Versicherung Nach Vollbremsung muss Versicherung zahlen


Versicherungen müssen für Schäden aufkommen, die an einem Fahrzeug entstehen, dessen Fahrer per Vollbremsung einen Unfall vermeidet. Zunächst wollte die Versicherung nicht zahlen, da der Fahrer "freiwillig" gebremst habe.

Darauf weist der Deutsche Anwaltverein in Berlin unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hin. Die Richter entschieden, dass solche Schäden über "Rettungskosten" zu begleichen seien und der Versicherer auch bei Vollkasko keinen Selbstbehalt abziehen könne.

Im konkreten Fall ging es um den Eigentümer eines Sattelzugs. Dieser hatte nur durch eine Vollbremsung vermeiden können auf einen anderen Lkw aufzufahren, der plötzlich in seine Spur gewechselt war. Durch nach vorn rutschende Ladung wurde das Zugfahrzeug beschädigt. Diesen Schaden wollte die Versicherung nicht übernehmen.

In ihrem Urteil argumentierten die Richter, der Fahrer habe das Bremsmanöver nicht nur deshalb eingeleitet, weil er seine Gesundheit habe schützen wollen. Vielmehr sei es ihm auch darum gegangen, seinen Sattelzug und damit die versicherte Sache vor Schaden zu bewahren. Damit seien die Voraussetzungen für eine erstattungsfähige Rettungsmaßnahme gegeben. Dieser Anspruch sei auch nicht um den in der Vollkaskoversicherung vereinbarten Selbstbehalt zu kürzen, denn dieser gelte nur für die vertragliche Ersatzleistung im Versicherungsfall, nicht aber für den gesetzlichen Anspruch auf Erstattung der Rettungskosten.

AP


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