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Computerspiel trifft reale Welt: Vier Tage leben wie die "Sims"

Eine niederländische Familie ist für vier Tage in eine Wohnung mit Glaswänden gezogen, wo sie von Passanten und per Webcams beobachtet wurden. Das war keine neue Staffel von "Big Brother" - sondern ein Marketinggag für ein Computerspiel.

Frans und Marian Sturkenboom haben die virtuelle Puppenstubenwelt der "Sims" in die Wirklichkeit geholt: Zu ihrem 29. Hochzeitstag begaben sie sich zusammen mit ihren beiden Söhnen am Stadtrand von Utrecht in eine Wohnung mit zwei Glaswänden - und lebten vier Tage lang unter den Augen von Passanten und tausenden von Internet-Surfern.

Die umgekehrte Simulation der virtuellen Welt im richtigen Leben wurde von Electronic Arts, dem kalifornischen Hersteller des Computerspiels, zum Start der niederländischen Ausgabe der "Sims 2" organisiert. Auch Familie Sturkenboom bekam Aufgaben für ihren Alltag gestellt. Diese beschränkten sich aber nicht auf Anweisungen wie Plaudern, Essen und Duschen.

Absurde Aufgaben

Zu den etwas komplizierteren Aufgaben gehörte etwa die Aufforderung, sich aus jeder der zwölf Provinzen in den Niederlanden einen Goldfisch liefern zu lassen. Rund um die Uhr standen die Sturkenbooms unter Kontrolle. Nach 22.00 Uhr wurden die Glaswände zwar mit einem Vorhang abgedeckt. Im Internet konnte man das Familienleben - mit Ausnahme der Vorgänge im Badezimmer - aber weiter beobachten.

"Wir mögen die Sims, und die Idee gefiel uns", sagte der 17-jährige Sohn Roy. Aber vier Tage sind auch genug. "Wenn es eine ganze Woche gedauert hätte, wäre ich vielleicht vorher gegangen." Zur Belohnung für den ungewöhnlichen Rollentausch bekommen die Sturkenbooms 2.500 Euro für die Anschaffung von Unterhaltungselektronik.

AP / AP
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