumen erweitern.

Anmut einer Limousine

Dann geht es los, auf die Autobahn. Von außen ist der VW Touran nicht zwingend ein Blickfang, wenn auch kein typischer Kombi: Von vorne könnte man ihn dank seiner schlanken Silhouette auch für eine klassische, fünftürige Limousine halten. Dafür punktet er im Innenraum. Auch voll beladen lässt er auf den Rücksitzen genug Platz, um die Beine auszustrecken. Fahrer und Beifahrer sitzen bequem in den mit Nappaleder bezogenen, beheizbaren Sportsitzen (nicht serienmässig). Während der Beifahrer den CD-Wechsler bestückt, freut sich der Fahrer beim ersten aufkommenden Stau über das Navigationssystem "RNS 300": Runter von der Autobahn und ab über die freie Landstraße. Dass das Navigationssystem auch selbstgebrannte CDs im MP3-Format abspielt, macht es nur sympathischer.

Doch egal ob auf der Autobahn, Schnellstraße oder in Ortschaften - mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG lässt sich der Touran sehr entspannt fahren. Das Doppelkupplungsgetriebe hält den Verbrauch gering (der TDI mit Russpartikelfilter und 170 PS liegt bei 6,9 Liter/100 Kilometer kombiniert), bietet dabei aber den Komfort einer Automatikschaltung. Selbst das ständige Halten und Anfahren auf den letzten Kilometern vor dem Festivalgelände belastet so den Tank nicht übermäßig. Gut gelaunt wird der VW Touran dann aus-, beziehungsweise umgepackt. Denn das Wetter hat den Boden aufgeweicht und zwei der Mitfahrer lassen ihr Zelt deswegen lieber im Auto.

Frühstück im Kofferraum

Die Sitze werden umgeklappt, die Isomatten und Schlafsäcke einfach im Kofferraum ausgerollt. Eigentlich eine prima Sache, so ein fahrbares Bett. Wäre da nicht die Alarmanlage, die sich nachts immer dann meldet, sobald sich einer der Schläfer im Inneren des Autos umdreht, und die nur durch Öffnen und Schließen der Türen wieder abzustellen ist. Damit macht man sich auf dem Zeltplatz keine Freunde. Doch am nächsten Morgen sind alle schnell wieder versöhnt: Wegen des Regens wird das Frühstück in den Kofferraum des Touran verlegt. Der Regen prasselt auf die Heckscheibe, es ist mit vier Personen eng, aber sehr gemütlich. Und, da sind sich alle einig, lange nicht so spießig, wie bei der Truppe im Camper nebenan.

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