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TÜV-Mängelstatistik: Toyota hängt die Deutschen ab

Mängelzwerg des Jahres wurde der Toyota Corolla Verso. In der wichtigen Gruppe der der zwei- bis dreijährigen Fahrzeuge landet er auf dem ersten Platz. Qualität muss nicht teuer sein, Platz Nummer zwei wird von einem günstigen Kleinwagen belegt, dem Mazda2.

Wegen erheblicher Mängel wurde jedem sechsten Fahrzeug in Deutschland im Jahr 2008 die TÜV-Plakette verweigert. Bei den rund 7, 7 Millionen Hauptuntersuchungen ist die Mängelquote um 0,9 Prozentpunkte auf 16,6 Prozent gestiegen.

Das Auto mit der niedrigsten Mängelquote bei der TÜV-Prüfung kommt erstmals seit sechs Jahren wieder von Toyota. Der Kompakt-Van Corolla Verso belegt beim aktuellen TÜV Report 2009 in der wichtigen Gruppe der Zwei- bis Dreijährigen den ersten Platz und landet damit vor dem Kleinwagen Mazda2 der ersten Generation sowie dem deutschen Duo Porsche 911 und Ford Fusion. Der Vorjahressieger Mazda3 fällt leicht ab und erreicht Rang fünf, den er sich mit dem Ford Fiesta teilt.

Hohe Durchfallquote in der Gruppe der Zehn- bis Elfjährigen

Insgesamt ist der Anteil der Pkw mit erheblichen Mängeln bei den rund sieben Millionen ausgewerteten Hauptuntersuchungen leicht gestiegen. Im Schnitt aller Klassen und Modelle lag die Quote mit 16,6 Prozent rund 0,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Am häufigsten beanstandeten die Tester Beleuchtung, Bremsen, Fahrwerk und Auspuffanlage. Besonders schlecht schnitten laut TÜV ältere Fahrzeuge ab; in der Gruppe der Zehn- bis Elfjährigen wurde nahezu jedem vierten Fahrzeug die Plakette zunächst verweigert.

Mängelzwerg Toyota Corolla Verso

Beim Mängelzwerg des Jahres, dem Toyota Corolla Verso, mussten nur zwei Prozent der bei der HU vorgefahrenen Fahrzeuge zur Nachbesserung in die Werkstatt. Der Schnitt in seiner Altersklasse lag bei fünf Prozent. Im Vorjahr wurde der Corolla Verso gemeinsam mit der damals noch angebotenen Limousinen-Version gelistet und erreichte mit einer Mängelquote von drei Prozent Rang 22.

Rang zwei unter den Fahrzeugen, die das erste Mal beim TÜV vorfahren mussten, nimmt wie im Vorjahr der Kleinwagen Mazda2 mit einer Mängelquote von 2,1 Prozent ein. Auf dem dritten Platz folgen die ersten deutschen Modelle: der Sportwagen 911 und der Mini-Van Ford Fusion mit einer Quote von je 2,2 Prozent. Der Fusion bestätigt damit das gute Ergebnis des Vorjahres, der 911 kann sich leicht steigern.

Deutsche im guten Mittelfeld

Unter den 20 bestplatzierten Modellen finden sich weitere sieben deutsche Modelle: Ford Fiesta, Porsche Boxster, VW Fox, BMW 3er, Opel Meriva, Ford C-Max und VW Golf; Deutschlands Bestseller landet mit einer Quote von 3,3 Prozent auf Platz 20. Die restlichen Modelle in den Top-20 kommen allesamt von den japanischen Herstellern Toyota, Mazda, Honda und Subaru. Mängelriese ist wie im Vorjahr der koreanische Kia Carnival mit einer Quote von 26,1 Prozent.

Porsche: Je älter umso besser

In der vor allem bei Gebrauchtwagenkäufern beliebten Altersklasse von vier bis fünf Jahren teilen sich die Porsche-Sportwagen Boxster und 911 die Spitzenposition mit der geringsten Mängelquote von 3,6 Prozent. Unwesentlich schlechter ist der Drittplatzierte Subaru Forster, bei dem 3,7 Prozent Mängel aufwiesen. Der Durchschnitt aller Autos lag bei 9,3 Prozent. Mit dem schwächsten Ergebnis schneidet erneut der Kia Carnival ab, der in 29,3 Prozent aller Fälle erhebliche Mängel aufwies.

Bei sechs bis sieben Jahre alten Fahrzeugen rangiert der Porsche 911 vor dem Boxster, umgekehrt ist die Reihenfolge bei den Acht- bis Neunjährigen. Die Mängelquote hat bei den Modellen jeweils um die fünf Prozent gelegen, im Durchschnitt haben 14 beziehungsweise 18,3 Prozent Mängel aufgewiesen. Bei den ältesten getesteten Autos (10 bis11 Jahre) dominiert der Porsche 911 mit 5,6 Prozent Mängelquote, der Toyota RAV 4 folgt erst mit neun Prozent auf Position zwei vor dem Toyota Starlet mit zehn Prozent.

Probleme der Datenbasis

Der TÜV Report, den die deutschen TÜVs gemeinsam mit der Zeitschrift "Auto Bild" herausgeben, ist die wichtigste Mängelstatistik für den deutschen Pkw-Markt, aber nicht die einzige. Auch andere Prüforganisationen veröffentlichen die Auswertung ihrer Hauptuntersuchungen. Die Ergebnisse weichen teilweise voneinander ab. So kürt die vor allem im Osten Deutschlands stark vertretene Dekra die obere Mittelklasselimousine Audi A6 zum Mängelzwerg.

Die guten Plätze auf den Listen sind hart umkämpft. So bieten einige Hersteller etwa spezielle Vorbereitungsuntersuchungen für die TÜV-Prüfung an, so dass die Halter mit einem fehlerlosen Fahrzeug vorfahren können. Eine Rolle bei der Platzierung spielt auch das Verhältnis des Fahrers zum Auto; so kann etwa davon ausgegangen werden, dass der Besitzer eines teueren Sportwagens sein Auto besser in Schuss hält als ein Student seinen billigen gebrauchten Kleinwagen, bei dem der TÜV als Mängelcheck fungiert, um zu wissen, was gemacht werden muss.

mid/bp

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.