HOME

Chronik: Fahndungserfolge gegen Kinderpornografie

Nach Schätzungen des US-Zolls sind rund 100.000 Web-Sites weltweit in den Handel mit Kinderpornografie verwickelt.

Nach Schätzungen des US-Zolls sind rund 100.000 Web-Sites weltweit in den Handel mit Kinderpornografie verwickelt. Der Kampf gegen die Internet-Kriminalität ist in den letzten Jahren immer mehr verstärkt worden. Am Freitag gaben die deutschen Ermittler bekannt, dass sie bei der bisher größten weltweiten Operation 38 kinderpornografische Zirkel im Internet gesprengt haben. Dabei gingen die Ermittler von 26.500 tatverdächtigen Internet-Usern in 166 Staaten aus.

Nachfolgend eine Chronik wichtiger Fahndungserfolge seit 2000.

23. Juni 2000

Die griechische Polizei beschlagnahmt bei dem Inhaber einer Videothek in Athen 84 Videokassetten mit kinderpornografischen Inhalten. Die Filme wurden aus dem Internet auf Video überspielt.

29. September 2000

Nach Angaben des Bundeskriminalamts sollen Ermittlungsverfahren gegen mehr als 1.000 Personen eröffnet werden. Sie sollen eine über T-Online ins Netz gestellte Seite mit Pornobildern von Kindern aufgerufen haben. Diese sei binnen kurzer Zeit über 500.000 Mal angeklickt worden.

28. Dezember 2000

Erstmals setzt die amerikanische Bundespolizei FBI einen mutmaßlichen Kinderporno-Händler auf die Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher. Der Mann leitete in Bangkok eine Musikschule für Kinder.

9. Januar 2001

Bei der Auswertung des PC eines Verdächtigen stößt die Karlsruher Polizei auf rund 40.000 pornografische Bilddateien und etwa 2.000 Dateien kinderpornografischen Inhaltes.

10. Januar 2001

Über den halben Globus hinweg ermöglicht die Zusammenarbeit eines deutschen Providers mit dem BKA die Aufdeckung eines Falles von Kinderpornografie im Internet. In Japan wird ein Mann inhaftiert, in dessen Besitz sich 750 einschlägige Dateien befinden.

17. Januar 2001

Die schwedische Polizei deckt einen regen Internet-Handel mit Kinderpornos auf. Mehr als 50 Personen sollen darin verwickelt sein. Sieben Personen werden festgenommen.

8. März

Die Polizei durchsucht Räume des Leiters eines Hilfsprojekts für Straßenkinder in Halle wegen Verdachts der Verbreitung von kinderpornografischen Bildern.

27. März

Amerikanische und russische Polizisten zerschlagen gemeinsam einen Kinderpornografie-Ring. Neun Personen werden festgenommen, in den USA werden außerdem 15 Haftbefehle ausgeschrieben. Die russische Web-Seite, über die das Geschäft abgewickelt wurde, war bereits im Dezember 2000 von der Moskauer Polizei geschlossen worden.

3. April 2001

Die Polizei sprengt einen Kinderporno-Ring in Sachsen-Anhalt. 1.500 Videos, Hunderte CDs und Zeitschriften sowie Computer, Kameras und Rekorder werden sichergestellt. Sechs Männer und eine Frau aus Magdeburg und dem Umland werden verdächtigt, Kinder zum Sex gezwungen und dabei gefilmt oder fotografiert zu haben. Zudem ermittelt die Kripo Niedersachsen in dem Fall gegen drei Braunschweiger.

21. April 2001

Die tschechische und spanische Polizei zerschlägt zwei Kinderporno-Ringe. In Tschechien verhaftet die Polizei insgesamt 87 Personen, darunter drei Deutsche. In Spanien verhaften die Ermittler acht Personen. Nach Angaben der Behörden gehörten mindestens 54 Händler in aller Welt zu dem Ring.

27. April 2001

Die Nürnberger Polizei leitet gegen einen 36-jährigen Mann ein Verfahren wegen des Besitzes von Kinderpornografie und des Verdachts des Vorrätighaltens zum Zwecke der Verbreitung ein. Bereits im vergangenen November waren bei dem Mann mehrere CD-ROM und die Computeranlage sichergestellt worden.

