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Mazda Sammlung Frey: Alle Wankel dieser Welt

Das bayerische Gersthofen hat nicht viele Sehenswürdigkeiten, die Besucher beeindrucken könnten. Es geht eher weißblau beschaulich zu. Doch hier befindet sich die wohl exklusivste Mazda-Sammlung der Welt.

Firmengründer Walter Frey hat seine beiden Jungs Markus und Joachim seit Kindertagen auf japanische Linie gebracht. "Ich könnte mir eher zwei Frauen in meinem Leben vorstellen, als dass ich zwei Automarken verkaufen würde", läßt der grauhaarige Frey keine Zweifel. Sein Herz gehört seit fast drei Jahrzehnten der japanischen Automarke, die sich vor Einführung des "Zoom-Zoom"-Slogans vor allem mit innovativer Wankeltechnik einen Namen machte.

So dreht sich denn im Leben von Walter, Markus und Joachim alles um das Thema Auto und Wankel. Das Gersthofer Mazda-Dreigestirn sucht weltweit seinesgleichen. "Von den über 160 Fahrzeugen, die wir in der Sammlung haben, werden mindestens 100 Stück mit einem Wankelmotor angetrieben", erzählt Sohn Joachim nach kurzem Rechnen: "So genau weiß ich das nicht. Und rund 100 Fahrzeuge sind aktuell wohl fahrbereit."

Das exklusivste Stück ist derzeit ein grauer Mazda 360, ein Wankel-Dreirad mit Pick-Up-Aufbau ähnlich dem italienischen Ape. Das jüngste Spielzeug stammt aus dem Jahre 1962 und wird gerade auf Vordermann gebracht. Fast lieblos steht der 360er abseits in der Frey'schen Werkstatthalle - neben einem Kundenfahrzeug vom Typ 323F, der gerade seine Inspektion bekommt.

Die Frontabdeckung des Wankel-Dreirads fehlt und auch sonst sieht der rare Lastenflitzer mit seinem 16-PS-Motor hinter dem Fahrerhaus noch nach jeder Menge Wochenendarbeit aus. Firmenchef Frey krabbelt in die enge Kabine und jubelt: "Ein tolles Teil, oder?" Der Mazda 360 ist nicht nur der einzige in Deutschland sondern wohl auch in Europa.

Das ist im Hause Frey kein Einzelfall. Nicht, dass Walter, Joachim und Markus nur Mazdas in ihren überfüllten Werkstatthallen rund um Gersthofen untergebracht hätten. In der unscheinbaren Großgarage mit Platz für 50 Autos findet man unter anderem auch einen alten Glas, einen dunklen Mercedes SL, den Citroen Birotor von 1973 und einen Polizei-Lada vom Typ 2107. "Der hat aber auch einen Wankelmotor." Markus Frey weist auf das seltene Stück, das man auf eigener Achse nach Bayern geholt hat.

Unter der Decke der Halle hängt ein einmotoriges Flugzeug mit der Kennung D - FREY. Bei der Konkurrenz fällt die Armada von RX-7-Modellen oder der Wankel-Motorräder in der Ecke ebenso wenig auf wie das Schneemobil - ebenfalls mit der revolutionären Antriebstechnik von Felix Wankel. Noch cooler der 70er Jahre Kombi des RX-4 in weiß mit grünem Vinyldach und gefülltem Dachgepäckträger.

Prunkstücke

Die Prunkstück sind jedoch die beiden Mazda Cosmo Sport. Die flachen Japan-Renner waren in den 60er Jahren so etwas wie der japanische Mercedes SL. In Deutschland gibt es nicht einmal eine Handvoll davon.

Der weiße Cosmo fährt besonders gut. Vor 20 Jahren hat Familie Frey den Renner aus New Jersey nach Bayern geholt. Seinetwegen ist Walter Frey mittlerweile Mitglied im elitären Cosmo-Owners-Club - als einziger Europäer.

In einer anderen Halle strahlt auf einer Hebebühne ein zerrupfter Mazda Luce aus dem Jahre 1969 mit 118 PS und Vorderradantrieb. Die hellgelbe Karosserie wurde von Bertone geschneidert - sehenswert. Aber auch er bedeutet noch viel Arbeit. Statt Fensterrahmen und B-Säule gibt es elektrische Fensterheber, Klimaanlage und Servolenkung. Beim zweiten Hinsehen lassen sich Ähnlichkeiten zum filigranen Lancia Fulvia kaum übersehen.

Deutlich weniger sportlich und elegant präsentiert sich der kleine Mazda Carol. Joachim hat den japanischen NSU Prinz aus dem Jahre 1962 gerade aus einer kleinen Einzelgarage herausgefahren. Der Motor tuckert munter vor sich hin und Vater Walter gerät wieder ins Schwärmen.

Der Mazda, den es laut Mazda gar nicht gibt

Viel spektakulärer sei jedoch der Mazda Pathfinder, sagt er. Ein urwüchsiger Geländewagen in grellem Grün, den Mazda Anfang der 80er Jahre in Burma produzierte. Der Wankel-lose 9-Sitzer mit Allradantrieb sieht aus wie neu. "Als wir Informationen über den Pathfinder haben wollten, hat die Mazda-Konzernzentrale dieses Modell sogar verleugnet", lacht Markus Frey. "Ich war schon immer ein Technikfan", erzählt sein Vater Walter, "Mazda-Händler bin ich eigentlich nur wegen der Wankeltechnik geworden. Mein erstes echtes Sammlerauto war ein Cosmo Sport."

Die Vielfalt der Modelle hier erschlägt einen geradezu; insbesondere weil die Autos nicht aufwendig drappiert wurden, sonder dicht an dicht in Hallen und Regalwänden stehen. Hier ein seltener Mazda 616, da ein kantiges RX-4-Coupé von 1976 im typischen 70er Jahre Style.

"Wir arbeiten an einem echten Mazda-Museum", sagt Markus Frey: "Historie ist doch die beste Werbung." Nebenbei ist die Familie nach wie vor einer der ältesten Mazda-Händler in Deutschland. "Da gibt es nicht nur Licht", sagt der 63jährige Firmenchef. "Da gibt es auch Ärger und man muss so manche Kröte schlucken." Trotzdem gibt es für ihn nur eines: Mazda.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.