Vor der IAA 2003 Automobilindustrie verteidigt Dieseltechnologie

Vier Wochen vor Start der 60.IAA in Frankfurt verbreitet die Autoindustrie Zuversicht und verteidigt vehement die von Umweltschützern kritisierte Dieseltechnologie.

Vier Wochen vor dem Start der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) demonstriert die deutsche Autoindustrie Zuversicht. Der Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Kunibert Schmidt, sagte am Mittwoch in Stuttgart, es gebe durchaus Anlass zu Hoffnung, dass mit dieser IAA belebende Impulse auch im Inland verbunden seien und dass die Ampel für die Automobilkonjunktur nach vier Jahren endlich wieder auf Grün geschaltet werden könne. Allerdings wird die alle zwei Jahre stattfindene Automesse in diesem Jahr etwas kleiner ausfallen. Nach Fläche und Zahl der Aussteller bleibt sie aber die größte Autoschau der Welt.

Weniger Standfläche

Die Ausstellungsfläche werde nur 215.000 Quadratmeter betragen statt der 235.000 Quadratmeter vor zwei Jahren, sagte Schmidt auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Aber Größe sei nicht alles. Mehrere große deutsche Autokonzerne präsentierten ihre verschiedenen Marken diesmal unter einem Dach.

IAA präsentiert spektakuläre Neuheiten

Die IAA öffnet am 11. September in Frankfurt am Main mit einer Serie von Welt-, Europa- und Deutschland-Premieren ihre Pforten für die Besucher. Es gebe ein noch nie da gewesenes Innovationsfeuerwerk, sagte Schmidt. 60 Weltneuheiten würden präsentiert. Vor allem neue Volumenmodelle wie der VW Golf V und der Opel Astra werden öffentlich vorgestellt und mit Spannung erwartet.Es werden 1.000 Aussteller aus 42 Ländern erwartet.

Zu den wichtigsten Ausstellungsländern zählten in diesem Jahr neben Deutschland vor allem Italien, Österreich, Japan, die USA, Frankreich, Großbritannien, China, Schweden, Südkorea, Spanien und die Tschechische Republik. Mehr als jeder zweite Aussteller komme aus der Zulieferbranche. Die Veranstalter rechnen mit 850.000 Besuchern.

VDA verurteilt Greenpeace-Aktion gegen Dieselautos

Im Mittelpunkt der Diskussionen wird die Frage nach neuen Filtersystemen für Dieselfahrzeuge stehen. Eine Greenpeace-Aktion am Mittwoch in Stuttgart hatte den Unmut der Automobillobby hervorgerufen. Der Umweltverband hatte mit einem zum Schwein umgestalteten Auto und dem Spruch "Diesel macht Krebs" auf die Gefahren durch Rußteilchen hingewiesen und Filter für alle Dieselautos gefordert. Kunibert Schmidt bezeichnete die Demonstration als "geschmacklose Inszenierung fern jeder Sachkenntnis". Schmidt betonte, dass die deutschen Hersteller auf der IAA auch Modelle mit Dieselpartikelfilter vorstellen würden. Eine generelle Einführung lehnte er jedoch ab.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht"

"Die deutsche Automobilindustrie hat seit 1990 die Partikelemissionen bereits um mehr als 90 Prozent gesenkt. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", meinte Schmidt. Die Hersteller arbeiteten derzeit daran, ihre Fahrzeuge auf die von Ende 2005 an geltenden Euro-IV-Grenzwerte einzustellen. Dies sei sowohl durch neue Motorentechnik möglich als auch mittels Partikelfiltern, falls technisch nötig oder von den Kunden gewünscht. Vor der IAA hatten unterer anderem Mercedes-Benz und BMW angekündigt, künftig Fahrzeuge mit Rußpartikel-Filter anzubieten. Bisher hat nur Peugeot die Technik im Angebot.


Mehr zum Thema



Newsticker