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Prime Instant Video: Amazon startet neuen Streaming-Dienst

Am Mittwoch geht Prime Instant Video live, der neue Streaming-Dienst von Amazon. Zu einem Kampfpreis, der andere Anbieter schockieren dürfte. Alte Amazon-Prime-Kunden könnten trotzdem sauer sein.

Von Timo Brücken

Amazon Prime ist so etwas wie der Premium-Club des weltgrößten Versandhändlers. Mitglieder bekommen bisher etwa ihre Lieferungen gratis schon am nächsten Tag und jeden Monat ein kostenloses E-Book aus der Kindle-Leihbücherei. Ab dem 26. Februar gibt es weitere Vorteile. Amazon erweitert das Angebot in Deutschland um einen Streaming-Dienst namens Prime Instant Video mit mehr als 12.000 Filmen und Serienepisoden. Diese können entweder einzeln ausgeliehen oder unbegrenzt im Abo gestreamt werden. Das ganze Paket kostet 49 Euro im Jahr.

Ein wahrer Kampfpreis, für Konkurrenzangebote wie Watchever oder Maxdome zahlt man rund das Doppelte. Selbst bei der Amazon-Tochter Lovefilm kostet das günstigste Jahresabo schon 84 Euro. Das Videoangebot von Prime Instant Video soll auf dem von Lovefilm aufbauen und auch Amazons eigene Serienproduktionen enthalten. "Alpha House" mit John Goodman ist bereits angelaufen, bald erscheint "Betas", zwei Kinderserien sollen in diesem Jahr folgen. Außerdem wurde in den USA gerade erst eine neue Runde mit Pilotfilmen gestartet. Das Amazon-eigene Serienangebot wird also wachsen. Das dürfte eines der Hauptverkaufsargumente für den neuen Streaming-Dienst sein.

Prime wird für alle teurer

Die App zur Nutzung von Prime Instant Video wird auf Amazons Kindle-Fire-Tablets standardmäßig vorinstalliert sein. Außerdem können die Streams auf iPad und iPhone, Konsolen wie Xbox, PlayStation oder Wii und Smart TVs von Samsung, Sony und LG angesehen werden. Filme oder Serien herunterzuladen und im Offline-Modus anzuschauen, wird aber vorerst nur auf dem Kindle Fire möglich sein.

Wer sich bis zum kommenden Mittwoch registriert, bekommt das Prime-Paket im ersten Jahr sogar für nur 29 Euro. Danach kosten zwölf Monate 49 Euro, inklusive Streaming, kürzerer Lieferzeiten und Gratis-E-Books. Zusammengenommen kein schlechter Preis, aber einige alte Prime-Kunden dürften sich trotzdem ärgern. Eine abgespeckte Variante ohne Streaming wird es nämlich nicht geben. Wer nur die alten Vorteile nutzen, aber keine Filme oder Serien schauen will, zahlt trotzdem mehr. Abgelaufene Prime-Mitgliedschaften werden nach dem 26. Februar zum neuen Preis verlängert.

Amazon verkauft das jedoch als Fortschritt. Schließlich würden viele, die wegen der Express-Lieferung bei Prime angemeldet seien, gleichzeitig ihre Serien bei Lovefilm schauen, sagte eine Amazon-Sprecherin zu stern.de. Das neue Angebot lege nun quasi beide Dienste zusammen, koste aber 56 Prozent weniger als zwei separate Mitgliedschaften. Ob Amazon an eigener Hardware arbeitet, auf der Prime Instant Video laufen könnte, etwa einer Spielekonsole oder Set-Top-Box für TV-Geräte, wollte die Sprecherin jedoch nicht verraten: "Zu unseren Plänen äußern wir uns grundsätzlich nicht."

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