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"Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros": Alles im Griff

Puzzle-Perle für die Wii: "Zack & Wiki" ist ein familiengerechtes Adventure, dessen Rätsel mit Grips und aktiver Beteiligung gelöst werden müssen.

Es ist ein ungewöhnliches Spiel, das Capcom und Nintendo da auf den Markt bringen. Keine plumpe Sammlung von Minigames, wie sie zuletzt dutzendfach für die Familienkonsole erschienen. Vielmehr gleicht "Zack & Wiki" einem klassischen PC-Puzzle-Adventure. Die Wiimote dient dabei als prima Mausersatz, um Zack durch die Locations zu lotsen, Gegenstände zu untersuchen, aufzunehmen und zu benutzen. Hinzu kommt der Wii-Faktor: Durch das Imitieren der Bewegungen wollen Schlüssel im Schloss gedreht, Hebel aktiv gezogen und Bäume gefällt werden ...

Hinter der bonbon-bunten Comic-Fassade und dem infantilen Gebrabbel der Protagonisten versteckt sich ein rund 15- bis 25-stündiger Rätselmarathon, in dem die Titelhelden - ein schokoladensüchtiger Möchtegern-Pirat und ein fliegender Affe - die goldenen Gebeine des einst großen Freibeuters Barbaros finden müssen. Durch einen Fluch wurden diese über die halbe Karibik verstreut, und das offenbar nicht zu Unrecht. Doch Zack hat nur dessen sagenumwobenes Schiff im Sinn, das er als Gegenleistung für seine Suchdienste erhalten soll.

Über 20 Abschnitte, angesiedelt in den unterschiedlichsten Gegenden, wollen deshalb abgeklappert werden. Die Ausgangslage ist dabei immer dieselbe: Anfangs stehen Zack und Wiki mit leeren Händen da, am Ende wartet eine Truhe. Der Weg dazwischen ist das Ziel. Da muss etwa die Suppe eines Kannibalenstammes mit einem Schlafpilz vergiftet werden, ehe man sich der Flöte des Häuptlings bemächtigen kann, um die Flammen zu besänftigen, die den Weg zur Kiste Schatzkiste versperren. Vereinfacht ausgedrückt.

Während des Spiels ist vieles mit Logik, manches jedoch nur durch das Trial&Error-Verfahren zu bewältigen - zumal Zack immer nur einen Gegenstand mit sich führen darf. Dafür scheint Wiki vielseitiger als ein Schweizer Taschenmesser zu sein. Das goldene Äffchen kann - durch ein kräftiges Schütteln der Wiimote - Tiere in Gegenstände verwandeln. So wird aus einer Schlange ein Greifhaken, aus einem bissigen Tausendfüßler eine Säge ...

Nach kurzer Eingewöhnungszeit steigt die Lernkurve rasch an. Dann machen dem Spieler nicht nur die Rätselnüsse das Leben schwer, sondern auch allerlei Gegner und Fallen. Wer sich die Zähne an einem Levelabschnitt aus- oder immer wieder ins Gras beißt, darf ein recht schräges Orakel um Hilfe bitten, muss aber mit Punktabzug am Ende rechnen - und scheitert deshalb womöglich an einer vorgegebenen Marke.

Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros

Hersteller/Vertrieb

Capcom/Nintendo

Genre

Action-Adventure

Plattform

Wii

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Fazit: "Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros" ist eine wunderbare Puzzle-Perle, deren Glanz nur durch ein paar kleinere Makel getrübt wird. Auf eine echte Sprachausgabe müssen Wii-Piraten verzichten, darüber hinaus arbeitet die Bewegungserkennung nicht immer optimal. Dennoch: Wer einmal angefangen hat, den lässt das Ganze so schnell nicht mehr los ...

Bernd Fetsch/Teleschau / TELESCHAU
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