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Analyse

Erster Toter bei Unfall: Selbstfahrende Autos fühlen sich zu sicher an - und sind deshalb gefährlich

Ein selbstfahrendes Fahrzeug hat einen tödlichen Unfall verursacht. Die größte Gefahr der Autopiloten: Sie geben den Fahrern das Gefühl, sich zurücklehnen zu können - obwohl sie genauso aufpassen müssten wie immer.

Tesla S

Der Tesla S hat einen Automatik-Modus. Der ist allerdings nur als Test-Version deklariert.

Lange hatten Skeptiker davor gewarnt, nun ist es leider wirklich passiert: Ein selbstfahrendes Auto hat einen Unfall verursacht, der ein Menschenleben gekostet hat. Wer oder was genau schuld an dem Unfall ist, ist noch nicht vollständig geklärt. Trotzdem zeigt der Fall ein gewaltiges Problem der aktuellen Automatik-Funktion: Sie gaukelt dem Fahrer eine Sicherheit vor, die er eigentlich gar nicht hat. Zumindest noch nicht.

Was genau ist passiert? Ein Elektroauto des Herstellers Tesla ist in vollem Tempo in einen Laster gefahren, der im rechten Winkel die Straße kreuzte. Der Wagen geriet unter den Sattelzug, dabei wurde das Dach eindrückt. Erst mehrere Hundert Meter später krachte er in einen Telefonmast, das berichtet die Washington Post unter Berufung auf den Fahrer des Lasters. Der Tesla-Fahrer starb. Er hatte den automatischen Fahrmodus eingestellt, der übernimmt den Wagen komplett. Weder Fahrer noch Wagen scheinen gebremst zu haben.

Weder Wagen noch Fahrer bremsten

Tesla vermutet, dass die automatische Steuerung des betroffenen Modell S die große, weiße Fläche des Anhängers nicht als Hindernis erkannt hat. Für den Autopilot verlässt sich der Wagen auf eine ganze Reihe von Ultraschallsensoren, GPS, Lasern und Kameras, um die Umgebung zu scannen. Er kann sich selbst lenken, die Spur wechseln, bei Bedarf beschleunigen - und natürlich im Notfall bremsen. Eigentlich zumindest.

Warum das Unfallopfer nicht selbst gebremst hat, ist bisher unklar. Der Fahrer kann den Automatik-Modus jederzeit beenden und die Kontrolle wieder an sich reißen. Vielleicht hatte er den Laster im grellen Licht ebenfalls nicht gesehen. Oder er war einfach abgelenkt. Das behauptet zumindest der LKW-Fahrer. Seiner Angabe zufolge habe der Tesla-Fahrer einen "Harry Potter"-Film geschaut. Der wäre immer noch gelaufen, als er das Wrack am Pfahl erreichte. Gesehen will er den Film aber nicht haben, nur gehört.

Der Automatik-Modus macht sicher - zu sicher

Tesla gibt indes an, auf dem 17-Zoll-Bildschirm, der in der Mitte jedes Tesla S könne gar keine Filme abspielen - und erkennt damit das grundsätzliche Problem nicht. Denn natürlich wäre es völlig absurd, den Fahrer nebenbei Filme laufen zu lassen. Die Fahrer können das aber genausogut auf dem Tablet oder Smartphone tun. Das Problem ist vielmehr das offenbar viel zu große Gefühl von Sicherheit, dass der Automatik-Modus dem Fahrer gibt. Das Unfall-Opfer hatte etwa noch vor wenigen Wochen ein Video gepostet, in dem ihn der Automatik-Modus vor einem Unfall bewahrt hatte. Dieses Mal fühlte er sich vielleicht zu sicher.

Nach Teslas Angaben wurden mit dem Automatik-Modus bereits über 200 Millionen Kilometer zurückgelegt. Dass die nicht alle unter höchster Konzentration gefahren wurden, zeigen zahlreiche Videos im Netz. Da filmt der Fahrer mal vom Rücksitz aus, ein anderer wird von draußen beim Schlafen erwischt. Eigentlich sollten beide die Hände am Lenkrad haben, empfiehlt Tesla. Schließlich befindet sich der Automatik-Modus noch in der Testphase. Er muss vom Fahrer aktiviert werden, zudem muss man zustimmen, immer selbst aufzupassen. Das ist aber ein Widerspruch in sich. Denn wo liegt der Vorteil darin, die Kontrolle abzugeben, wenn man dann trotzdem permanent aufpassen muss wie ein Schießhund?

Sicheres Fahren bleibt Zukunftsmusik

Bis automatische Autos das bieten, dürfte es noch einige Jahre dauern. Google hat zumindest seine Pläne verworfen, in den eigenen Automatikautos gar keine Steuerelemente für menschliche Fahrer einzubauen. In Zukunft ist es zwar durchaus denkbar, dass die künstliche Intelligenz der Wagen und ihre Sensoren sie besser fahren lassen als jeden Menschen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Und in der Zwischenzeit müssen wir uns wohl mit dem schlechtesten Kompromiss anfreunden und wie ein extrem aufmerksamer Beifahrer im eigenen Auto sitzen. Oder eben doch selbst fahren und nur im Notfall unterstützt werden.

Tesla S im Test: Der große Stille

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.