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Chat-Symbole So nutzt die Welt Emojis: Franzosen lieben Herzen, Australier Alkohol und Drogen


Emojis sind Weltsprache - mit EIgenheiten. In Frankreich ist jedes zweite Emoji ein Herzchen, die Kanadier stehen auf Französisch. Und auch die Deutschen haben eine Eigenart.

Kanada steht für endlose Steppen, pure Wildnis und für Oralsex - zumindest bei der Emoji-Nutzung. Denn im hohen Norden Amerikas scheinen die Smartphone-Nutzer die Sexstellung "69" so sehr zu schätzen, dass sie als Sexting-Symbol sogar häufiger als die berühmte Aubergine herhalten muss.

Eine Studie von "Swift Key" zeigt, dass es in verschiedenen Ländern auch Unterschiede bei der Emoji-Nutzung gibt. Das Unternehmen bietet eine Wechsel-Tastatur für iPhones und Android-Smartphones an, die lernt, welche Worte man regelmäßig nacheinander nutzt. Eine Auswertung, welche Emojis in welchen Ländern am meisten genutzt werden, brachte nun Überraschendes zu Tage.

Frankreich und die Liebe

Franzosen sind etwa die Weltmeister in der Herzchen-Nutzung. Während im Rest der Welt Smileys an der Spitze stehen, ist es in Frankreich das klassische Liebes-Symbol: Mehr als 55 Prozent der in Frankreich verschickten Emojis sind Herzen. Das sind mehr als viermal so viele, wie im weltweiten Durchschnitt von 12,5 Prozent.

Deutschland lacht friedlich

In Deutschland steht das Herz mit einer Nutzung in Knapp 18 Prozent der Nachrichten zwar auch höher im Kurs als im Rest der Welt, ganz oben stehen aber klassische Smileys. Am beliebtesten ist das Emoji für "Tränen lachen" mit 15 Prozent, gefolgt von "Einen Kuss zuwerfen". Darauf folgen dann noch die "Herzchen-Augen" und der klassische Smiley. Traurige Smiley sind in Deutschland unbeliebter: Das unter ihnen beliebteste Emoji "Lautes Weinen" kommt gerade einmal in einem Prozent der verschickten Nachrichten vor. Heraus stechen die Deutschen aber an anderer Stelle: Sie machen beim Versand von Gewalt-Emojis den letzten Platz. Bomben, Messer, Pistole und Co. kommen nur in 0,46 Prozent der Nachrichten in Verwendung - das ist weniger als halb so oft wie im weltweiten Durchschnitt.

Auch andere Länder haben ihre Eigenheiten: Arabischsprachige Nachrichten wimmeln demnach mit Blumen und anderen Pflanzen, Australier verschicken gerne Alkohol-, und Drogen-Emojis. Eine besondere Vorliebe haben die Kanadier: Das Symbol für das Sternzeichen Krebs lässt sich auch als Zahl 69 lesen. In Kanada scheint die so bezeichnete Sex-Stellung extrem beliebt zu sein, das Krebs-Symbol wird dort sogar häufiger genutzt als die Aubergine. Die führt in den übrigen Länder als Penis-Ersatz die Sexting-Liste an.

Seit Smartphones sie um den ganzen Globus verbreiten, haben Emojis das geschafft, was den Kunstsprachen wie Esperanto verwehrt blieb: Sie sind zur Weltsprache geworden. Dabei kann es zwar durchaus zu Missverständnissen kommen, trotzdem durchbrechen die quietschbunten Smileys und Symbole mit Leichtigkeit Sprachbarrieren. Daran ändern auch die regionalen Emoji-Dialekte nichts.

mma

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