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WRI-Studie: Schlechte Umweltschutz-Noten für BMW

Verschärfte Umweltschutz-Vorschriften könnten dem japanischen Autobauer Toyota einen Boom bescheren und deutsche Hersteller in Bedrängnis bringen.

Verschärfte Umweltschutz-Vorschriften könnten dem japanischen Autobauer Toyota einen Boom bescheren und deutsche Hersteller in Bedrängnis bringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des World Resources Institute (WRI) in Washington.

Zusätzliche Kosten

Schlecht schneidet in der Untersuchung der Umweltschutzorganisation vor allem BMW ab: Dem bayerischen Hersteller drohen hohe zusätzliche Kosten, falls in wichtigen Märkten wie der EU und Japan der Ausstoß des Treibhausgases CO2, wie geplant, über die nächsten Jahre immer stärker gesetzlich reduziert wird.

Drei Prozent weniger Gewinn bis 2015

Da BMW gleichzeitig vergleichsweise wenig tut, um Alternativen zum Ottomotor zu entwickeln, sagen die Autoren der Studie vorher, dass der Gewinn des Unternehmens bis 2015 um drei Prozent fallen wird. Toyota dagegen darf auf ein Plus von acht Prozent hoffen. VW und Daimler-Chrysler liegen mit minus einem Prozent und plus einem Prozent im Mittelfeld. Das Schlusslicht bildet Ford mit einem prognostizierten Gewinn-Rückgang von zehn Prozent.

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"Es gibt keinen Zweifel, dass sich verschärfte CO2-Vorschriften spürbar auf die Finanzen der Fahrzeughersteller auswirken werden", sagt Duncan Austin, einer der Autoren der Studie. "Für einige Unternehmen birgt das Risiken, für andere Chancen."

Gewinner Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler könnte zu den Gewinnern gehören, falls sich Brennstoffzellen als Antrieb der Zukunft erweisen - in diese Technik hat das Unternehmen bereits Millionen investiert. VW hat Chancen, von einem Diesel-Boom zu profitieren. Toyota beherrscht beide Technologien und ist zusätzlich der führende Hersteller von Hybrid-Motoren, die Elektro- und Benzinantrieb kombinieren.

In Europa haben sich die Autohersteller freiwillig bereit erklärt, den PKW-Ausstoß an Treibhausgasen bis 2008 um ein Viertel zu reduzieren, gemessen an den Werten von 1995. In Japan schreibt das Gesetz eine Reduzierung um 23 Prozent bis zum Jahr 2010 vor, ebenfalls gegenüber 1995. In den USA, dem größten Fahrzeugmarkt, bemühen sich bisher lediglich einzelne Bundesstaaten - allen voran Kalifornien, den Abgas-Ausstoß der Blechkarawanen einzudämmen. Die Regierung Bush bremst Umweltschützer bisher aus.

Umstellung geht ins Geld

Dennoch rechnet das World Resources Institute damit, dass die Autohersteller bis 2015 ihre Fahrzeuge nach und nach mit saubereren Antriebsarten ausstatten müssen - eine Umstellung, die ins Geld geht: Bei BMW fallen Mehrkosten pro Fahrzeug von 650 Dollar an, schätzt das WRI, bei Daimler-Chrysler sind es 450 Dollar. VW kommt - dank Kleinwagen wie Polo und Golf - mit durchschnittlich 195 Dollar deutlich günstiger weg.

Karsten Lemm

Wissenscommunity