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Kampf gegen den Islamischen Staat: Twitter-Nutzer sollen IS-Propaganda melden

Der Kurznachrichtendienst Twitter will die Propaganda des Islamischen Staates schneller entfernen. Dafür setzt das Netzwerk auf seine Nutzer: Die sollen die IS-Tweets finden und melden.

Twitter will gegen die Verbreitung von extremistischer IS-Propaganda auf dem Online-Netzwerk vorgehen

Twitter will gegen die Verbreitung von extremistischer IS-Propaganda auf dem Online-Netzwerk vorgehen

Das Online-Netzwerk Twitter will Inhalte von Unterstützern der Terrormiliz IS so schnell wie möglich aus seinem Dienst entfernen. "Wir nehmen das ernst und haben die betreffenden Teams aufgestockt", schrieb der Twitter-Chefjurist an einen Ausschuss des US-Kongresses.

Twitter setzt auf Meldungen durch Nutzer

Twitter werde das Netzwerk allerdings nicht selbst nach möglichen IS-Tweets durchforsten, schrieb Unternehmensjurist Vijaya Gadde. Alle Tweets zu durchsuchen, sei angesichts der Menge nicht möglich. Stattdessen sollten Nutzer das Unternehmen über eine Meldefunktion auf Nachrichten aufmerksam machen. Dann werde geprüft, ob die Tweets gegen die Regeln verstoßen. "Wir haben tausende Twitter-Profile von Terror-Organisationen oder Unterstützern suspendiert, weil ihre Gewaltdarstellungen gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen", erklärte Gadde in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

IS-Morddrohung an Twitter-Gründer

Die US-Abgeordneten hatten Twitter gebeten, mehr gegen die Verbreitung extremistischer Propaganda von Terroristen zu unternehmen. IS-Kämpfer nutzen Twitter und andere Online-Netzwerke massiv, um ihre Gräueltaten zu präsentieren und Anhänger anzulocken.

Wegen angeblicher Morddrohungen der IS-Miliz gegen Twitter-Mitgründer Jack Dorsey und weitere Mitarbeiter des Kurznachrichtendienstes ermitteln seit Anfang März die US-Behörden. "Unser Sicherheitsteam untersucht die Wahrhaftigkeit dieser Drohungen zusammen mit Vertretern der Strafermittlungsbehörden", sagte ein Twitter-Vertreter. Nach einem Bericht Online-Nachrichtenseite Buzzfeed waren die anonymen Drohungen auf der Internetseite Pabestin entdeckt worden.

lie/DPA / DPA
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