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Bike-Service So bereiten Sie sich und Ihr Rad auf den Winter vor

Generell sollte man im Winter vorsichtig fahren.
Generell sollte man im Winter vorsichtig fahren.
© Aleksandar Nakic / Getty Images
Fahrradfahren wird im Winter ungemütlich, aber nicht unmöglich. So kommen Sie auf zwei Rädern besser durch die kalte Jahreszeit.

In der kalten Jahreszeit zu fahren ist immer eine besondere Herausforderung, auf die man sich aber vorbereiten kann. Grundsätzlich sollte man den Winter in Tage mit und ohne Schnee und Glätte einteilen.

Unabhängig von der Temperatur werden die Tage kürzer, wer zur Arbeit mit dem Rad fährt, ist morgens und abends im Dunkeln unterwegs. Die Beleuchtung des Rades ist also noch wichtiger als sonst.

Sehen und gesehen werden auf dem Fahrrad

Die Beleuchtungsanlage muss funktionieren und dem technischen Stand entsprechen. Und das heißt heute: LED. Das Licht, das gute Anlagen inzwischen bereitstellen, ist mit der Ausbeute von Glühfadenfunzeln aus früheren Zeiten überhaupt nicht zu vergleichen. Wer immer noch eine Altanlage hat, sollte die Leuchten ersetzen. Und dabei denken: Hell allein reicht nicht! Der Frontscheinwerfer darf nicht blenden und muss einen guten Lichtkegel auf den Boden werfen.

Wichtig ist auch der Einsatzzweck: In der "hellen" Stadt will man vor allem von anderen gesehen werden. Auf dem Land sollte der Scheinwerfer den Weg komplett ausleuchten können – dazu sollte man ihn aufblenden können. Geeignete Frontscheinwerfer für Fahrten auf stockdunklen Wegen sind allerdings teuer – man muss schon mit Kosten von 100 Euro rechnen. Für die Stadt ist das Frontlicht Lumotec IQ Cyo Premium T senso plus von Busch & Müller zu empfehlen.

Weit verbreitet, aber die deutlich schlechtere Lösung, sind Lichtquellen, die mit Batterien betrieben werden. Sie verlöschen, wenn der Akku erschöpft ist, sind häufig nicht richtig ausgerichtet oder werden einfach gestohlen. Ein Dynamo als Energiequelle ist deutlich verlässlicher. Ein komplettes Vorderrad lässt sich übrigens einfach gegen eines mit Nabendynamo nachrüsten. Solange das Rad keine speziellen Edelfelgen besitzt, ist das auch für bescheidenes Geld möglich. Eine 28er-Felge mit Shimano-Dynamo gibt es schon für 50 Euro.

In eine bestehende Felge einen Dynamo einzuspeichen ist eine Kunst, lässt man es in der Werkstatt machen, wird es teurer als ein Austausch des Rades.

Auch Reflektoren führen dazu, dass man sehr viel besser gesehen wird. Sie kann man als Folie auf den Rahmen kleben, oder als Weste tragen. Wenn man keine Kleidung in Warnfarben haben möchte, sollte man einen reflektierenden Rucksack zu wählen.

Warme Kleidung

Auf dem Rad muss man nicht frieren. Spezielle Winterkleidung gibt es auch für Radfahrer. Fährt man mit normaler Kleidung, ist die Jeans aus Baumwolle nicht warm genug. Für sie muss man entweder eine Hose über- oder eine Strumpfhose unterziehen. Besonders kälteempfindlich sind Hände und Füße – warme Funktionshandschuhe leisten Abhilfe. Wer beim Fahren keine schwere, gefütterten Stiefel tragen möchte, muss auf Thermo-Socken ausweichen. Die Zeit auf dem Rad ist meist begrenzt. Auf der Heizung vorgewärmte Socken, Schuhe und Handschuhe überbrücken die Kälte.

Doch eines schafft man nicht aus der Welt: Schon bei Distanzen um fünf Kilometer beginnt man merklich zu schwitzen. Funktionswäsche transportiert den Schweiß an die Luft, so steht man nicht im "eigenen Saft". Doch auch die teuerste Funktionswäsche ändert nichts daran, dass man verschwitzt ankommt. Ein Wäschewechsel kann also nötig sein.

Fahren bei Glätte

Bei Schnee und Eis nimmt das Fahrradvergnügen rapide ab. Der klare Rat: Wer nicht gerade Radsportler ist, sollte das Bike bei Glätte zu Hause lassen. Wenn man es nicht lassen will, sollte man sich Reifen mit Spikes ansehen. Bedecken sie die ganze Lauffläche, sind sie nur auf Eis und Schnee brauchbar – das Fahren auf Asphalt oder Beton ist eine Qual. Ein Beispiel wäre der Schwalbe Ice Spiker Pro Raceguard.

Als Kompromiss bieten sie Reifen wie der Marathon Winter Spike Reifen von Schwalbe an, die eine normale Lauffläche haben, deren Rand von Spikes begrenzt ist. Sie kann man auf beiden Untergründen nutzen. Die Bremswirkung und die Kraftübertragung auf glattem Untergrund werden deutlich verbessert.

Doch weil das Rad nur zwei Räder hat, neigt es anders als ein Pkw dazu umzufallen. Und das macht sich deutlich bemerkbar. In einer Situation, in der ein Autofahrer einen Verlust der Traktion bemerkt, weil der Wagen etwas ausbricht, das ESP-Lämpchen flackert oder die Reifen beim Bremsen rutschen, wird ein Radfahrer meist stürzen. Es kann hilfreich sein, den Sattel tiefer einzustellen, um sich in klippligen Situationen besser abstützen zu können.

Im Winter setzen Salz und Schmutzwasser dem Rad zu. Regelmäßiges Fetten der Kette ist notwendig. Denken Sie daran, dass das Rad nach Gebrauch warm steht und abtauen kann. Sollte sich das Spritzwasser in Eis verwandeln, wird die Schaltung blockiert. Ein geringer Abstand zwischen Gummireifen und Schutzblech sieht gut aus, sollte im Winter aber korrigiert werden, damit etwas Spiel zwischen den Flächen ist, sonst kann der Reifen einfach festfrieren.

Leichter mit Motor

E-Bikes haben den Vorteil, dass sie sich weitgehend mühelos bewegen lassen. Sobald man die volle Motor-Power abruft, kann man sich dick und warm einkleiden, ohne ins Schwitzen zu kommen. In der Zukunft wird es Anschlüsse für heizbare Handschuhe und Ähnliches geben, heute muss man auf diesen Komfort noch verzichten. Wichtig ist beim E-Bike, dass der Akku nicht unnötig der Kälte ausgesetzt wird. Auf lange Sicht leidet darunter seine Lebensdauer, auf kurze nimmt die Reichweite ab. Der Akku muss also im Warmen gelagert und aufgeladen werden. Ein klarer Vorteil für Räder, bei denen sich der Akku einfach entnehmen lässt. Für ganz Vorsichtige gibt es Neoprenüberzüge, die ein Auskühlen der Batterie verzögern.

Bei aller Mühelosigkeit ist das Fahren mit dem E-Bike im Winter nicht ohne Gefahren. Dank des Motors erreicht man eine flotte Geschwindigkeit, aber in puncto Bremsen und Fahrstabilität ist das E-Bike einem normalen Fahrrad nicht überlegen. Man sollte daher die Höchstgeschwindigkeit nicht unbedingt ausreizen.

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