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Galaxy Tab Pro 10.1 auf der CES: Samsung baut das dünnere iPad Air

Dünner und so leicht wie das iPad Air: Samsung hat mit dem Galaxy Tab Pro 10.1 auf der CES Apple herausgefordert. Die Südkoreaner brauchen dringend einen Erfolg gegen den Dauerrivalen aus Cupertino.

Von Christoph Fröhlich

Es ist ein ewiges Hin und Her: Apple bringt ein neues Gadget auf dem Markt, Samsung legt kurz darauf nach und quetscht jede nur erdenkliche Technologie in das Gerät. Mit seinen als Alleskönner vermarkteten Geräten sind die Südkoreaner zur Nummer eins am Handymarkt aufgestiegen. Mehr als 160 Millionen Mal wurden die Galaxy-S-Smartphones weltweit verkauft. Nachholbedarf gibt es dagegen bei den Tablets, hier dominiert Dauerrivale Apple seit Jahren. Das iPad, so scheint es, trotzt jeder Konkurrenz. Das soll sich nun ändern: Mit einer großen Tablet-Offensive auf der CES in Las Vegas will Samsung Apple vom Thron stoßen.

Das Herzstück des neuen Tablet-Lineups ist das Galaxy Tab Pro 10.1. Wie der Name vermuten lässt, hat der Flachrechner ein 10,1 Zoll großes Tablet (zum Vergleich: iPad Air 9,7 Zoll) mit einer Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln. Damit ist es schärfer als Apples Retina-Display. Das Galaxy Tab wiegt in der Wlan-Variante 469 Gramm und damit exakt genauso viel wie das iPad Air, das bei seiner Vorstellung im Oktober wegen seines geringen Gewichts und seiner schmalen Maße gefeiert wurde. Wie fast alle Samsung-Produkte bestehen auch die neuen Tablets aus Kunststoff, wodurch das Gerät sogar etwas dünner ist (7,3 statt 7,5 Millimeter), dafür aber weniger edel wirkt. Praktisch: Das Galaxy-Tablet lässt sich im Gegensatz zum Apple-Pendant via microSD um bis zu 64 Gigabyte erweitern, außerdem hat die Acht-Megapixel-Kamera auf der Rückseite einen Blitz.

Schneller als Apple?

Das Galaxy Tab Pro 8.4 dürfte neben dem LG G Pad 8.3 der wohl ärgste Herausforderer des iPad Mini sein. Trotz des etwas größeren Displays ist das Gerät leichter und dünner, die Ausstattung ist ansonsten identisch mit dem 10,1-Zoller.

Neu im Sortiment sind das Note Pro 12.2 und das Galaxy Tab Pro 12.2: Mit 31 Zentimeter Bilddiagonale erinnern die Mega-Tablets eher an Netbooks als an portable Flachrechner. Dieser Schritt kommt nicht überraschend: Samsungs Strategie aus dem Smartphone-Bereich, Geräte in allen nur erdenklichen Bildschirmgrößen für verschiedene Ansprüche des Kunden anzubieten, wird nun auch konsequent bei den Tablets umgesetzt. Zugleich folgt Samsung der Vorgehensweise von Apple und bietet in allen Geräten die gleiche technische Ausstattung an. Mit dem übergroßen 12,2-Zoller könnte Samsung dem Konkurrenten sogar zuvorgekommen sein: Branchenexperten erwarten für 2014 eine Art iPad Pro, das sich vor allem an Business-Kunden richten soll.

Der Erfolg auf dem Tablet-Markt ist für Samsung entscheidend. Trotz guter Verkaufszahlen bei den Smartphones erwartet das Unternehmen für das Schlussquartal 2013 Gewinn. Im Vergleich zum Rekordergebnis des dritten Quartals kalkuliert Samsung mit einem Rückgang um 18,3 Prozent. Kurz vor Beginn des vergangenen Quartals hatte Apple seine neuen iPhone-Modelle auf den Markt gebracht. Das könnte die Verkäufe der Südkoreaner bei teuren Smartphones gebremst haben, während bei günstigen Geräten die Konkurrenz asiatischer Billiganbieter immer größer wird. Der Tablet-Markt dagegen gilt weiterhin als Wachstumsmarkt.

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