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Playstation Home: Vergnügungspark ohne Vergnügen

Mit "Playstation Home" will Sony seine Konsole um eine virtuelle Welt erweitern, in der Videospieler sich treffen, miteinander spielen und Geld ausgeben sollen. stern.de hat sich darin umgesehen - und musste flüchten.

Von Sven Stillich

Es ist immer wieder aufregend, eine neue Welt zu betreten: Lese ich die ersten Seiten eines Buches, bin ich voller Vorfreude auf das Abenteuer, das mich erwartet, starte ich ein Videospiel zum ersten Mal, weicht mein Blick nicht vom Bildschirm. Ich bin also gespannt, wie es mir in dieser neuesten Welt gefallen wird, als ich "Playstation Home" auf die Festplatte meiner Konsole lade - schließlich habe ich lange warten müssen auf Sonys "gesellige Spiele-Community", wie das Unternehmen sein Online-Angebot selbst beschreibt. Doch noch bevor ich dort geboren werde, hält mir Home schon ein Warnschild hin: "Benutzer müssen sich stets gesetzeskonform verhalten", steht da in den Nutzungsbedingungen, die ich akzeptieren muss. Hm. Etwas anderes hatte ich auch nicht vor, oder zumindest hatte ich nicht den Vorsatz, von jetzt auf gleich straffällig zu werden. Ich akzeptiere also, lieb zu sein - und beschließe zudem, penibel darauf zu achten, was ich in meinem neuen Heim sage oder mache: Gerade hat mich Sony auf meinem Bildschirm darüber informiert, dass "sämtliche Vorgänge sowie ihre gesamte Kommunikation mit oder ohne ausdrücklichen Hinweis überwacht und aufgezeichnet werden können." Ob sich Wolfgang Schäuble bei Home schon angemeldet hat?

Meine Stimmung ist ein wenig gedämpft, aber ich mache dennoch weiter. Als erstes erstelle ich mir wie üblich einen Avatar, eine Pixelfigur, mit der ich durch Playstation Home navigieren werde. Ein virtuelles Wesen, das für die anderen Avatare "ich" sein wird. Ich mache mir also die Haare schön und die Nase hübsch, ich ziehe mir ein weißes T-Shirt an, eine Jeans, braune Schuhe und eine schwarze Brille. Seltsam, wie klein die Auswahl hier ist - aber noch ist Home ja noch nicht fertig, sondern eine digitale Baustelle. Vielleicht wird meine Kleiderkammer während der vor wenigen Tagen gestarteten öffentlichen Beta-Testphase noch gefüllt.

Eher karg als minimalistisch

Dann betrete ich in die Welt: Möwen schreien, die Sonne scheint, und ich finde mich wieder in einem Appartement. Ein paar Sessel stehen da, ansonsten ist meine Wohnung eher karg als minimalistisch. Die Grafik ist schön und besser als bei Second Life, es sieht aus wie ein zeitgenössisches Videospiel. Nur etwas sauberer und gesetzeskonformer. Home fordert mich auf, auf den Balkon zu gehen und mich umzublicken. Auch sehr schön hier, da unten liegen ein paar Yachten im Hafen. Ich lerne, wie ich Gesten mache: Über die Menüfolge "Grüßen - Winken" winke ich, über "Feiern - Applaudieren" klatsche ich in die Hände. Ich tanze, setze mich hin und stehe wieder auf. Nach ein paar Minuten wird mir langweilig. Ich wähle "Unterhaltung - Gähnen".

Nun will ich raus in die Welt. Ich kann den "Home-Platz" besuchen, um in der "mondänen Umgebung alte Freunde zu treffen und neue kennen zu lernen", ich könnte ins Kino oder Bowlen gehen. Ich wähle den Treffpunkt und muss erst einmal 42,6 Megabyte auf meine Platte herunterladen, bevor ich dahin darf - das hat Second Life flüssiger hinbekommen. Und der "Platz" ist leider auch überhaupt nicht mondän, im Gegenteil: Er wirkt eher wie eine Fußgängerzone aus dem Fußgängerzonenkatalog, etwas, auf das jeder Vorortbürgermeister stolz wäre. Vereinzelt laufen ein paar Avatare herum. Beherrscht wird der "Platz" jedoch von Werbung: Poster machen Reklame für Sony-Spiele, eine Videoleinwand wirbt für Sony-Spiele und Sony-Hardware und einen Sony-Kinofilm. Dazu läuft Musik, der Song "You got the whole world in your hands". Das Lied kenne ich aus einem Sony-Werbespot. Ein paar Avatare tanzen dazu, andere vertreiben sich die Zeit: "Coco950" rennt immer wieder gegen eine Wand, "ehs1418" spricht spanisch, und viele männliche Figuren knüllen sich um den einzigen weiblichen Avatar hier. "Sas456852" will wissen, wo ich herkomme, ich sage "Hamburg", und er rennt weg. Überhaupt wird hier viel "Woher kommst du?" und "Where r u guys from?" gefragt, eigentlich ist es das einzige Thema. Und das ist verständlich: Viel zu reden gibt es über diese Welt auch nicht - und niemand hier hat etwas an sich, über das man sich austauschen wollte. Alle sehen gleich aus, gleich jung, gleich casual, gleich fun-orientiert. Ich würde jetzt gerne etwas Provozierendes rufen, nur um zu gucken, ob dann gleich die Sony-Polizei kommt - aber es ist mir zu anstrengend, so viel Text über den Playstation-Controller einzugeben.

