"Red Steel" V wii Vendetta


"Red Steel" ist ein zweischneidiges Schwert: Klar, die Steuerung ist dank Nintendos Wiimote-Controller erfrischend anders, wenngleich auch nicht 100-prozentig ausgereift. Aber der Rest: dröge Standardkost. Leider.

Dreh- und Angelpunkt von "Red Steel" ist - wie bei jedem Wii-Game - natürlich die Steuerung. Während der Spieler sein virtuelles Alter Ego Scott mit dem Analog-Stick des Nunchuck-Controllers auf recht gewöhnliche Weise durch die Unterwelt L.A.s und Tokios steuert, werden rivalisierende Yakzuas mit der Wiimote ins Visier genommen. Wer "Red Steel" als klassischen Light-Gun-Shooter mit erweiterter Handlungsfreiheit bezeichnet, liegt anfangs gar nicht mal falsch.

Im späteren Spielverlauf wird bei allerlei Duellen der Schießprügel jedoch immer wieder gegen eine Katana eingetauscht: Zuschlagen, Abwehren, Ausweichen - das alles registrieren Nunchuck- und der Wiimote-Controller recht zuverlässig. Verzögerungen gibt es nur selten. Während die ersten Gegner noch wild fuchtelnd zu Sushi verarbeitet werden, erfordert so mancher Zwischenboss viel Geduld und ein bisschen Taktik. Leider gibt meist das Programm vor, wann die Schwerter sprechen und die Knarren schweigen ...

Wird die Gangster-Zahl erdrückend und die Lage brenzlig, dürfen das "Focus System" aktiviert und mehrere Gegner gleichzeitig anvisiert werden. Weitere Besonderheiten der Steuerung: Durch einen kurzen Ruck des Nunchuck werden Türen geöffnet, Tische umgeworfen und Waffen nachgeladen. Allerdings haben die Programmierer von Ubisoft die Steuerung an anderer Stelle überreizt. Wer einen Widersacher aus der Distanz aufs Korn nehmen will, muss ihn erst mit dem A-Knopf anvisieren und dann auch noch die Wiimote nach vorne schieben, um den Zoom zu aktivieren. Klingt prima, allerdings funktioniert das auf Anhieb nur selten und bei einem Dutzend übel gelaunter Mafia-Schergen mit Maschinenpistolen schon gar nicht ...

Wer trotz anfänglicher Schwierigkeiten und Eingewöhnungsprobleme am Ball bleibt, bekommt eine etwas dröge inszenierte Geschichte vorgesetzt, in deren Verlauf Scott seine Verlobte aus den Fängen einer Yakuza-Bande befreien muss. Aus diesem Grund ballert er sich mit einem Dutzend Wummen durch Fabrikhallen, Bürokomplexe und Nachtclubs. Abwechslungsreich ist das aber nur bedingt. Der Aufbau der Level ist recht linear, die KI der Gegner doof, und die Texturen glänzen vor allem durch ihre Tristesse. Anfangs. Erst wenn sich "Red Steel" seinem blutigen Ende nähert, nimmt der Shooter auch optisch Fahrt auf. Hitzeflimmern, Spiegelungen und dicke Explosionen reichen zwar nicht an aktuelle Xbox-360-Titel heran, zeugen aber auch davon, dass die Wii-Konsole technisch gar nicht so rückständig ist, wie immer vermutet wird.

Red Steel

Hersteller/Vertrieb

Ubisoft/Ubisoft

Genre

Action

Plattform

Wii

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Fazit: Mit "Red Steel" legt Ubisoft einen der wenigen Wii-Titel vor, der sich ausschließlich an ein erwachsenes Publikum richtet - und das in einem Genre, das andere Systeme besser zu bedienen wissen. Neben ihrer gelungenen, aber noch verbesserungswürdigen Steuerung bietet die Unterwelthatz jedoch über weite Strecken nur Standardkost. Zum großen Hit fehlt das gewisse Etwas ...

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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