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Auto kaufen: Ausstattungspakete locken mit Preisvorteilen - wann lohnt sich der Kauf?

Listenpreise sind von gestern - der Automarkt wird von Rabatten geprägt. Mal offen, mal verschämter und mal in Form von Sonderausstattungen. Wann lohnen solche Angebote?

Sonderausstattungen braucht man selten. Aber der MX5 in der Sakura-Ausstattung sieht viel schicker aus als das Basismodell..

Sonderausstattungen braucht man selten. Aber der MX5 in der Sakura-Ausstattung sieht viel schicker aus als das Basismodell..

Sondermodelle gibt es seit Ewigkeiten - erinnert sei nur an die Rock-Phase von VW. Damals folgte dem "Pink Floyd"-Modell von 1994 im Jahr 1996 die "Bon Jovi"-Ausstattung. Heute nennt sich das Ganze "Join" bei VW oder "Sakura" beim MX5 von Mazda.

Der Grund für diese Modelle ist immer der Gleiche: Sie sollen den Verkauf ankurbeln. Aber im Vergleich zu anderen Verkaufsförderungen sind die Ausstattungs-Pakete besonders tricky. Hier soll der Kunde Geld sparen und zugleich will der Hersteller mehr Geld verdienen.

Imaginäre Kostenvorteile

Typischerweise werden die Aktionen, wenn sie sich auf eine ganze Modellflotte beziehen, in Anzeigen mit einem markigen "Kostenvorteil bis zu…" beworben. Allerdings ist das Auto am Ende teurer als das Basismodell. Wie kommt das? 

Gerade bei deutschen Autos kann man zwischen Hunderten von verschiedenen Ausstattungsvarianten wählen. Häufig werden die Einzelposten mit Apothekerpreisen einzeln angeboten. An der Sonderausstattung verdienen die Hersteller eben auch "besonders". Allerdings ist es auch aufwendig, jedem Kunden sein ganz individuelles Auto zusammenzustellen.

Tricks in der Kalkulation

Die Kalkulation des Sondermodells funktioniert anders. Hier wird ein ganzes Paket von Zubehör zusammengestellt, das viele Kunden attraktiv finden. Manches davon kostet den Hersteller auch mehr Geld, etwa größere Felgen oder eine besonders aufwendige Multimedia-Anlage. Manches verursacht unwesentliche Kosten: Dazu gehören etwa dunkel gefärbte Kühlergrills und entsprechende Plastikverplankung - womöglich im Carbon-Look. Andere Features sind eigentlich kostenneutral, etwa besondere Bezugsstoffe, dunkle Dachhimmel oder anders geformte Felgen. Besonders günstig: Manchmal werden nur Funktionen freigeschaltet, die ohnehin verbaut sind, in der Basisausstattung aber deaktiviert werden. 

Für alle diese Features wird nur ein imaginärer Einzelpreis angesetzt. Nehmen wir als Beispiel, der ganze Spaß wird für einen Mittelklassewagen mit 7500 Euro angesetzt. Der tatsächliche Aufwand ist aber viel geringer, auch weil das Paket Tausende Mal verbaut wird und nicht nur von ein paar Kunden geordert wird. Sagen wir, der echte Mehraufwand beträgt 1600 Euro. Nun wird in der Anzeige eine Ersparnis von 4500 Euro versprochen. Das ist nicht glatt gelogen  - aber doch nur die halbe Wahrheit. Für das Ausstattungspaket muss der Kunde nicht weniger, sondern in unserem Beispiel 3000 Euro mehr bezahle. Dann hat der Hersteller immerhin noch 1400 Euro extra verdient. Und das nur im ersten Schritt. Wegen des großzügigen Preisvorteils - immerhin 4500 Euro! - fällt es den Verkäufern leichter, die Wünsche der Kunden nach weiteren Rabatten abzublocken.

Man gönnt sich mal was

Und was ist von Sondermodellen jetzt zu halten? Pauschal lässt sich das kaum sagen. In jedem Fall ist es richtig, den angegebenen Preisvorteil nicht für bare Münze zu nehmen. Außerdem sollte sich jeder Interessent bewusst machen, dass er mehr und nicht weniger zahlen wird. 

Letztlich bleibt die Frage, was einem die zusätzliche Ausstattung wert ist. Manche Features - wie einen Sicherheitsassistenten - kann man rational verargumentieren, aber meist dreht es sich um reine Konsumlust. Der Wert von schöneren Felgen, einem limitierten Stoffmuster und einem dunkleren Dachhimmel kann man nur subjektiv bemessen und nicht objektiv berechnen.

Sondermodell eignen sich mehr für Käufer, die sich etwas gönnen wollen. Knallharte Sparfüchse sollten sich an andere Rabattformen halten, bei denen man exakt ausrechnen kann, wie viel Euro unter Listenpreis man für sein Auto bezahlt hat.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.