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CitroënC3 Picasso: Le petit Möbelwagen

Großer Vorzug des Raumwunders aus Frankreich: Der Citroën ist verdammt schick und geht für sein Äußeres keine Kompromisse mit der Alltagstauglichkeit ein. Trotz überschaubarer Außenmaße findet man überall wirklich viel Platz.

Von Gernot Kramper

Citroëns Styling-Chef Carlo Bonzanigo nennt die Optik "würfelige Morphologie", das soll wohl in etwa "Kasten ohne Ecken" bedeuten. Vor allem hinten lässt es sich für einen Wagen dieser Klasse gut aushalten, denn dort lässt sich das Gestühl längs verstellen – zugunsten von mehr Knieraum – oder aber für mehr Laderaum. Mit Freiheit lässt sich das Fahr- und Lebensgefühl im Picasso am besten beschrieben. Die Sitze umklammern einen nicht wie bei einem Rennwagen, auch wird man nicht von Mittelkonsolen und Instrumentenbrett eingequetscht. Vor allem aber geht es licht und sonnig im Picasso zu. Der Wagen bietet eine fast perfekte Rundumsicht. Für alle, die sich von kleinen Fensterflächen und lausigen Rückaussichten beengt fühlen, wirkt er wie ein Befreiungsschlag. Wirkliche Himmelspanoramen eröffnet das optionale Panoramadach. Allerdings profitieren – wie immer – vor allem die Passagiere in der zweiten Reihe vom Blick in die Wolken.

Citroën nennt das Modell "Die Spacebox" und das trifft zu. Klappt man die Sitze des C3 um, stehen bis unters Dach 1506 Liter zur Verfügung. Das klappt mit einem Handgriff, die Sitze falten sich dabei zusammen und geben eine ebene Ladefläche frei. Eine feine Sache. Für zwei Personen mit Transportbedarf ist der C3 Picasso ideal. Auch eine Rumpf- oder Kleinfamilie mit drei Personen wird mit ihm und seinen Verstellbarkeiten glücklich werden. Trotzdem gibt es natürliche Grenzen. Mit vier oder gar fünf Personen an Bord helfen Klapp- und Schiebetricks nicht weiter und der Raum im Kofferraum wird auf Reisen knapp. Denn so groß wie ein C4 Picasso ist das 4,08 Meter kleine Modell nun doch nicht. Die große Alternative im eigenen Haus heißt Berlingo. Für ein vergleichbares Geld gibt es dort Rauminhalt ohne Ende. Und ganz so schick ist der Berlingo dann doch nicht.

Wer nörgeln will, findet auch beim C3 Picasso Gelegenheit. Denn in der Tat ist der knuffige Ladeesel alles andere als eine Fahrspaßmaschine. Wer mit Rennportssehnsucht im Blut am Steuer Platz nimmt, wird enttäuscht. Die Schaltung ist nicht knackig, die Lenkung nimmt die Dinge eher locker als genau. Die Instrumente liegen nicht im Blick, sondern irgendwo in der Mitte. Und auf langen Strecken entpuppt sich das Wägelchen nicht als Langstreckengleiter. Aber diese Grenzen sieht man den Wagen auch sofort an.

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Seinen natürlichen Lebensraum findet der schicke Franzosen daher in Städten und Ballungszentren. Dort wo rangiert und eingeparkt wird, und wo schnell der Einkauf verstaut werden will. Zum Überholen und für lange Überlandstrecken ist er nicht die erste Wahl. Der Testwagen war mit einem strammen Diesel ausgestattet. Für die städtische Bewegung sollte es aber auch der der 1,6-Liter Vierzylinder-Benziner VTi 120 tun. 120 PS reichen für den Ampelstart vollkommen aus. In der Stadt macht das Fahrwerk Freude, bei Spitzengeschwindigkeiten fühlt sich der ganze Wagen nicht mehr so richtig souverän an.

Obendrein gibt es ein wenig Franzosen-Ambiente an Bord. Genug, um sich ein wenig anders zu fühlen, aber nicht so viel, dass es nervt. So kann man sich mit merkwürdigen Ablageschälchen, aus denen alles wieder heraus fällt, und dem digitalen Taschenkino anstelle eines anständigen Tachos durchaus anfreunden.

Offiziell gibt es den C3 Picasso zu Preisen ab 15.000 Euro – das kleinere Raumwunder liegt damit auf dem Preisniveau der größeren Kompaktklasse. In der besseren Tendance-Ausstattung werden etwa 18.000 Euro fällig – mit großem Diesel und Vollausstattung werden es dann 22.000 Euro. Beim Händler gibt es den Wagen allerdings deutlich günstiger – interessant können auch Ausstattungspakete sein.

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