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Privatsphäre: "Wir werden das abstellen!" - Apple erklärt Facebook den Datenkrieg

Apple und Facebook sind mittlerweile ziemlich beste Feinde. Um die Privatsphäre seiner Nutzer zu schützen, rüstet der iPhone-Hersteller auf - und bringt nicht nur das soziale Netzwerk unter Druck.

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Apple und liefern sich seit Wochen einen öffentlichen Schlagabtausch. Nach dem Skandal um Cambridge Analytica wurde Apple-Chef Tim Cook während eines Interviews gefragt, was er an Stelle von Facebook-CEO Mark Zuckerberg tun würde. "Ich wäre nicht in dieser Situation", antwortete Cook. Er werte keine Daten der Nutzer aus, auch wenn er damit auf tonnenweise Geld verzichtet. Es dauerte nicht lange, bis Zuckerberg zurückschoss: Cook mache es sich viel zu leicht, seine Argumentation tat er als "lächerlich" ab. Die Nachbarn aus dem Silicon Valley sind mittlerweile ziemlich beste Feinde.

Privates soll privat bleiben

Am Montag legte nach: Auf der WWDC stellte Software-Chef Craig Federighi neue Features für den Safari-Browser vor. Zunächst berichtete er über eine nervige Alltagsbeobachtung, die wohl jeder kennt: Man sucht im Netz nach einer bestimmten Creme, neuen Schuhen oder Konzerttickets, und plötzlich tauchen auf jeder Webseite die entsprechenden Werbebanner auf. Die Werbeindustrie verfolgt einen durchs komplette Netz. Das wolle Apple nun verhindern.

"Wir glauben, dass eure privaten Daten auch privat bleiben sollen. Nicht weil ihr etwas Verbotenes getan oder etwas zu verstecken habt, sondern weil auf euren Geräten viele sensible Daten sein könnten. Und wir glauben, ihr sollt die Kontrolle darüber haben, wer diese sehen kann", erklärte Federighi. Die Werbeindustrie sei "clever und unerbittlich", führt er fort. Deshalb habe man verschiedene Mechanismen entwickelt, mit denen Apple der digitalen Werbebranche nun das Leben schwerer machen will.

Apple zeigt Facebook den Mittelfinger

"Wir alle haben schon mal diese kleinen Like-Buttons und Share-Buttons gesehen, und die Kommentarfelder unter Artikeln", sagt Federighi. Währenddessen sind überlebensgroß die bekannten Symbole auf der Leinwand zu sehen. Federighi nimmt während seiner ganzen Rede nicht einmal den Namen der Firma in den Mund, um die es geht. Doch jeder weiß, wer gemeint ist: Facebook. "Es hat sich herausgestellt, dass man die [Symbole] nutzen kann, um euch zu verfolgen. Völlig egal, ob ihr auf die Buttons drückt oder nicht. In diesem Jahr werden wir das abschalten!"

Wenn man mit den Knöpfen interagiert, erscheint nun ein großes Pop-up im Browser-Fenster mit der Warnung, dass damit persönliche Daten gesammelt werden. Das dürfte den einen oder anderen Nutzer sicherlich davon abhalten. Doch Apples Offensive geht noch weiter: Firmen wie Facebook sind in der Lage, anhand diverser Parameter jeder einzelne Gerät, mit denen man durchs Netz surft, eindeutig zu identifizieren. Die Technik heißt Fingerprinting, weil die Geräte wie ein Fingerabdruck eindeutig zuordenbar sind.

Der Safari-Browser für und Mac überträgt daher in Zukunft nur noch Standardinformationen zum Gerät. Individuelle Informationen, die einen Nutzer verraten könnten - etwa spezielle Schriftarten, die Bildschirmauflösung oder Plug-ins - werden nicht mehr übertragen. Die Geräte lassen sich damit nicht mehr unterscheiden und verschwinden in einer anonymen Masse. Nicht nur Facebook ist von dieser Änderung betroffen, sondern auch Werbegigant Google. Auf einen Schlag gerät ein Milliardengeschäft unter Druck.

Safari hat bis zu 50 Prozent Marktanteil

Die neue Funktion - sie heißt "Intelligenter Tracking-Schutz 2.0" - muss nicht extra aktiviert werden. Sie ist in der neuen Browser-Version, die im Herbst erscheint, vorinstalliert. Eine Vorabversion von Safari 58 hat Apple gestern für Experimentierwillige zum Download für freigegeben. Für das iPhone kommt der neue Browser im Herbst mit dem Update auf iOS 12.

Der Marktanteil von Apples Safari-Browser auf Desktop-Computern liegt weltweit bei 3,7 Prozent, das dürfte die Branche verschmerzen. Mobil, und das ist der Wachstumsmarkt der Zukunft, sieht das jedoch ganz anders aus: Weltweit hat der iPhone-Standardbrowser Safari laut NetmarketShare einen Marktanteil von 17,35 Prozent. In Apples Heimatmarkt USA liegt er sogar bei 51,7 Prozent. in Europa liegt er bei 24,4, in Deutschland bei knapp 30 Prozent. Bei Tablets liegt Safari dank des iPads insgesamt sehr weit vorne, hier gibt es mehr als 50 Prozent Marktanteil.

Die Folgen für Facebook, Google und die restliche digitale Werbeindustrie sind derzeit noch nicht kalkulierbar. Die Branche wird sich sicherlich neue Wege einfallen lassen, auf die Apple dann vermutlich im kommenden Jahr reagieren wird. Vielleicht schieben Apples Maßnahmen aber auch die Entwicklung neuer, weniger invasiver Werbeformen an.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.