8. August 2001

Amerikanische Ermittler fassen rund 100 Verdächtige. Im Zentrum des Geschäfts, das pornografische Bilder an rund 250.000 Abonnenten über das Internet weiterleitete, steht eine Firma in Fort Worth/Texas.

14. November 2001

Laut BKA werden bei zeitgleichen Razzien in 14 Ländern Computer, Datenträger, Videos und schriftlichen Unterlagen beschlagnahmt. Gegen 2.200 Personen wird weiter ermittelt.

4. Dezember 2001

Die italienische Polizei durchsucht bei einer Razzia Dutzende Häuser im ganzen Land und stellt Computer, Videokassetten und Disketten sicher. Die Beamten nehmen in Venedig fünf Mitglieder eines mutmaßlichen Pädophilen-Rings fest.

23. Januar 2002

Nach einem Hinweis des BKA nimmt die australische Polizei im Bundesstaat Queensland einen Mann fest. Bei ihm werden mehr als 1.300 Textdateien und etwa 21.000 Bilddateien mit kinderpornografischem Inhalt beschlagnahmt.

30. Januar 2002

Mehr als 50.000 Kinderporno-Bilder - größtenteils aus Asien - werden bei einem Mann im oberbayerischen Schliersee sichergestellt.

19. März 2002

Das FBI zerschlägt einen Kinderporno-Ring im Internet. Insgesamt stehen 86 Menschen aus 26 US-Staaten unter Tatverdacht. Das FBI kam den den Verdächtigen durch eine Kooperation mit dem Internetdienst Yahoo auf die Spur.

20. März 2002

Polizei und Zollbehörden in Deutschland, Großbritannien, Japan, Kanada, den Niederlanden, der Schweiz, Schweden, Spanien und den USA starten eine gemeinsame Durchsuchungsaktion wegen des Verdachts der bandenmäßigen Verbreitung von Kinderpornografie im Internet. In Deutschland werden drei Tatverdächtiger festgenommen, eine Reihe weiterer im Ausland.

2. Juli 2002

Bei Razzien in Deutschland, England, den Niederlanden, Dänemark, Belgien, Italien und Spanien werden rund 50 Tatverdächtige festgenommen. Der Kinderporno-Ring nennt sich „Schatten-Bruderschaft“, und die meisten Tatverdächtigen agierten von Deutschland aus im Internet. Hier werden 37 Wohnungen und Büros von 34 Beschuldigten in elf Bundesländern durchsucht.

20. September 2002

Nach Ermittlungen gegen die US-Firma Landslide, die mit kinderpornografischen Websites rund 5,6 Millionen Euro erwirtschaftete, durchsucht die deutsche Polizei in 14 Bundesländern 1.100 Wohnungen und stellt Computer, fast 47.000 Datenträger und 25.000 Videos sicher. Der Geschäftsführer der US-Firma war im August 2001 von einem US-Bundesgericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das BKA ermittelt gegen 1.400 Verdächtige. Ein 45-jähriger Verdächtiger im Landkreis Ansbach in Mittelfranken begeht Selbstmord. In der Schweiz sind rund 1.300 Verdächtige im Fall Landslide im Visier der Justiz, darunter auch Lehrer, die suspendiert werden.

8. Oktober

Die Polizei durchsucht 22 Objekte, deren Adressen sich bei einem 49-jährigen Nürnberger gefunden hatten.

4. September 2003

In der Schweiz finden Hausdurchsuchungen bei 15 Verdächtigen statt, nachdem aus den USA Beweismaterial zur Verfügung gestellt worden war.

26. September 2003

Bei der bisher größten weltweiten Operation unter dem Namen "Marcy" sprengt die Polizei 38 kinderpornografische Zirkel im Internet. Die Ermittlungen werden von Polizei und Staatsanwaltschaft in Sachsen-Anhalt koordiniert. Es heißt, weltweit seien 26.500 tatverdächtige Internet-User in 166 Staaten, darunter auch USA und Australien, von den Ermittlungen betroffen. In Deutschland stehen 530 mutmaßliche Täter im Verdacht, kinderpornografisches Material zu besitzen oder verbreitet zu haben.