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Spar-Fuchs: Fox

Mit dem Billigangebot Fox will Volkswagen ab Frühjahr knausrige Kunden ködern Deutlich weniger als 10 000 Euro soll der schicke neue Fox in Deutschland kosten.

Der Wolf ist passé, bald kommt der Fuchs. Der neue Volkswagen Fox löst im Frühjahr den Lupo (Basispreis 10150 Euro) ab; der Kleinwagen auf der Polo-Plattform soll "zwischen 8000 und 10000 Euro" kosten, wie VW-Chef Bernd Pischetsrieder sagte. In Brasilien, wo der Fox entwickelt wurde und inzwischen Platz sechs in der Zulassungsstatistik belegt, kostet das Auto noch weniger: umgerechnet 7500 Euro. Allerdings fehlen ihm wichtige Details wie ABS oder Airbags, ohne die der Fox in Deutschland nicht auf die Straße kommt. Auch mit der Crash-Stabilität und dem Schadstoffausstoß der südamerikanischen Version steht es nicht zum Besten.

Seit dem 22. Oktober wird im brasilianischen Volkswagenwerk bei Curitiba (400 Kilometer südwestlich von S‹o Paulo) auch ein Europamodell des Fox gebaut, das alle EU-Sicherheits- und -Umweltvorschriften erfüllt. Eigens für diese Export-variante stellte VW 1000 neue Leute ein, "die das Kapazitätsziel von 810 Autos pro Tag" erreichen müssen, sagte der VW-Vizepräsident Holger Westendorf. Zunächst wird es nur einen Zweitürer für Deutschland geben. Doch eine Fox-Familie ist bereits in Sicht. Ende Oktober auf dem Internationalen Automobilsalon in S‹o Paulo wurden der Viertürer, eine sportliche Variante ("Pepper") sowie das Geländewägelchen Crossfox gezeigt.

Was der Wagen (brasilianische Ausführung) zu bieten hat, klärt der stern-Fahrbericht.

GLANZ & GLORIA:
passabel. Chefdesigner Luiz Alberto Veiga gestaltete einen knuffigen Kleinwagen, der unverkennbar verwandtschaftliche Züge zu den Markenbrüdern Lupo, Polo und Golf besitzt. Erst bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen, dass der schicke Fox ein VW-Neuling ist.

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GLEITEN & GENIESSEN:


prima. In Brasilien, wo 80 Prozent aller Straßen unbefestigt sind, werden an Federung und Fahrwerk hohe Anforderungen gestellt. Die erfüllt der Fox. Selbst auf miserablem Untergrund schüttelt er seine Insassen nicht unangenehm durch. In dem Kleinwagen ist mehr Platz, als dem Auto von außen anzusehen ist: Vier erwachsene Menschen können gut sitzen - allerdings reicht dann der Kofferraum nur für kleines Gepäck. Soll mehr transportiert werden, kann die Rückbank um 15 Zentimeter nach vorn verschoben werden, was jedoch bedeutet, dass es hinten sehr eng wird. Stoffe, Sitze, Instrumente und sonstige Ausstattung liegen auf europäischem VW-Niveau.

GAS & SPASS:


okay. Besonders in der Stadt überzeugt der Kleine als wendiger Flitzer. Nur die Sicht lässt zu wünschen übrig: Der Fahrer sieht weder vorne noch hinten, wo das Auto aufhört. In der brasilianischen Version gibt es wahlweise einen Einliter-Vierzylinder mit 71 PS/53 kW oder ein 1,6-Liter-Triebwerk mit 101 PS/74 kW. Beide gehen recht temperamentvoll zur Sache. Welche Motoren für die Europaversion angeboten werden, ist noch nicht klar. Wahrscheinlich werden es zwei Vierzylinder-Benziner und ein Dreizylinder-Diesel sein.

Geld & WERT:


gut. Weder von außen noch von innen vermittelt der Fox den Eindruck eines Billigautos, und auch an der Verarbeitungsqualität gibt's nichts zu nörgeln.

FAZIT:


Modellpolitisch ist zwar nicht recht klar, warum der kleinere Lupo durch den etwas größeren Fox ersetzt wird, der in direkter Konkurrenz zum Polo steht. Sofern der Wagen jedoch tatsächlich für deutlich unter 10000 Euro angeboten wird, was durch die geringeren Produk-tionskosten in Brasilien möglich wäre, dürfte ein serienmäßig gut ausgestatteter Fox in Deutschland zum Renner werden.

Hans-Robert Richarz / print

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