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iOS 5 im Test So gut ist Apples mobile Schaltzentrale


Nach Monaten des Wartens ist die neue Version des mobilen Apple-Betriebssystems erhältlich. Die Zeichen stehen gut, dass iOS 5 hält, was es verspricht.

iOS 5, Apples neueste Version des mobilen Betriebssystems, ist da. Der Ansturm der iPhone-, iPad- und iPod Touch-Nutzer war so groß, dass die Apple-Server zeitweise in die Knie gingen. Wer iOS 5 aber auf sein Gerät spielen konnte, kann sich über viele neue Funktionen freuen. Wir haben einen Blick auf die neue mobile Schaltzentrale geworfen und stellen die wichtigsten Änderungen und Verbesserungen vor.

Mitteilungszentrale:

Mit iOS 5 ist es leicht, immer auf dem aktuellsten Stand der Dinge zu sein und zu bleiben. Angelehnt an das Benachrichtigungssystem von Android, werden einem auf dem Lock-Screen (Verriegelungsbildschirm) die aktuellsten Mitteilungen angezeigt. Diese Funktion kann aber auch deaktiviert werden. Die Einstellungen zu den Benachrichtigungen sind einfach zu konfigurieren beziehungsweise zu deaktivieren, denn gerade die Meldungen von Facebook sind zu wortreich und informieren einen tatsächlich über alles - wirklich alles - was im sozialen Netzwerk passiert. Es kann auch die Erscheinung der Benachrichtigungen geändert werden. So gibt es die Möglichkeit, die Nachrichten als Banner anzeigen zu lassen wie zum Beispiel Börsennachrichten, die dann permanent im oberen Teil des Telefons durchlaufen. Darüber hinaus können diese mit einer Wischgeste durchsucht werden. Es kann außerdem vom Verriegelungsbildschirm direkt auf die jeweilige App (wie Facebook) zugegriffen werden und auch umgekehrt kann man, während eine Anwendung geöffnet ist, die Benachrichtigungen vom oberen Rand nach unten ziehen, um sie so zu öffnen.

Kamera:

Auch auf die Kamera kann direkt vom Lock-Screen zugegriffen werden. Dazu muss nur die Home-Taste zweimal gedrückt werden und schon erscheint das kleine Kamera-Symbol rechts unten auf dem Bildschirm neben der Tastensperre. Dieses Symbol tippt man dann an und schon ist die Kamera betriebsbereit und der Lautstärkeregler "lauter" dient dann als Auslösetaste. Die Kamera ist dadurch schneller zugänglich und wesentlich nützlicher als zuvor. Innerhalb der Photos App kann man einfache Fotobearbeitungsfunktionen wie Zuschneiden, das Korrigieren von roten Augen und die Auto-Optimierung der Aufnahme nutzen. Mit der nun integrierten iCloud wird ein großartiger Fotostream gewährleistet, der automatisch alle Fotos die mit der Kamera aufgenommen werden, auf alle anderen eigenen i-Geräte überträgt und in dem jeweiligen Fotoordner der Geräte speichert.

Browser:

Safari wird schneller und erhält zwei neue Schlüsselfunktionen der Desktop-Version. Mit der Reader-Funktion werden Anzeigen und unnötige Aufbauelemente der Seite entfernt und man erhält eine einfache, leicht lesbare Struktur, um Nachrichten, Beiträge und Artikel übersichtlich lesen zu können. Eine weitere Neuerung ist die Leseliste (Reading List), mit der noch nicht gelesene Seiten für später gespeichert werden können. Diese Funktion ähnelt dem beliebten Instapaper. Es ist aber anzuraten, Instapaper zu behalten, denn Reading List setzt nur Lesezeichen und synchronisiert den Text, aber es ist nicht möglich, diesen dann offline im Cache zu lesen. Das aber bietet Instapaper. Für das iPad erhält der Safari-Browser Tabs, zwischen denen problemlos und schnell gewechselt werden kann. Das Beste aber ist, dass die Tabs beim Wechseln nicht mehr automatisch neugeladen werden. Das war in der Vergangenheit besonders nervenaufreibend, wenn man im Offline-Modus gearbeitet hat. Die Bildschirme von iPhone und iPod sind für die Tab-Funktion zu klein und müssen ohne diese auskommen.

