HOME

Motor-Experten decken auf: Auch andere Auto-Hersteller tricksen beim Dieseldreck

Der VW-Abgas-Skandal ist im vollen Gange. Doch auch Modellen anderer Hersteller haben die Motoren laut den Messungen eines tschechischen Diagnose-Experten einseitig für den Prüfstand optimiert. Der Grund:  Eine echte Reinigung ist schlicht teurer.

Der NEFZ-Zyklus auf dem Prüfstand macht "Optimierungen" möglich, die in der Praxis zu einem hohen Ausstoß von Schadstoffen führen.

Der NEFZ-Zyklus auf dem Prüfstand macht "Optimierungen" möglich, die in der Praxis zu einem hohen Ausstoß von Schadstoffen führen.

Wenn Werkstätten nicht mehr weiter wissen, wenden sie sich an Libor-Fleischhans und sein Team von "First Car Diagnostics" (FCD) Fahrzeuge. Die tschechischen Diagnose-Experten aus Mlada Boleslav beschäftigen sich seit dreizehn Jahren mit Motor-Problemen. Egal ob Zündaussetzer, sporadische Gasannahme oder Fehlermeldungen der Motor-Sensoren - die FCD-Techniker versuchen dem Problem auf den Grund zu gehen. Etliche Untersuchungen im Rahmen von Abgasmessungen und Diagnose der Motorsteuerung haben "FCD Fahrzeuge" schon durchgeführt und dabei knifflige Motorenprobleme gelöst.

Feinabstimmung für die Abgasuntersuchung
Die Messung eines Ford Mondeo 1.8 TDCi durch FCD zeigt, dass die Abgasrückführung, die auch nach mehreren Zündungen weiterhin ab

Die Messung eines Ford Mondeo 1.8 TDCi durch FCD zeigt, dass die Abgasrückführung, die auch nach mehreren Zündungen weiterhin abgeschaltet blieb.

Wie die Fachzeitschrift "KFZ-Betrieb" berichtet, sind bei Abgasuntersuchungen und anderen Messungen von Diesel-Pkws sind den FCD-Technikern Unregelmäßigkeiten bei dem Stickoxidausstoß aufgefallen, die die Grenzen der erlaubten Abgaswerte sprengen und in dieser Art und Weise eigentlich gar nicht vorhandensein dürften.


Der Grund liegt für Libor Fleischhans an dem NEFZ-Zyklus und dem, was er diplomatsich als "Feinabstimmung für die Abgasuntersuchung" bezeichnet: "Auf jeden Fall konzentrieren sich fast alle Hersteller auf Erfüllung der Abgaslimits im NEFZ-Test. Wenn die Konstrukteure die Fahreigenschaften, Verbrauchswerte und Abgaswerte an die NEFZ Schablone anpassen, ist dies kein Betrug, aber sozusagen Nutzen der Schwachstelle heutigen Zulassungssystems."

Der Zyklus wird erkannt

Diese Tatsachen erhärtet der Experte anhand von zwei Fällen: Bei einem Peugeot 308, der mit einem SCR-Kat ausgerüstet war, entlüftete das System den SCR-Kat präzise nach 15 Sekunden, sobald es "erkannte", dass eine Untersuchung auf dem Rollenprüfstand durchgeführt wurde. Im Straßenbetrieb dauerte es laut FCD dann bis zu acht Minuten, ehe das System die dringend notwendige Entlüftung durchführte und die Harnstoffleitung flutete. Auf diese Problematik angesprochen, erklärt ein Peugeot-Sprecher: "Wir sind sauber. Wir haben keine manipulierte Software bei unseren Fahrzeugen. Die Software funktioniert auf dem Prüfstand genauso, wie auf der Straße."

Ford ohne Abgasrückführung

Einen Ford Mondeo 1,8 TDCi Baujahr 2010 bestückte das Team von "First Car Diagnostics" mit einem Datenlogger und sammelte so eine Woche lang, wichtige Fahrzeugdaten. Dabei stellte sich heraus, dass die Abgasrückführung, die zur Minimierung des Schadstoffausstoßes beiträgt, über mehrere Stunden nicht aktiv war, aber auch keine Meldung im Fehlerspeicher abgelegt wurde. Ford weist, ebenso wie Peugeot, auf die Gesetzmäßigkeit seiner Aggregate hin und jeden Schummelversuch von sich. "Unsere Fahrzeuge und Motoren - einschließlich der hochmodernen Diesel-Aggregate - entsprechen den europäischen Emissions-Grenzwerten. Wir verwenden keine Applikationen zur Manipulation von Abgaswerten", erklärte ein Sprecher des Unternehmens.

Echte Reinigung wird teurer

Die Frage ist, in wieweit es möglich ist, den Dieselmotor an sich so sauber zu bekommen, dass er die gewünschten Normen einhält. Libor Fleischhans bejaht dies: "Es ist möglich, aber man muss mehr investieren und den Kunden die Wahrheit sagen." Ein Weg ist mithilfe der Harnstoffeinspritzungen den Schadstoffausstoß zu verringern, der andere innermotorisch, indem man die Abgasrückführung verstärkt, also letztendlich den Verbrauch erhöht. Aber genau das liest sich ja auf den Datenblättern schlecht.

pressinform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.