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VW 7-Gang DSG: Doppelt flutscht besser

Es war plötzlich da, das Supergetriebe DSG, und keiner hat es so richtig bemerkt. Dahinter stecken zwei Kupplungen, Volkwagen und eine Menge Fahrspaß. Klar, dass nun auch die anderen Autobauer versuchen, in die Gänge zu kommen.

Von Michael Specht

Autohersteller lieben Abkürzungen. ABS und ESP sind uns mittlerweile vertraut, haben Einzug gehalten bis in die hinterste Stammtischecke. Nun scheint das Kürzel DSG eine ähnliche Karriere zu starten. Es steht für "direkt schaltendes Getriebe". Entwickelt hat es VW. Rechtzeitig und lange vor den anderen Herstellern haben sich die Wolfsburger Ingenieure bereits im Jahr 2000 Gedanken gemacht, wie man den Komfort einer Automatik mit der Sportlichkeit eines Schaltgetriebes in idealer Weise verbinden kann. Die Antwort lautete: Man benötigt dafür zwei Kupplungen. Nur dann lässt es sich geschmeidig und, wie der Fachmann sagt, ohne Zugkraftunterbrechung beschleunigen. Schaltrucke durch das Wiedereinkuppeln gehören damit der Vergangenheit an. Seit 2003 gibt es das Doppelkupplungsgetriebe DSG schon. Den Anfang machten der Golf und der Audi TT. Während die Konkurrenz noch nicht einmal den ersten Gang eingelegt hat, präsentiert Volkswagen nun bereits die zweite Generation seines Supergetriebes.

Schalten ohne Atempause

Wie funktioniert das Wunderteil? Beschleunigt beispielsweise der Fahrer sein Auto im zweiten Gang (Kupplung 2 ist geschlossen), ist beim DSG schon über Kupplung 1 der dritte Gang vorgewählt. Sobald der Kontakt (entweder am Schalthebel oder an den Lenkradpaddels) erfolgt, öffnet Kupplung 2 und zeitgleich schließt Kupplung 1. Der dritte Gang wurde somit "ohne Atempause" und absolut ruckfrei eingelegt. Merkt der Computer, dass weiter Gas gegeben wird, wählt Kupplung 2 augenblicklich Gang Nummer 4 vor und das Spiel geht von neuem los. Prinzipiell nicht anders läuft dies beim Runterschalten ab. Im DSG von Volkswagen hängen die Gänge 1, 3, 5 und der Rückwärtsgang an Kupplung Nummer 1, die zweite Kupplung ist zuständig für die Gänge 2, 4 und 6. Zwar hatte solch eine Idee vor Jahrzehnten auch schon Porsche, das diese Technik in seine Rennwagen einbaute, doch erst mit Einzug der modernen Elektronik ließ sich das Ganze auch für den normalen Autofahrer im Alltag adaptieren - und bezahlbar machen.

Neues DSG mit sieben Gängen

Über eine Million Mal wurde das DSG mittlerweile verbaut. Die meisten davon im Touran, Passat und Golf. Die höchste Einbaurate hatte der Golf R32 mit über 60 Prozent. Doch auf den Erfolg ihres Genie-Getriebes ruhten sich die VW-Techniker nicht aus. Denn es fehlt eine Ausführung für die kleineren Modelle und Motorvarianten. Sie wurde nun fertig gestellt. Das neue DSG hat sogar sieben Gänge, ist trotzdem kompakter, leichter und effizienter als das bisherige. Wesentlicher Grund dafür dürfte die trockene Doppelkupplung sein gegenüber der bisherigen "nass" im Ölbad laufenden. Eingesetzt wird das "kleine" DSG zunächst im Golf, Golf Plus und Touran, später auch im Polo, Passat und Audi A3, jeweils in Verbindung mit dem 122-PS-Benziner (TSI) und dem 1,9-Liter-Diesel mit 105 PS. Beim TSI sinkt damit der Normverbrauch von 6,3 mit Schaltgetriebe auf 5,9 Liter. Die alte Mähr, dass Motoren mit Automatikgetrieben mehr schlucken als jene mit Handschalter ist damit also vom Tisch.

Die Konkurrenz hat lange gepennt und damit VW einen nur schwer einholbaren Vorsprung eingeräumt. Erst jetzt kündigt Ford für seinen neuen Focus und Volvo für seinen C30 ein Sechsgang-DSG an, nennt es neudeutsch PowerShift. Der Hersteller ist Getrag. Mitsubishi will seinen Lancer Evo X mit einer japanischen Konstruktion ausstatten, BMW hat zusammen mit Getrag eine Siebengang-Box entwickelt, die vermutlich DCT (Douple-Clutch-Transmission) heißen wird. Das Debüt, so ist zu hören, soll im M3-Cabrio im Frühsommer sein. Auch für die Zukunft ist das DSG bestens gewappnet, bietet es den Autoherstellern doch eine ideale Plattform für die Hybridtechnik. Sagt zumindest Getrag. In dessen PowerShift können bis zu zwei Elektromotoren unterschiedlicher Bauart angedockt werden. Durch den extrem hohen Wirkungsgrad des DSG sind damit selbst beim Hybridauto noch ein paar Prozent Spritersparnis drin.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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