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Breitband-Internet Google plant eigenen Datenhighway


Es ist vorerst nur ein Versuch, aber einer, der für große Aufmerksamkeit sorgt. Google baut sich die eigene Datenautobahn und will in den USA mindestens 50.000 Haushalte mit einem schnellen Internetzugang ausstatten.

Das offizielle Google-Prinzip lautet zwar "Don't be evil", eigentlich müsste es aber "Alles aus einer Hand" heißen. Künftig wird der Betreiber der weltgrößten Suchmaschine nicht mehr nur Online-Dienste, Betriebssysteme, Browser und Smartphones anbieten. Google hat den Aufbau eines experimentellen Netzwerks für Hochgeschwindigkeits-Internetzugänge in den USA angekündigt. Zwischen 50.000 und 500.000 Amerikaner sollen in ihren Häusern einen Glasfaser-Anschluss mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde erhalten - rund 100 Mal so schnell wie in den USA üblich.

Experten sehen hinter dem Vorstoß insbesondere innenpolitische Gründe. Im Streit um die sogenannte "net neutrality" (dt. "Netzneutralität") fordert Google, dass Internet-Nutzer ihre Programme ohne Einschränkung der Bandbreite durch die Netzbetreiber benutzen können sollen. Dagegen beanspruchen Unternehmen wie AT&T und Verizon das Recht, datenhungrige Anwendungen wie Video drosseln zu dürfen. Mit der Teststrecke "setzt sich Google im großen Stil für die Netzneutralität ein", sagte Daniel Hays von PRTM. Google wolle zeigen, dass derartige Hochgeschwindigkeitsstrecken technisch machbar und profitabel seien.

Mehr Tempo für Youtube

Die Google-Tochter Youtube, ursprünglich eine Videoplattform für Privatvideos, könnte von der höheren Bandbreite profitieren. Youtube hat sich inzwischen zur Abspielplattform aller Arten von Videos, Filmen und Serien gemausert - und macht damit traditionellen TV-Sender Konkurrenz. Um mehr Nutzer und Rechteinhaber von Youtube zu überzeugen, muss die Bandbreite deutlich erhöht werden, besonders in Hinblick auf Inhalte in hoher Auflösung (High Definition). Ein Verizon-Sprecher begrüßte die Google-Ankündigung als "neuen Absatz" in der "aufregenden Geschichte" der Entwicklung des Internets. AT&T lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Streit um die Netzneutralität findet vor dem Hintergrund eines Projekts der US-Regierung statt: In etwa einem Monat soll die Funkaufsichtsbehörde FCC dem Kongress einen nationalen Breitband-Plan vorlegen, der eine lückenlose Versorgung der Bevölkerung mit Hochgeschwindigkeits-Zugängen zum Ziel hat. Der FCC-Vorsitzende Julius Genachowski begrüßte die Google-Ankündigung am Mittwoch umgehend. Damit werde ein amerikanisches Versuchslabor für die nächste Generation von innovativen Internet-Anwendungen, -Geräten und -Diensten geschaffen, erklärte er.

In Deutschland gibt es diese Drosselung der Bandbreite für Netzwerkanschlüsse nicht, bei mobilen Datendiensten hingegen schon. Mit den so genannten LTE-Netzen soll die Datenübertragung im deutschen Mobilfunk revolutioniert werden. Die Ausschreibung für die neuen Hochgeschwindkeitsnetze ist im vollen Gange, sechs Unternehmen haben sich beworben. Zwar hält die Bundesnetzagentur die Namen der Bewerber noch geheim, man kann aber davon ausgehen, dass die vier Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 dabei sind. Denkbar wäre es, dass auch Google sich um diese Frequenz bemüht um in Deutschland den mobilen Datenhighway aufzubauen. Denn auch hierzulande sollen alle digitalen Wege zu Google führen.

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bla/Reuters Reuters

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