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Heimlicher Download: Update-Zwang auf Windows 10: Verbraucherschutz zerrt Microsoft vor Gericht

Windows 10 gibt es als kostenloses Update. Das will aber gar nicht jeder haben. Microsoft lädt es trotzdem schon einmal heimlich - und landet nun deswegen vor Gericht.

Windows 10 Microsoft Abmahnung

Mit Windows 10 will Microsoft seine wieder Nutzer begeistern. Die Update-Politik sorgt allerdings für Ärger.

Als Microsoft Windows 10 vorstellte, war die Begeisterung groß. Nach dem ungeliebten Windows 8 wurde die gelungene Überarbeitung sehnlichst erwartet. Vor allem die Ankündigung, das System als kostenloses Upgrade zu verteilen, sorgte für Schlagzeilen - am Anfang sogar für positive. Doch irgendwann kippte die Stimmung. Jetzt dürfte Microsoft wegen der Aktion sogar vor Gericht landen.

Schuld an der Misere ist die penetrante Art, mit der der US-Konzern seine Nutzer zum Update drängen will. Denn natürlich wollte man das neue System nicht aus Wohltätigkeitszwecken kostenlos an bestehende Kunden verteilen. Stattdessen ging es darum, möglichst viele Kunden auf das neue System zu bringen. Mit rabiaten Methoden. Zuerst nervte nur das ständige Pop-up-Fenster mit der Update-Berechtigung. Bald danach kam sogar heraus, dass Microsoft das Update schon mal heimlich im Hintergrund lädt - auch wenn der Nutzer gar nicht upgraden will. Genau das bringt nun Ärger ein.

Verbraucherschutz will klagen

Der Verbraucherschutz Baden-Württemberg hat Microsoft wegen des versteckten Downloads abgemahnt. Die heimliche Verschwendung von Speicherplatz sei eine unzumutbare Belästigung des Kunden, schreibt der Verein auf seiner Internetseite. Vor allem bei Festplatten mit weniger Speicher wie den teuren SSD-Festplatten und bei Internet-Verträgen mit einem beschränkten Datenvolumen würde der Download ohne Zustimmung den Nutzern einen empfindlichen Nachteil bringen. Man wolle das Vorgehen Microsofts deswegen gerichtlich prüfen lassen. Man habe den Konzern abgemahnt, er habe sich bisher allerdings geweigert, die Unterlassungserklärung zu unterzeichnen.

Bis das Gericht entschieden hat, könnte Microsoft allerdings noch mehr Ärger drohen. Denn das heimliche Update war nicht der letzte Schritt in der aggressiven Verbreitungsstrategie für Windows 10. Bereits im Oktober hatte der Konzern seine Pläne angekündigt, demnächst Windows 10 zuerst zum optionalen und dann zum empfohlenen Update für Windows 7 und Windows 8 zu erklären. Das bedeutet, dass Rechner bei entsprechender Einstellung das Update dann völlig automatisch herunterladen und auch zu installieren versuchen. Zumindest für die empfohlenen Updates ist dieses Prozedere sogar voreingestellt. Immerhin soll der Nutzer vor der Installation durch eine Warnmeldung auf seinen Betriebssystemwechsel hingewiesen werden. Ob sich Microsoft dadurch allerdings viele Freunde macht, ist fraglich.