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Subaru B11S: Grazie, Alfa!

Mit einem Subaru verhält es sich wie mit der Liebesbeziehung aus einem kitschigen Film: es achtet einfach keiner auf die inneren Werte. Robuste Technik, starke Motoren, Allrad-Antrieb - alles da. Nur, dass sich dafür keiner interessiert, wenn die Kiste ungefähr so attraktiv aussieht wie ein alter Gummistiefel.

Mit einem Subaru verhält es sich wie mit der Liebesbeziehung aus einem kitschigen Film: es achtet einfach keiner auf die inneren Werte. Robuste Technik, starke Motoren, Allrad-Antrieb - alles da. Nur, dass sich dafür keiner interessiert, wenn die Kiste ungefähr so attraktiv aussieht wie ein alter Gummistiefel. Damit könnte bald Schluss sein. Mit dem B11S zeigt Subaru, wie man sich in Zukunft so einen Allrad-Japaner vorzustellen hat.

Zwischen Ziel und Wirklichkeit

Premium - dieses Attribut hört man immer wieder aus der deutschen Subaru-Zentrale in Friedberg. Bislang klaffte jedoch zwischen Ziel und Wirklichkeit ein mehr als großes Loch. Neben technischen Ungereimtheiten (der zwischenzeitlich angekündigte Diesel-Motor ist in weite Ferne gerückt) müssen sich die einheimischen Subaru-Lobbyisten noch mit der sturen Modellpolitik der japanischen Zentrale und dem nicht wirklich edlen Outfit der Subaru-Modelle herumschlagen.

Sollte so Subarus Zukunft aussehen?

Design-Schwung aus Italien

Inzwischen blickt man aber auch in Friedberg zuversichtlicher in die automobile Zukunft. Einer der Gründe heißt Andreas Zapatinas und war lange Zeit als Designer bei Alfa-Romeo für die emotionalen Formen der Italiener mitverantwortlich. Mit seinem Wechsel zu Subaru deutete sich ein Paradigmenwechsel im Land der aufgehenden Sonne an. Gute Autos müssen auch gut aussehen. Basta!

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adikaler Auftritt

Wie radikal der Italiener dabei in Japan an die Arbeit geht, zeigt sich auf dem Genfer Autosalon. Subarus B11S begründet nicht nur eine ganz neue Fahrzeugklasse, er trägt seine üppigen Formen auch ungeniert zu Markte. So selbstbewusst durfte sich noch kaum ein Subaru geben. Gespannte Flächen, üppige Linien und extravagante Materialien - so etwas hätte man doch eher italienischen Autobauern zugetraut.

Imposante Frontschürze

Nichts ist übrig, von der unspektakulären Alltäglichkeit, die Subaru bisher einen Zugang zu breiteren Käuferschichten verwehrt haben. Hinter der Kombination aus Ziffern und Buchstaben verbirgt sich ein wuchtiges viersitziges Coupé. Die imposante Frontschürze, die selbstbewusst ausgestellte Radhäuser und mutig gestylte Scheinwerfer und Lufteinlässe geben den Weg für zukünftige Subarus vor.

GTU (Gran Tourismo Utility) nennt sich Subarus Genfer Überraschung. Ein Sportler für verschiedene Anlässe.

Alfa-Ableger

Auffälligstes Detail des B11S ist sicherlich seine extravagante Kühlermaske. Ganz so innovativ, wie es der Pressetext propagiert, ist der beinahe ovale Lufteinlass mit den weißen Subaru-Sternen auf blauem Grund jedoch nicht. Jeder aktuelle Alfa Romeo fährt ein ähnliches Gesicht spazieren.

Dampf aus sechs Töpfen

Den Platz unter der langen Motorhaube konnten die Subaru-Entwickler ganz ohne kopierende Blicke füllen. Ein neu entwickeltes Sechszylinder-Boxertriebwerk haucht dem B11S 400 PS Leben ein. Neu sind sechstöpfige Boxermotoren auch für Subaru nicht. Im großen Legacy-Kombi sorgt ein ähnlicher Treibsatz seit einiger Zeit für Vortrieb. In der Genfer Studie stehen dem Boxer lediglich zwei Turbolader zur Seite, die dem liegend angeordneten Triebwerk eine Leistung von 550 Newtonmeter abpressen.

Traktionsprobleme wird es dennoch kaum geben. Schließlich stehen dem fünfstufigen Automatik-Getriebe alle vier 21-Zoll-Räder zur Leistungsverteilung zur Verfügung.

Ob der B11S jemals bei den Subaru-Händlern stehen wird? Das ist wohl ähnlich wahrscheinlich wie ein Diesel-Boxermotor...

Jochen Knecht
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