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Lach mal wieder: Achtung, ansteckende Autowerbung!

Hej, was ist das denn? Wenn diese Frage im Kopf des Lesers auftaucht, haben die Macher der Werbekampagne des "Slim Jim" der Automarke "Cin King" schon gewonnen: Aufmerksamkeit ist das Ziel. Die Lachmuskeln regt das nicht an. Dass Reklame auch lustig sein kann, zeigt Citroen.

Von Christoph M. Schwarzer

Das ist bestimmt eine von diesen neuen chinesischen Billigmarken. Ein Blick auf das Marken-Emblem und den Namen reicht: "Cin King", das klingt asiatisch, und dieses beliebige Logo kann ebenfalls nur aus fernöstlichen Kopierwerkstätten kommen. Mit ganzseitigen Anzeigen in allen Autozeitschriften wirbt die ominöse Automarke für ihre Modelle. Zum Beispiel für den 80 Zentimeter schmalen "Slim Jim", der 90 km/h Spitze fährt und dabei immense 9,6 Liter Diesel verbraucht. Und auch auf den Online-Seiten der Fahrermagazine poppt eine "Cin King"-Werbung nach der nächsten auf.

Keine Angst, das ist nicht der kriegerische Marketing-Feldzug einer neuen Niedrigpreis-Konkurrenz aus Fernost. Nicht nur das Medienmagazin Horizont ist sich inzwischen sicher: Smart steckt hinter der Werbung von "Cin King". Zu offensichtlich wird mit Attributen wie Stadttauglichkeit, Wendigkeit und Schlauheit gearbeitet.

Verbreitung wie beim Noro-Virus

Das Konzept der Anzeigen ist lange bekannt. Virales Marketing oder kurz "VM" soll Aufmerksamkeit erregen und die Botschaften dann im Idealfall wie einen ansteckenden Magen-Darm-Virus verbreiten. Hast Du schon gehört? Nein? Dann schicke ich Dir den Link. Und in der besten aller Welten geht das Rätselraten weiter, warum der Vorstandvorsitzende von "Cin King" aus Kamerascheu seinen Kopf im Werbefoto zur Seite dreht.

An das Moorhuhn, eins der bekanntesten Beispiele für virales Marketing, wird die Kampagne von "Cin King" alias Smart wohl kaum herankommen. Dafür fehlt nicht nur der Spielspaß, sondern auch jeder Humor. Ein paar Spitzen gegen die Mitbewerber aus Fernost, ein überzogener Text, eine gut gemachte Homepage, fertig. Ermüdende Scheinkreativität ohne Ansteckungsgefahr.

Immer gerne: German Bashing

Lachsalven gibt’s dagegen bei einer Reihe von Spots der Marke Citroen, die bei der Markteinführung des neuen C5 ins englische Fernsehen kommen. Es gilt, das alte Vorurteil des schlampig verarbeiteten Franzosenautos aus der Welt zu schaffen. Der Neue soll so solide wie die Konkurrenz aus Deutschland sein. "Unverkennbar deutsch" ("Unmistakeably German") ist die Hauptaussage des Spots, der mit der alten Hassliebe der Engländer für unser Volk spielt. Das Ganze ist so nett gemacht, dass der Gedanke ans Krautbashing, also dem beliebten öffentlichen Fertigmachen alles Deutschen, fehl am Platz wäre.

Untermalt von Richard Wagners Walkürenritt zeigt die Kamera ein verschneites bayrisches Schloss, vor dem sich zwei Bilderbuch-Deutsche mit dem Degen duellieren. Die Klingen knallen aufeinander, bis der eine dem anderen den Trachtenhut mit Gamsbart-Imitation vom Kopf schlägt. Der Sieger, überlegen lächelnd, blond und mit Seitenscheitel, wirkt wie ein teutonischer James Bond-Verschnitt. Dem Verlierer bleibt nur, sich kurz und abgehackt zu verneigen und in alter Nazi-Manier die Hacken zusammen zu schlagen.

Harter Akzent und knappes Dirndl

Der Siegertyp steigt in seinen C5, fährt los und verdreht einer berittenen Märchenprinzessin mit Dutt den Kopf. Die Gartenzwerge stehen Spalier, und die Blaskapelle spielt, als die Essenspause zum Genuss dreier Bratwürste ohne alles zwingt. Serviert wird das Ganze von einer Heidi-Klum-Kopie im Dirndl, die allem Liebreiz zum Trotz nicht gegen den C5 konkurrieren kann. Zurück auf der Straße geht es ohne Tempolimit nach Berlin zum Brandenburger Tor. Ein Klischee jagt das nächste. Abschluss: Der glatte Deutsche steigt entspannt aus seinem Citroen, blickt angetan auf den Wagen, und der Sprecher verkündet mit von einem Engländer gesprochenen Deutschen Akzent: Unmistakeably German.

Selbstironie? Nicht in Deutschland

Das herrliche und harmlose Spiel mit den Klischees findet seinen Höhepunkt aber erst in der Fortsetzung des Spots. Klaus, der deutsche Darsteller des Deutschen im ersten Clip, äußert sich in einer Drehpause am Set über den neuen C5. Er habe gar nicht gewusst, dass die Deutschen auch Citroen gekauft hätten. In überheblicher Manier verkündet er, das müsse ja so sein, denn diesen Qualitätsstandard hätten die Franzosen nur durch die Führung deutscher Ingenieure erreichen können. Als ein Brite ihn darauf hinweist, dass der Wagen immer noch komplett französisch sei, bleibt Klaus nur ein lautes und überlegenes Lachen: Haha, immer noch aus Frankreich, ihr Engländer mit Eurem verrückten Humor. Und mit diesmal echt deutschem Akzent endigt er: "Good One". Guter Witz.

So spielen die Briten mit ihrem Schmerz, den edelsten Teil ihrer Autoindustrie, Bentley und Rolls-Royce, an die deutschen Unternehmen Volkswagen und BMW verloren zu haben. Selbstironie nennt man das. Und das ist genau das, was dem viralen Marketing von "Cin King" fehlt. Da ist alles ernst. Bierernst.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.