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Rallye Dakar: Lebensgefahr ist Berufsrisiko

VW-Spitzenreiter Carlos Sainz fürchtet in der chilenische Atacama-Wüste erneute Lebensgefahr für die Piloten. Am Montag konnte Volkswagen seine Chancen auf den ersten Wolfsburger Dakar-Sieg weiter verbessern.

Auf der neunten Etappe über 537 Kilometer von La Serena nach Copiapo am Rande der Atacama-Wüste vergrößerte VW-Spitzenreiter Carlos Sainz den Abstand auf seine Verfolger. Der Spanier liegt nach seinem fünften Tagessieg 19:52 Minuten vor seinem Teampartner Mark Miller (USA). Der Deutsche Dirk von Zitzewitz ist mit seinem südafrikanischen Fahrer Giniel der Villiers (alle VW-Touareg) weiter Dritter. In der Motorrad-Wertung liegt der spanische KTM-Pilot Marc Coma nun 1:04:38 Stunden vor dem Franzosen David Fretigne.

Auf der Fahrt durch die chilenische Atacama-Wüste fürchtet Sainz erneute Lebensgefahr für die Piloten. "Der Mensch hat in der Wüste eigentlich nicht viel zu suchen. Ganz egal, ob man zu Fuß, auf einem Motorrad oder in einem Auto unterwegs ist", sagte der spanische Volkswagen-Pilot der Zeitung "Die Welt" (Montag). "Wer schlecht vorbereitet ist, kann in der Wüste schnell den Tod finden."

Dass die 30. Auflage der Marathon-Rallye die nächsten drei Todesopfer in der Geschichte des berüchtigten Langstrecken-Rennens gefordert hat, überrascht den zweimaligen Rallye-Weltmeister Sainz kaum noch. "Die Dakar ist wahrscheinlich das härteste Wettrennen der Welt; es liegt in der Natur der Sache, dass dabei Unfälle passieren." Ebenso nimmt er hin, dass die tragischen Zwischenfälle immer wieder Kritik an dem Rallye-Spektakel laut werden lassen. "Ich respektiere jede Meinung, aber die meisten, die die Dakar verurteilen, wissen gar nichts über das Rennen."

Im Gesamtklassement verloren Dirk von Zitzewitz und Giniel de Villiers am neunten Tag ihren zweiten Platz. Das VW-Duo hatte sich verfahren und büßte 15 Minuten ein. Vierter mit einem Rückstand von 58:11 Minuten blieb der Spanier Juan Roma.

In der Motorrad-Wertung behauptete sich Coma an der Spitze. Stark war am Montag in seiner Heimat auch Francisco Lopez, der sich vom siebten auf den vierten Rang (Rückstand: 1:59:19 Stunden) verbesserte. Dritter ist der Franzose Cyril Despres, Sieger der Jahre 2005 und 2007.

Ein Motorradfahrer will kräftig angeben und blamiert sich heftig.

Rallye-Routinier Sainz zufolge ist die Verlegung der Dakar nach Südamerika schon jetzt ein Erfolg. "Ich wusste, dass die Argentinier Motorsport-verrückt sind, aber diese Menschenmassen haben meine Erwartungen übertroffen. Was hier auf den Straßen abgeht, habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt", schwärmte der Spanier.

Der Sieg bei seiner dritten Teilnahme an dem Klassiker wäre für ihn sogar im Vergleich zu seinen WM-Erfolgen etwas ganz Besonderes. "Die WM geht über eine ganze Saison, man kann schlechte Resultate auch mal ausgleichen", meinte Sainz im "kicker". "Aber die Dakar ist zwei Wochen Wahnsinn. Ein Fehler, und alles kann vorbei sein."

Toni Hoffmann/DPA

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