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New York Autoshow 2009: Billiger Sprit, große Motoren

Gemessen an der Stimmung auf den letzten US-Messen in Los Angeles und Detroit geht es in New York dieses Frühjahr so richtig rund. Die Hersteller trommeln wieder lauter und PS-starke SUV sind die großen Stars - neben einem kleinen Puma.

New York zeigt, dass die Uhren am Hudson und Empire State Building anders gehen. Auch wenn die Automobilwelt zwischen Detroit, Tokio, Frankfurt und Mumbai nach wie vor aus allen Ritzen stöhnt, die Hersteller wanken und Big Apple mehr als andere Metropolen unter der weltweiten Finanzkrise zu leiden hat: Auf der 109. New York International Autoshow im Javits Convention Center zeigen die Amerikaner neues Selbstvertrauen.

Dabei greift man bekanntlich gern auf bewährtes zurück. Die Benzinpreise sind nach wie vor im Keller und so setzen die Amerikaner in erster Linie auf große SUV. Seine Weltpremiere feiert im Jakob-Javits-Center der neue Jeep Grand Cherokee. Optisch deutlich muskulöser und rundlicher als bisher kommt er jedoch erst im kommenden Jahr auf den Markt. Zum Motorenprogramm gehören neben bekannten Diesel- und Achtzylinder-Versionen auch ein neu entwickelter Sechszylinder mit Direkteinspritzung und rund 260 PS. Der besseren Geländegängigkeit wegen verfügt der Grand Cherokee, der auf der Plattform des Mercedes ML basiert, unter anderen über eine Luftfederung, Bergabfahrthilfe und mehrere Differenzialsperren.

Der deutsche Hybrid

Mercedes ist in Big Apple traditionell besonders stark. Da macht die diesjährige Leistungsschau am Hudson keine Ausnahme. So feiern nicht nur der lang erwartete Mercedes ML 450 Hybrid, sondern auch E 250 Bluetec, E 63 AMG und die behutsam überarbeitete GL-Klasse ihre Weltpremieren. Der ML 450 Hybrid ist das erste Hybridmodell, mit dem die deutschen Hersteller der enteilten Konkurrenz aus Asien und den USA hinterher eilen. Der von einem Benziner und zwei Elektromotoren angetriebene Luxus-SUV hat mit einer Gesamtleistung von 250 kW / 340 PS und 517 Nm die Kraft der drei Herzen, hat trotz aller Sparsamkeit jedoch einen Makel: er kommt nach aktuellen Planungen nicht nach Europa. Gegenüber den sparsamen Dieselversionen werden ihm kaum Marktchancen eingeräumt.

Dafür dürfen sich sportlich ambitionierte Familienväter früher als sonst auf einen Sportableger der neuen Mercedes E-Klasse einstellen. Denn auch der E 63 AMG feiert in New York seine Weltpremiere. Optisch hat sich im Vergleich zur normalen E-Klasse wenig getan. Ihn unterschiedet nur die breitere Spur, eine geänderte Frontschürze mit LED-Tagfahrleuchten und Schweller rundum von seinen zahmen Brüdern. Unter der Motorhaube arbeitet bekannt lautstark der unter anderem aus dem SL 63 AMG bekannte 6,3 Liter große V8-Sauger mit 386 kW / 525 PS und einem maximalen Drehmoment von 630 Newtonmetern. Übernommen wurde jedoch nicht nur der Motor selbst, sondern auch die Getriebekombination AMG Speedshift 7-Gang. Den Spurt 0 auf 100 km/h schafft der schwäbische Hecktriebler in 4,5 Sekunden. Überflüssig für eine Sportversion wird die Höchstgeschwindigkeit auf 250 km/h abgeriegelt.

Neue Motoren bei Range Rover

Wenn Mercedes mit leichten optischen Retuschen beim GL seine neue Luxusklasse unter den Geländewagen vorstellt, will auch Land Rover nicht zurückstehen. So tanzen in New York erstmals auch die gründlich überarbeiteten Versionen von Range Rover, Range Rover Sport und Land Rover Defender. Hier gibt es neben neuen Achtzylinder-Triebwerken insbesondere einen überarbeiteten Innenraum und neue Leuchteinheiten mit LED-Modulen. Die bisherigen Benziner werden von der neuen, bei Jaguar eingeführten Motorengeneration, abgelöst. Mit fünf Litern Hubraum leistet das britische Power-Trio zwischen 375 und 510 PS. In Europa wird der bisherige Turbodiesel mit 2,7 Litern von einem 240 PS starken Dreiliter-V6 ersetzt.

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Die kleine Kiste

Deutlich zurückhaltender ist man in einem Puma unterwegs. Unter dem Projekt „Puma“ (Personal Urban Mobility and Accessibility) zeigen Segway und General Motors in New York ein elektrisches Fortbewegungsmittel für zwei Personen. Mit seinen zwei Rädern und einem ausgeklügelten Wankmechanismus erinnert das Citymobil jedoch mehr an einen Krankenfahrstuhl denn einen realitätsnahen Kleinstwagen. Waren die bisherigen Segway Peoplemover bisher allein für eine Person gedacht, die hinter dem Lenker steht, so können sich mit dem Puma auch zwei Personen im Innenstadtbereich fortbewegen. Das Fahrzeug ist für zwei Passagiere ausgelegt, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 56 km/h und hat eine Reichweite rund 50 Kilometern, bevor es wieder geladen werden muss.

Gerade erst hat Nissan in Europa sein neues Sportcoupé 370 Z der Öffentlichkeit präsentiert, legen die französischen Japaner bereits die offene Roadsterversion nach. Auf der New York Autoshow ist der offene Spaßmacher das erste Mal zu bewundern. Nach Europa soll das Stoffdachcabriolet erst im Spätsommer kommen. Der 370 Z Roadster trägt Design und Gene des neuen Coupés. Sein vollelektrisches Stoffdach öffnet und schließt in rund 20 Sekunden. Angetrieben wird der nach wie vor etwas übergewichtige Sonnenanbeter von einem 3,7 Liter großen Sechszylinder mit 243 kW / 331 PS und 386 Nm maximalem Drehmoment.

Honda mit ZDX

In Deutschland hat der Subaru Legacy gerade erst mit der Einführung einer Dieselversion von sich reden gemacht, da wird auf der New York Autoshow bereits der Nachfolger des Legacy vorgestellt. Im Vergleich zum Vorgänger ist er in seinen Dimensionen leicht gewachsen. Auf dem US-Markt kommt der neue Legacy im Herbst diesen Jahres mit drei Benzinern zwischen 170 und 265 PS sowie einer optionalen stufenlosen CVT-Automatik. Hondas sportlicher Nobelableger Acura bringt in den USA zeitnah den ZDX auf den Markt. Dabei orientiert sich der US-Japaner mit seiner Designmischung aus SUV und Coupé am Segmentbereiter BMW X6. Im Herbst wird der ZDX in den USA mit einem Sechszylinder mit Benzindirekteinspritzung und einer neu entwickelten Sechsgang-Automatik auf den Markt kommen. Eine Markteinführung des dynamischen Allradlers mit fünf Sitzplätzen ist in Europa – auch unter Honda-Flagge – derzeit nicht geplant.

Stefan Grundhoff/Pressinform

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