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"Cossacks 2: Battle for Europe": Jedem sein Waterloo!

Seit nunmehr fünf Jahren schickt die russische Entwicklerschmiede GSC in regelmäßigen Abständen seine Kosaken in die Echtzeit-Massenschlacht. Diesmal geht's unter anderem um Napoleons größte Niederlage.

"Battle for Europe" ist kein vollwertiges neues Spiel, sondern ein "Stand-alone-Add-on", das auch ohne das Hauptprogramm "Cossacks 2" spielbar ist. Tiefgreifende Neuerungen gegenüber früheren "Cossacks"-Titeln braucht man also nicht zu erwarten.

Was "Battle for Europe" bietet: vier nagelneue, 18 Missionen umfassende Einzelspieler-Kampagnen, in denen es unter anderem um Napoleons 100-Tage-Krieg und um die Verteidigung Polens geht. Die beiden anderen Szenarien thematisieren den Kampf der Spanier gegen die napoleonische Übermacht und den Vormarsch des Rheinbunds auf Wien. Neben der Waterloo-Niederlage des machtbesessenen Korsen (1815) dürfen PC-Befehlshaber weitere historische Schlüsselereignisse wie die Völkerschlacht bei Leipzig (1813) und die erbitterten Kämpfe der Franzosen mit der russischen Armee bei Borodino (1812) nachspielen. Der "Risiko"-ähnliche "Schlacht um Europa"-Modus bezieht in zehn neuen Territorien nun ebenfalls Spanien, Polen und den Rheinbund ins Geschehen mit ein. Mehrspieler-Kriege lassen sich zwischen bis zu sechs Spieler-Generälen im Netz oder Internet ausfechten.

Die bereits aus dem Hauptprogramm "Cossacks 2" bekannten Stärken und Schwächen bestimmen auch "Battle for Europe". Als Schlachtenlenker einer von neun verfügbaren Nationen steuert man riesige Armeen mit Zinnsoldaten-Charme in unterschiedlichen Formationen dem Feind entgegen. Die sich dann entzündenden Schlachten arten stets aufs Neue in Feste der Unübersichtlichkeit aus. Tausende, nur störrisch zu steuernde Soldaten stürzen sich aufeinander und machen das Chaos perfekt - wer Pech hat, erlebt, wie die eigenen Kämpfer demoralisiert die Flucht ergreifen und keinerlei Befehlen mehr gehorchen.

Während man sich in der "Schlacht um Europa" mit diplomatischen und kriegerischen Mitteln einen Sektor nach dem anderen einverleibt, um Macht und Ressourcen zu mehren, gilt es in den "Gefechts"-Missionen auch Aufbauarbeit zu leisten, um erst einmal eine schlagkräftige Armee aus dem Boden zu stampfen. Viel Zeit hat man dafür nicht, denn der Computergegner verhält sich intelligent und fackelt nicht lange.

Cossacks 2: Battle for Europe

Hersteller/Vertrieb

GSC Games World/CDV

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

GSC hat auch bei diesem Add-on keine Verbesserungen am unübersichtlichen Benutzerinterface vorgenommen. Die isometrischen Karten lassen sich nach wie vor weder drehen noch stufenlos zoomen. Zudem erweist sich das Spiel als sehr hardware-hungrig und bringt bei vollem Schlachtengetöse auch leistungsfähigere Rechner zum Ruckeln. Trotzdem: Wer vom Gameplay der "Cossacks"-Reihe nicht genug bekommen kann oder noch keinen Titel der Serie gespielt hat, findet in "Battle for Europe" eine unterhaltsame und knackige Herausforderung. Für alle anderen gilt: Es gibt Besseres ...

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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