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AMG-Boom: "Unsere Märkte geben Vollgas"

Klimakatastrophe und Kraftstoffpreise sind offenbar etwas für die kleinen Leute. AMG, der Sportwagenabteilung von Mercedes-Benz Cars, kann sich vor Kunden kaum retten. Die Mission von Volker Mornhinweg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercedes-AMG GmbH: noch mehr Leistung und weniger Verbrauch.

Herr Mornhinweg, ganz Deutschland spricht von Energiesparautos, Tempolimits und einer Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale. Wie sieht es in solchen Zeit bei einer Sportwagenfirma wie AMG aus?

Besser denn je. Wir konnten allein in Deutschland unsere Verkaufszahlen in den letzten zwölf Monaten um rund 30 Prozent steigern. Wenn mir das vor mehr als einem Jahr einer gesagt hätte - ich hätte es selbst kaum geglaubt. Ursprünglich haben wir pro Jahr mit rund 20.000 Fahrzeugen geplant. Mittelfristig werden es weltweit mehr als 20.000 neue AMG-Modelle jährlich sein.

Wie lässt sich das erklären? Die einen stöhnen über die Kraftstoffpreise und volle Autobahnen und bei Ihnen verkaufen sich die Sportmodelle wie z.B. ein Mercedes SL 63 AMG wie fast von selbst in den Verkaufsräumen.

Der Markt der Sportmodelle ist nach wie vor ein reiner Angebotsmarkt. Die wirtschaftliche Gesamtlage hat hier einen kleinen Einfluss darauf. Sie müssen ja auch die Relation sehen, unsere Stückzahlen, wie bereits genannt, sind ja auch vergleichsweise klein. Gibt es aber neue, interessante Modelle, so greifen die Kunden auch gerne zu. Da sind ja nicht nur wir, sondern auch BMW und Audi mit sehr guten, neuen Modellen vertreten.

Normalerweise ärgert sich ein Hersteller über starke Konkurrenzmodelle, die einem selbst Käufer wegnehmen. Ist das bei Ihnen anders?

Ganz genau. Ich kann mit einem starken BMW M3 zum Beispiel sehr gut leben, weil sich das auf den gesamten Markt positiv auswirkt. Das wird die Konkurrenz kaum anders sehen. Insofern profitiert der eine indirekt auch vom anderen, weil das Segment verstärkt in den Fokus rückt. Dass uns das nicht weh tut, kann jeder sehen. Man muss nur auf unsere Zahlen schauen. Natürlich sind wir da mehr als zufrieden.

Wie sieht die Zukunft eines Sportwagenherstellers wie AMG aus? Zählt allein die Leistung oder geht es auch um Hightech und Exklusivität?

Alles das ist wichtig. Natürlich reicht es nicht aus, wenn wir normale Sportmodelle mit 300 PS bauen. Das deckt Mercedes mit den eigenen Fahrzeugen mehr als gut ab. Wir müssen deutlich mehr tun und das Thema Exklusivität ist dabei eine ganz wichtige Voraussetzung. Hightech ebenso. In rund zwei Jahren kommt unsere neue Antriebsgeneration mit Turboaufladung und Direkteinspritzung. Und natürlich arbeiten wir mit Hochdruck am Thema Doppelkupplungsgetriebe. Beides wird insbesondere für unsere kleineren Modelle essentiell. Die Motoren bieten exzellente Fahrleistungen bei geringerem Hubraum und weniger Verbrauch. Um effiziente Motoren kommt keiner herum.

In den nächsten Wochen startet der neue GLK - mit großen Hoffnungen im Hause Mercedes-Benz. Wie sieht es mit einer AMG-Version und überhaupt mit Allradantrieb abseits von M- und G-Klasse aus?

Zunächst einmal wird es von dem Mercedes GLK keine AMG-Version geben. Aber natürlich muss das keine endgültige Entscheidung sein. Man soll nie nie sagen. Und am Thema Allradantrieb arbeiten wir seit Jahren, dass man ja erfolgreich z.B. am ML 63 AMG oder G 55 AMG sehen kann. Das AMG-Modell der C-Klasse wird jedoch ihren Heckantrieb behalten. Der Wagen ist ein unglaublicher Erfolg - diesseits und jenseits des Atlantiks. Gerade auch in den USA ist der C 63 AMG ein absoluter Bestseller, der unsere Erwartungen bei weitem übertrifft.

Doch ihr Lieblingsmodell ist der ...

...neue Mercedes SL 65 AMG Black Series. So etwas haben wir bisher überhaupt noch nicht gebaut. Bereits der SL 63 AMG zeigt seit Anfang des Jahres als Safety Car in der Formel-1 was möglich ist. Doch der SL 65 AMG Black Series ist nochmals deutlich kompromissloser - festes Carbondach, 320 km/h Spitze, 670 PS und 1.000 Nm maximales Drehmoment. Wer bietet das schon? Es wird nur rund 350 Fahrzeuge geben, die alle in der bekannten Handarbeit gefertigt werden. Das AMG-Prinzip "One man - One engine" ist selbstverständlich.

Wie exklusiv muss ein AMG-Modell heute sein? Früher gab es von einigen Modellen nur ein paar Handvoll. Heute planen Sie mit über 20.000 Fahrzeugen pro Jahr. Wo bleibt da die Exklusivität?

Selbst bei über 20.000 Fahrzeugen weltweit sind wir immer noch sehr exklusiv. Sie dürfen nicht vergessen, dass wir im Moment 16 AMG-Baureihen haben, dass unterscheidet uns auch vom Wettbewerb. Da sind selbst 20.000 Fahrzeuge noch exklusiv. Wichtig ist, dass sich ein AMG-Modell deutlich von einem Serien-Mercedes unterscheidet. Sowohl beim Design als auch bei Technik und Fahrleistungen. Unsere Hauptmärkte in USA, Japan, Deutschland und Südafrika geben Vollgas. Groß sind unsere Erwartungen an Länder wie China, Indien und Russland, wo AMG noch mehr als in der Heimat Deutschland als eigene Sportwagenmarke mit Exklusivitätsimage wahrgenommen wird. Rund fünf Prozent aller Kunden können es bei gewöhnlichen AMG-Sportmodellen und Sonderserien wie der Black Series nicht belassen und bringen ihren Sportwagen nochmals zur Individualisierung ins AMG PERFORMANCE STUDIO. Da gibt es dann keine Grenzen mehr, außer es geht gegen die strengen Sicherheitsrichtlinien und Garantiebestimmungen, die wie für jedes Mercedes-Benz Fahrzeug auch für AMG Fahrzeuge gelten..

Wie sieht es mit dem neuen Sportwagen aus, der derzeit speziell für AMG entwickelt wird? Soll er den SLR McLaren ablösen.

Wenn der Mercedes SLR im nächsten Sommer planmäßig ausläuft, geht die Entwicklung eines neuen, deutlich kompakteren Sportzweisitzers in die entscheidende Phase. Zu Details kann und will ich jedoch an dieser Stelle noch nichts sagen.

Interview: Stefan Grundhoff

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.