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Öko-Konzepte: Sparsam, sauber und spaßig

Hybrid, Gas, Spar-Diesel - so lauten die Umweltrezepte der deutschen Automobilhersteller. Die Zahl der Öko-Modelle mit unterschiedlichen Sparkonzepten wächst ständig. Hier eine kleine Orientierungshilfe mit sparsamen, sauberen und spaßigen Modellen.

Wer viel und lange Strecken fährt, ist mit Spar-Dieseln und Autogasfahrzeugen ab der Kompaktklasse gut bedient. Die meisten Hersteller haben heute mindestens einen besonders verbrauchsarmen Selbstzünder im Angebot. Allerdings wird häufig ein Aufpreis für die Sparversion fällig, was bei der Kosten-Nutzen-Rechnung berücksichtigt werden muss. So gibt es etwa unter dem Label "Econetic" einen 1,6-Liter-Diesel mit 80 kW/109 PS für den kompakten Ford Focus als Dreitürer, Fünftürer und Kombi. Mit Hilfe von Leichtlaufreifen, verbesserter Aerodynamik sowie Änderungen an der Motorsteuerung sinkt der Normverbrauch auf 4,3 Liter je 100 Kilometer. Der sparsame Kompakte kostet ab 20.600 Euro, der Aufpreis gegenüber der Standardversion ohne Spartechnik liegt bei rund 500 Euro. Andere Hersteller haben ähnliche Fahrzeuge im Programm, das Speziallabel von VW heißt Bluemotion, das von Opel Ecoflex und das von Volvo Drive.

Auch Gas kann sich für Vielfahrer lohnen. Mit Autogas (LPG) fährt man sauber und sparsam, allerdings meist auch etwas langsamer und weniger spritzig als mit Benzin. Zudem ist man auf Autogas-Tankstellen angewiesen, von denen es zwar über 5000 in Deutschland gibt, die aber nicht an jeder Ecke zu finden sind. Die entsprechenden Fahrzeuge sind jedoch keine Seltenheit. Der Autogas-Antrieb ist quasi für fast alle Pkw mit Ottomotor nachrüstbar. Viele Hersteller bieten einige Modelle bereits ab Werk an, darunter etwa Opel, Ford und Chevrolet. Neues Mitglied in der LPG-Riege ist der VW Golf Bifuel mit 72 kW/98 PS, der im Gasbetrieb 9,2 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern benötigen soll. Bei den derzeitigen Tankstellenpreisen entspricht das Treibstoffkosten in Höhe von 5,82 Euro. Die Preisliste startet bei 21.390 Euro. Gegenüber dem vergleichbaren Benziner bedeutet das einen Aufschlag von 2550 Euro.

CO2-Ausstoß rekordverdächtig niedrig

Gleich drei Kraftstoffe verträgt der 107 kW/145 PS starke Ford Mondeo LPG, der mit Autogas, Benzin und dem ethanolhaltigen Kraftstoff E85 betankt werden kann. Letzterer ist preiswerter und umweltfreundlicher als konventionelles Benzin. Der Preis für den Tri-Fuel-Mondeo beträgt 27.500 Euro, der Aufpreis gegenüber dem konventionellen Benziner liegt bei 2500 Euro. Neben Ford bietet auch die Konzernschwester Volvo unter der Bezeichnung "Multifuel" Fahrzeuge mit drei Kraftstoffarten an. Erhältlich sind der kompakte C30, die Mittelklässler V50 und S40 sowie der große Kombi V70. Die Schweden bieten die Technik auch in der Nachrüstung zu Preisen ab 2500 Euro an. Wer vor allem Wert auf geringen Schadstoffausstoß legt, fährt mit Hybridautos und Sauber-Dieseln gut.

Die zurzeit erhältlichen Hybridmodelle fahren mit einer Kombination von Elektro- und Ottomotor, gegenüber Dieselfahrzeugen stoßen sie bei mengenmäßig ähnlichem Verbrauch deutlich weniger CO2, Stickoxide und Rußpartikel aus. Hybridpionier Toyota hat seinen Klassiker Prius gerade in der neuesten Generation auf den Markt gebracht, der Normverbrauch beträgt lediglich 3,9 Liter Super auf 100 Kilometern. Der CO2-Ausstoß ist mit nur 89 Gramm pro Kilometer rekordverdächtig niedrig. Wermutstropfen ist allein der recht hohe Anschaffungspreis von 24.950 Euro. Deutlich billiger, aber mit einem Normverbrauch von 4,4 Litern auch weniger sparsam, ist der Honda Insight Hybrid.

Hohe Zusatzkosten

Relativ neu auf dem Markt sind die Sauber-Diesel, die bereits die erst ab 2014 geltende Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Ein aufwendiges Reinigungssystem drückt dabei vor allem bei Fahrzeugen der oberen Klassen Stickoxid- und Rußemissionen auf einen Minimalwert. Nachteil sind die hohen Zusatzkosten, die zum bereits hohen Preis eines normalen Dieselmotors hinzukommen. Das Gewicht der Reinigungstechnik erhöht außerdem den Verbrauch. Der VW Passat TDI kostet mindestens 29.650 Euro, der Mercedes-Benz E 350 Bluetec ist ab 53 372 Euro zu haben, ein Audi Q7 Clean Diesel steht mit 54.700 Euro in der Preisliste.

Auch wer bei aller Sparsamkeit und Umweltliebe auf Leistung nicht verzichten will, findet zurzeit das passende Modell. Die hybridgetriebene Oberklasselimousine Lexus LS 460h etwa leistet mit der Kombination von Elektro- und V8-Ottomotor 327 kW/445 PS, benötigt aber laut Hersteller nur 9,3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Vergleichbare Benziner-Modelle der Wettbewerber, die ohne Hybridantrieb auskommen müssen, benötigen rund 50 Prozent mehr Sprit. Bei den Kosten liegt der Japaner mit 101.900 Euro auf Augenhöhe mit den deutschen Wettbewerbern. Aber auch beim Diesel passen Spaß und Sparen zusammen, der BMW 330d mit 180 kW/245 PS Leistung soll nur 5,7 Liter verbrauchen - einer der Bestwerte seiner Klasse. Trotzdem lässt sich die 40.900 Euro teure Mittelklasselimousine bei Bedarf in sportwagenartigen 6,1 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen.

Holger Holzer/mid / MID

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.