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Chevrolet: Turboburner und Sparmobile

Mit preisgünstigen und sparsamen Alltagsautos trifft Chevrolet zurzeit genau den Nerv vieler Autofahrer. Doch neben Vernunftautos will die Marke Fahrspaß und Emotionen beschwören, sagt der neue Chevrolet Deutschland-Chef Jürgen Keller.

Der Automarkt 2007 war äußerst mau. Wie sah es bei Chevrolet aus?

Jürgen Keller: Wir haben unsere Verkaufszahlen um fast 10 Prozent gesteigert, obwohl das Privatkundengeschäft auf dem Gesamtmarkt um 30% zurückgegangen ist. Wenn man sich unseren Privatkundenanteil anschaut - fast 90% - kann man wirklich von einer Erfolgsstory sprechen. Aber auch im Flottenbereich sind wir gewachsen. Vor allem unsere Dieselmotoren und die Autogas-Option sind dabei Erfolgsfaktoren, die für kleine Gewerbetreibende wichtig sind.

Warum gibt es dann eigentlich kein Nutzfahrzeug von Chevrolet? Der Markt für kleine Transporter wächst schließlich immer noch.

Ein kleines Nutzfahrzeug würde sicherlich gut zu unserer Marke passen. In jedem Fall hat Chevrolet noch viel vor. Ich kann versprechen, dass wir bis 2012 unsere gesamte Produktpalette erneuern und um zusätzliche Segmente erweitern werden.

Welche Rolle spielt Chevrolet im Unternehmensverbund - ist die Marke der "Billigeimer", oder darf man mehr?

Wir sind die Marke mit dem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis. Und es gibt noch viele weitere Segmente, in denen wir diese Rolle spielen können. Unsere Produktpalette ist breit gefächert, genau wie unsere Kunden. Wir gewinnen viele junge Kunden hinzu und haben im GM-Konzernvergleich einen hohen Frauenanteil.

Ein Motorradfahrer will kräftig angeben und blamiert sich heftig.

Man hat den Eindruck, dass die Trennung von Daewoo der Marke gut getan hat.

Chevrolet ist heute besser etabliert. Wir haben echte Image- und Volumenmodelle wie den sehr erfolgreichen Captiva im Programm. Zur positiven Verbindung mit der Marke trägt auch unsere amerikanische Historie eine Menge bei.

Bislang gibt es aber abgesehen vom HHR kein amerikanisches Modell in der deutschen Chevrolet-Palette.

Das wird sich ändern - wir werden sehr bald den neuen Camaro nach Deutschland bringen. Er wird einen leistungsstarken Motor bekommen und ein Auto sein, das viel Freude beim Fahren bereitet.

Auf der anderen Seite bemühen sich alle Hersteller um mehr Effizienz. Was hat Chevrolet vor? Nur auf Autogas zu setzen, wird kaum ausreichen.

Man muss der CO2-Probelamtik mit neuen Treibstoffen begegnen. Der Autogasanteil in unserer Modellpalette liegt schon bei mehr als 10% - da kann man nicht mehr von einer Nische sprechen. Zusätzlich setzt Chevrolet aber auch auf Downsizing plus Turboaufladung. Das ist eine GM-Strategie, an der auch Chevrolet teilhaben wird. Auf den verschiedenen Märkten werden unterschiedliche Antriebskonzepte zum Einsatz kommen. Wir werden auch unsere Dieselmotoren weiterentwickeln und auf Downsizing setzen.

Wie sieht es beim Thema Sicherheit aus? ESP zum Beispiel gibt es bislang nur im Captiva, Epica und HHR.

Aus unserer Sicht sollte man Fahrzeuge so entwickeln, dass sie sicher sind und die Wünsche der Kunden erfüllen. Für den neuen Aveo zum Beispiel rechnen wir mit einem guten Ergebnis im Euro NCAP-Crashtest. ESP kommt in der nächsten Generation des Aveo. Außerdem werden wir ESP Schritt für Schritt in der gesamten Modellpalette anbieten.

Sebastian Viehmann, press-inform / press-inform

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