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Reaktionen auf Steve Jobs' Tod: Apple-Kurs gibt leicht nach

Google spendiert ihm einen Link, die Verkäufe seiner Biografie steigen um 42.000 Prozent und die Börse lässt Apple-Aktien fallen - die Reaktionen auf den Tod von Steve Jobs.

Apple-Kurs gibt leicht nach

Der Tod von Apple-Gründer Steve Jobs hatte bereits im deutschen Handel den Aktienkurs des Unternehmens nach unten gezogen. Bis zu 3,4 Prozent hatte das Papier zeitweilig verloren. Im Laufe des Tages aber erholte es sich wieder. Zum Start der US-Börsen gab die Apple-Aktie ebenfalls nach, zunächst allerdings nur um 0,4 Prozent. Damit waren die Anteilscheine 377,20 Dollar wert.

Steve Jobs: Vater des zeitgenössischen Designs

Steve Jobs und Apple haben die digitale Kultur der Gegenwart maßgeblich beeinflusst: "Unsere Verhaltensmuster, unserer Umgang mit elektronischen Medien und unser Design-Verständnis wurde verändert", sagt Ina Grätz, die derzeit am Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe eine Ausstellung über das Design von Apple betreut. Als Jobs 1997 zu Apple zurückgekehrt sei, habe er dem Design eine größere Rolle zugeschrieben, so die Kunsthistorikerin. "Computer sollten plötzlich eine hohe ästhetische Qualität haben." Das heutige Design habe sich dann um das Jahr 2000 etabliert. "Seitdem verfolgt es das Prinzip Einfachheit, Schlichtheit und Purismus. Wir können bei allen Geräten eine geometrische Grundform erkennen." Diese Einfachheit sei das Erfolgsrezept und ein Alleinstellungsmerkmal der Firma.

Rösler: Jobs war eine Ikone

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat Apple-Gründer Steve Jobs als ein großes Unternehmervorbild gewürdigt. "Er war so etwas wie eine Ikone", sagte der FDP-Chef am Donnerstag im ZDF. Jobs' Tod sei ein Verlust weit über die Wirtschaft hinaus. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte via Twitter, Jobs habe "mit seinen Ideen und seinem Geschäftssinn unsere Lebens- und Arbeitswelt verändert wie wenige andere".

Würdigung aus dem Kreml

Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat Apple-Gründer Steve Jobs als Vorbild gewürdigt. "Solche Menschen wie Steve Jobs verändern die Welt", twitterte der russische Präsident. Der technikbegeisterte Medwedew hatte Jobs im Sommer 2010 bei einem USA-Besuch getroffen und von ihm ein iPhone entgegengenommen. "Mein aufrichtiges Beileid seinen Nächsten und denen, die seine Intelligenz und sein Talent geschätzt haben", schrieb Medwedew.

Baptisten wollen Beerdigung stören

Sie sind schon häufiger durch Störaktionen auf Begräbnissen aufgefallen - nun plant die radikal-christliche Westboro Baptist Church auch die Beisetzungsfeier für Steve Jobs zu sabotieren. Margie Phelps, Tochter des Kirchenleiters twitterte, der Apple-Gründer habe die Menschen zur Sünde verführt. "Keinen Frieden für einen Mann, der sich selbst gedient hat, nicht Gott", so Phelbs. Der Technik-Blog "Technology.Gather" bemerkt dazu spöttisch: Für ihren Twitter-Eintrag habe Phelbs ausgerechnet ein iPhone benutzt - eines der große Entwicklungen von Apple.

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Apple-Mitbegründer Wozniak ist geschockt

Steve Wozniak hat zusammen mit Steve Jobs in der Garage gesessen und die ersten Computer zusammengeschraubt, bis er aus dem Unternehmen schied und Jahre später dort wieder anheuerte. Er hat schockiert auf den Tod seines einstigen Weggefährten reagiert. "Das ist ein bisschen, wie als John Lennon starb oder JFK oder vielleicht Martin Luther King: Es fühlt sich an wie eine große Lücke."

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Jobs-Biografie wird zum Megaseller

Solche Zuwachsraten konnten selbst die bestverkauftesten Apple-Produkte wie der iPad nicht erreichen. Laut des "Hollywood Reporters" sind die Verkäufe der Steve-Jobs-Biografie um sagenhafte 42.000 Prozent gestiegen. Das US-Magazin bezieht sich dabei auf die Buchhändler Amazon und Barnes & Noble.

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Zeitungsverleger sind Jobs dankbar

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat zum Tod von Steve Jobs dessen Beitrag zur Entwicklung der Branche gewürdigt. "Das ist für uns ein trauriger Tag. Steve Jobs hat auch für uns die Welt verändert", sagte VDZ-Geschäftsführer Alexander von Reibnitz. Mit dem iPad habe Apple den Markt der Tablet-Computer in Bewegung gebracht, der für Magazin-Inhalte eine ideale Plattform darstelle. "Wir sind ihm sehr dankbar für das, was er unserer Branche an Möglichkeiten eröffnet hat."