Erinnerungen:

Reminders ist eine App, bei der man eine Vorstellung von der Zukunft der Technik bekommt. Das Telefon übernimmt quasi die Funktion des Gehirns und erinnert einen an Orte, an denen man gewesen ist und auch an Orte, die man in Zukunft besuchen möchte. Man kann also sein iPhone mit folgendem beauftragen: "Liebes Telefon, bitte erinnere mich daran, dass ich ins Übel & Gefährlich gehe, wenn ich das nächste Mal in Hamburg bin." Die App kann ortsbezogen arbeiten, hat aber ihre Grenzen, denn es gibt nur zwei Wege den gewünschten Ort mitzuteilen. Entweder über die Standortfunktion (man muss sich also vor Ort oder in der Nähe befinden) oder über die Adresseingabe. Eine Kartenfunktion wäre hier sehr nützlich gewesen. Die Erinnerungen können ebenfalls in die Benachrichtigungen des Verriegelungsbildschirms integriert und mit iCal (Terminverwaltungsprogramm für Mac OS X) und Outlook synchronisiert werden.

iCloud:

Das Herz von iOS 5 ist ganz klar die iCloud. Die Nutzung der iCloud als Speicherservice ist für die ersten 5 GB kostenlos, aber nicht nur zum Speichern ist die iCloud sinnvoll. Es können kabellose Back-ups und automatische Synchronisierungen zwischen den eigenen i-Geräten vollzogen werden. Man sollte jedoch Vorsicht walten lassen, nicht den zur Verfügung stehenden Speicherplatz mit Inhalten zu füllen, die man nicht zwingend braucht. Man kann hierzu über Einstellungen - iCloud jeweilige Änderungen vornehmen.

iMessage:

Der Dienst iMessage ist in der Lage, Videos zu senden und eingehende Nachrichten sofort zu lesen. Es funktioniert problemlos und einfach. Eine Besonderheit ist, dass sobald man eine Nachricht an ein anderes iOS-5-Telefon sendet, die Nachricht kostenlos über die Internetverbindung statt den kostenpflichtigen SMS- oder MMS-Dienst gesendet wird. Man erkennt an der Änderung der Sende-Farbe von grün zu blau, ob der kostenlose Übertragungsweg genutzt wird. Das Prinzip funktioniert auch beim Versenden von Fotos und Videos und ist an den BlackBerry Messenger angelehnt.

Keyboard (nur für iPad):

Diese Funktion ist nur für das iPad nutzbar. Sobald das Keyboard auf dem Touchscreen des iPad erscheint, werden dünne Linien auf der Keyboard-Taste unten rechts sichtbar. Wenn man diese berührt und festhält kann man das Keyboard beispielsweise nach oben in die Mitte des Bildschirmes schieben oder es sogar in der Mitte teilen, um schneller mit der Daumentechnik schreiben zu können. Das ist eine clevere Funktion, aber durch die Teilung verkleinern sich die Tasten auf iPhone-Größe und sind schwerer zu treffen. Das iPad erhält außerdem die Unterstützung von Vier- oder Fünf-Finger-Gesten sowie eine Multitasking-Leiste. Auch das nach rechts und links Wischen, um zwischen einzelnen Apps zu wechseln, steht nur dem iPad zur Verfügung.

AirPlay:

Einige der iOS-5-Funktionen, wie das Keyboard für iPads, sind nur auf bestimmten Geräten nutzbar. Auch die AirPlay-Funktion, mit der aufgenommene Videos auf ein Fernsehgerät übertragen werden können, benötigt bestimmte Voraussetzungen. Entweder verfügt man über ein AirPlay-fähiges Endgerät, wie sie jetzt verstärkt auf den Markt gebracht werden oder über die Apple-TV-Box. Gestreamt werden kann dann aber auch nur vom iPad 2 oder vom iPhone 4S aus. Andere Geräte verfügen noch nicht über die AirPlay-Funktion. Eine weitere Neuerung ist, dass iPhone und iPod eine eigene App für Videos erhalten haben.

Weitere Funktionen:

Das Game Center wurde optimiert und beinhaltet nun Profilbilder, Vorschläge für Freunde und die Spielergebnisse im Stil des Xbox-LIVE-Service. Die Erscheinung des Kalenders hat sich ebenfalls verändert, so wird für das iPad eine Jahresansicht und für den iPod oder das iPhone eine Wochenansicht geboten. Es gibt außerdem den Zeitungskiosk, wo alle abonnierten Magazine und Zeitungen wie in einem Bücherregal zum Abruf bereitstehen. Twitter wurde direkt in die Struktur des OS aufgenommen, sodass aus den Apps heraus getwittert werden kann. Dafür muss aber dennoch zuvor die Twitter-App heruntergeladen werden, um das Feature in iOS 5 nutzen zu können. Eine der wohl wichtigsten Änderungen ist die "Over the air"-Funktion von iOS 5. Dadurch ist es nun nicht mehr notwendig, die mobilen i-Geräte mit dem Computer über ein Kabel zu verbinden. Daten können aktualisiert und synchronisiert sowie Apps und Updates ohne direkte Verbindung heruntergeladen werden.

Fazit:

Da es einige Zeit gedauert hat, bis Apple sein neues OS ins Rollen brachte, ist der Überraschungseffekt nicht mehr allzu groß. Dennoch schafft es Apple, iOS 5 neu und innovativ erscheinen zu lassen. Es ist kein extrem großer Schritt den Apple gemacht hat, denn besonders hinsichtlich der Benachrichtigungen hat Apple nun an den bereits üblichen Android-Standard aufgeschlossen. Es ist aber ein sehr solides und wichtiges Update eines ohnehin schon fantastischen Betriebssystems.

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