Der ehrlichste Ort ist das Einkaufszentrum

Also lieber ins Kino (32,7 MB). Mal sehen, was dort läuft. Als erstes sehe ich: Poster, die für den kommenden Film "Watchmen" werben, dann startet ein Video, in dem der Regisseur des Films sagt, dass ich mir den Trailer ansehen soll. Das mache ich. Hübsch. Nebenan präsentiert Red Bull einen Film über den Snowboarder Shaun White. Dabei fällt mir ein, dass es hier in Home auch eine Red-Bull-Werbeinsel geben soll, die ich aber nicht finde. In einem anderen Kino läuft Werbung für das Musikspiel "Rock Band 2". Ich flüchte und gehe bowlen. An den Wänden wird für Sony-Videospiele geworben. Ich flüchte erneut und gehe ins Einkaufszentrum - das wird wohl der ehrlichste Ort dieser Welt sein.

Hier wird mir auch ein wenig klarer, warum die Kleiderkammer am Anfang so leer war. Ich soll mir die Ausrüstung für meinen Avatar schließlich hier kaufen: Einen Pulli oder eine Jeans für 75 Cent zum Beispiel, ein Sommerhaus für 4,99 Euro oder einen Sommerhaus-Stuhl für 99 Cent. Wenn ich will, kann ich in Home sogar meinen eigenen Club aufmachen und Freunde einladen. Das kostet 4,99 Euro, und ich muss nicht einmal Miete zahlen. Zumindest noch nicht: In den Nutzungsbedingungen steht, dass Sony irgendwann "eine noch nicht festgesetzte Gebühr ergeben wird, die dann alle 30 Tage fällig wird".

Ich kehre in mein Appartement zurück, setze mich in einen Sessel, den mir Sony gratis dahin gestellt hat, und ich frage mich: Was soll ich in dieser Welt eigentlich machen? Oder genauer: Was soll ich hier tun, das über Konsumieren hinausgeht? Diese Welt hat - zumindest in dieser Bauphase - keinerlei anderen Reiz. Ich kann Werbevideos betrachten, mit anderen Avataren Belanglosigkeiten austauschen und danach mit ihnen einkaufen gehen. Seit Jahren wird in der Videospielindustrie über "Ingame"-Werbung diskutiert, über interaktive Reklame, die in Spiele eingeblendet wird. Sony ist bei Playstation Home viel konsequenter: Ihr ganzes Spiel besteht aus Werbung und Kommerz - ohne das würde die virtuelle Welt in sich zusammenfallen. Ich konsumiere, also bin ich. Und nur, solange ich das tue, bin ich als "Benutzer" für Sony und seine Partner etwas wert.

Ich muss an Second Life denken und was diesem Metaversum alles vorgeworfen wurde: Es ginge den Nutzern nur darum, Geld zu verdienen, das Ganze hätte kein Ziel und sei deswegen langweilig, alle seien nur hübsch und jung und angepasst. Ja, das ist auch wahr. Aber nur "auch". Denn in Second Life kann immer um die nächste Ecke die Anarchie lauern, etwas Unvorhersehbares, vielleicht auch etwas Böses, Provokatives - etwas, das nicht jedem gefällt. Das kann Sony auf der Werbeinsel Home natürlich nicht brauchen. Und: In Second Life kann jeder etwas herstellen, erfinden, bauen - und wenn es fertig ist, gehört es ihm allein. Er kann es verschenken oder verkaufen. So etwas Ähnliches plant Sony wohl auch. Das Unternehmen nennt das "Benutzer-Material". Und am spannendsten an Home ist der Abschnitt aus den Nutzungsbedingungen, der sich damit befasst: "Sie autorisieren uns und unsere angegliederten Unternehmen ... dazu, Ihr Benutzer-Material zu lizenzieren, zu verkaufen und auf sonstige Art und Weise kommerziell zu verwenden ... sowie damit für Playstation-Produkte und -Dienste zu werben, ohne dass Sie dafür finanziell entschädigt werden. Ohne unsere Zustimmung dürfen Sie Benutzer-Material nicht selbst kommerziell verwenden. Sie verzichten auf alle moralischen Rechte an Ihrem Benutzer-Material. Sie verzichten auf alle Urheberpersönlichkeitsrechte, die Sie an Ihrem Benutzer-Material haben mögen."

Ich verzichte.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.