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Apple-Kurse brechen ein

Makabere Reaktion der Börsen: Nach dem Tod des Apple-Masterminds ist der Kurs der Unternehmensaktien deutlich zurückgegegangen. Die in Frankfurt gelisteten Titel fielen um 3,4 Prozent. "Apple hat nun niemanden mehr, der so kreativ und ehrgeizig ist wie Jobs, auf den es sich verlassen kann", sagte Simon Liu, der bei der Fonds-Sparte von Polaris über Investments entscheidet.

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Selbst der US-Präsident reagiert

Barack Obama war bislang als Nutzer der iPhone-Konkurrenz Blackberry bekannt. Angesichts des Todes von Steve Jobs zeigten sich er und seine Ehefrau Michelle "betrübt". Jobs habe zu den größten amerikanischen Erfindern gezählt. Mit dem Aufbau eines der erfolgreichsten Unternehmen des Planeten aus seiner Garage heraus, habe er beispielhaft den Geist der amerikanischen Erfindungsgabe gezeigt. "Die Welt hat einen Visionär verloren", hieß es in der Erklärung des Präsidenten.

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Twitter-Nachricht von Bill Gates

"Ich bin wirklich traurig", schrieb Microsoft-Mitgründer Bill Gates, ein jahrzehntelanger Konkurrent von Jobs auf dem Nachrichtendienst Twitter. "Ich habe Steve vor etwa 30 Jahren zum ersten Mal getroffen, und wir waren Kollegen, Wettbewerber und Freunde über mehr als die Hälfte unserer Leben." Wenige hätten die heutige Welt so beeinflusst, die Nachwirkungen von Jobs würden noch spätere Generationen spüren. "Für die, die das Glück hatten, mit ihm zu arbeiten, war es eine unglaublich große Ehre. Ich werde Steve enorm vermissen."

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Schwarzenegger: "Danke Steve"

Auch die Prominenz aus Hollywood lässt es sich nicht nehmen, dem Superstar der Computerindustrie zu huldigen - Arnold Schwarzenegger, Schauspieler und kalifornischer Ex-Gouverneur etwa: "Steve hat den kalifornischen Traum jeden Tag seines Lebens gelebt und er hat die Welt verändert und uns alle inspiriert. Danke Steve".

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Schwarzenegger jr.: "Jobs war der Klügste"

"Ruhe in Frieden, Steve Jobs. Einer der klügsten Kerle, die ich je gesehen hab. Das ist verrückt", twitterte Schwarzeneggers ältester Sohn Patrick Schwarzenegger

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Baldwin stellt Jobs in die Reihe der ganz Großen

Der Schauspieler Alec Baldwin schreibt kurz und bündig: "Traurig wegen Steve Jobs. Ebenbürtig mit Henry Ford, Carnegie und Edison." (Andrew Carnegie war ein US-Großindustrieller mit Hang zur Philantropie, Thomas Alva Edison war einer der größten Erfinder aller Zeiten).

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Lästermaul Michael Moore dankt Jobs

Michael Moore, Regisseur und Berufslinker sagte auf einer Großdemonstration in New York: "Während die Nachricht von Steve Jobs Tod die Runde macht, ist jedem in der Menge klar, dass seine Erfindungen solche Bewegungen wie diese möglich machen".

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Rock rühmt den iGod

"Verdammt. Ruhe in Frieden Steve Jobs. Danke für all die Sachen, die du uns gegeben hat. Das Leben ist kurz. Tobe dich aus" - US-Rocker Benji Madden von der Band Good Charlotte.

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Google widmet dem Apple-Gründer einen Link

Die Beziehung zwischen den beiden Hightech-Riesen Apple und Google ist angespannt. Das aber hält den Suchmaschinenbetreiber nicht davon ab, dem Konkurrenten Respekt zu zollen: Auf jeder Seite von Google steht die Zeile "Steve Jobs, 1955 - 2011", ein Klick auf den Namen führte direkte zur Startseite der Firma aus dem kalifornischen Cupertino. Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt, der einst auch im Apple-Aufsichtsratsgremium saß, sprach von einem sehr traurigen Tag "für uns alle". Er fügte hinzu: "Steve war so charismatisch brillant, dass er Menschen inspirierte, das Unmögliche zu tun." Er werde als der größte Computererfinder in der Geschichte in Erinnerung bleiben.

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Mark Zuckerberg sagt Danke

Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gedenkt dem Verstorbenen: Auf seinem Online-Netzwerk hinterließ er folgenden Satz: "Steve, danke dafür, dass Du ein Mentor und ein Freund warst."

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nik/mai mit DPA/AFP/Reuters / Reuters