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Europäischer Datenschutztag: Was empfiehlt das BKA zum Schutz im Netz?

Am Donnerstag ist Europäischer Datenschutztag. Zehn Tipps für einen sicheren Umgang mit Computer und Internet, zusammengestellt vom Bundeskriminalamt.

Zehn Tipps vom BKA

Die kriminellen Methoden zum Ausspähen und Betrügen im Internet werden immer professioneller. Wer sich davor schützen will, muss auf die modernsten Anti-Viren-Programm zurückgreifen. Der Branchenverband Bitkom hat gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, zehn Empfehlungen zur Sicherheit im Internet veröffentlicht.

Wie schütze ich meinen PC?

Entscheidend ist eine gute Sicherheitsausstattung des Computers. Vor der ersten Web-Sitzung müssen ein Anti-Viren-Programm und eine Firewall installiert werden, um den Computer vor schädlichen Dateien zu schützen. Für diese Schutzprogramme sowie das Betriebssystem und das Internet-Programm des PCs werden regelmäßig Aktualisierungen angeboten, die auch automatisiert abgerufen werden können. Updates sind umgehend zu installieren. Da die Verbreitung von Schadsoftware zunehmend über Wechseldatenträger wie CDs oder USB-Sticks erfolgt, sollten diese vor der Nutzung mit einem Anti-Viren-Programm geprüft werden.

Was muss ich bei E-Mails beachten?

Öffnen Sie nur E-Mails von vertrauenswürdigen Absendern. Dubiose Mails von Unbekannten möglichst sofort löschen. Schadprogramme wie Viren und Trojaner verbergen sich oft in Grafiken oder Anhängen von Mails. Verdächtige Dateien im Anhang auf keinen Fall öffnen! Vorsicht auch vor angeblichen E-Mails von Kreditinstituten: Banken bitten Kunden nie per E-Mail, vertrauliche Daten im Netz einzugeben. Solche Mails sind immer gefälscht.

Was muss ich bei Software beachten?

Nutzer sollten darauf achten, welche Software oder Zusatzprogramme ("Plug-Ins") sie installieren. Eine große Gefahr sind Schadprogramme, die in kostenlosen Software-Downloads oder Raubkopien versteckt sind. Bestehen Zweifel an der Seriosität eines Anbieters, besser auf Download und Installation einer Software verzichten.

Warum können Tauschbörsen problematisch sein?

Wer im Internet mit Unbekannten Dateien tauscht, riskiert eine Infektion mit Schadprogrammen. Zudem ist der Tausch illegaler Musik-, Film- oder Software-Kopien strafbar.

Worauf muss ich beim Online-Shopping achten?

Zeichen für die Seriosität eines Online-Shops sind ein Impressum mit Nennung und Anschrift des Geschäftsführers sowie klare Geschäftsbedingungen (AGB). Kunden sollten auch die Datenschutzerklärung lesen. Auch der Kunde kann Kontrolle ausüben: Auf vielen Shopping-, Preisvergleich- und Auktionsseiten werden Händler beurteilt.

Mehr zum Thema im Artikel "Schutz vor Datenklau"

Was muss ich über Bezahlen im Web wissen?

Zur Bezahlung müssen Konto- oder Kreditkartendaten über eine verschlüsselte Verbindung übertragen werden, erkennbar an den Buchstaben "https" in der Adresse der Webseite und einem Schloss- oder Schlüssel-Symbol im Internet-Programm. Künftig sind sichere Webseiten auch an einer grün hinterlegten Adresszeile erkennbar, wenn sich der Betreiber einer unabhängigen Prüfung unterzogen hat. Zahlungen können per Lastschrift, Kreditkarte oder Rechnung erfolgen. Es gibt auch seriöse Bezahl-Dienste, bei denen die Bankdaten einmalig hinterlegt werden. Vorkasse per Überweisung ist verbreitet, aber riskanter.

Wie mache ich sicher Online-Banking?

Beim Online-Banking sollte man die offizielle Adresse der Bank immer direkt eingeben oder über eigene Lesezeichen (Favoriten) aufrufen. Maßgeblich ist die Adresse, die die Bank in ihren offiziellen Unterlagen angibt. Die Verbindung zum Bankcomputer muss wie bei Bezahlvorgängen verschlüsselt sein. Für Überweisungen und andere Kundenaufträge sind Transaktionsnummern (TANs) nötig. In den Anfängen des Online-Bankings konnten die Nutzer einen solchen Code aus einer Liste frei wählen. Sicherer ist das iTAN-Verfahren, bei dem die Codes nummeriert sind. Ein Zufallsgenerator der Bank bestimmt, welche TAN aus der Liste eingegeben werden muss. Noch weniger Chancen haben Kriminelle beim mTAN-Verfahren: Die TAN wird dem Kunden aufs Handy geschickt und ist nur kurzzeitig gültig. Weitere Schutzverfahren sind eTAN und HBCI, bei denen der Kunde als Zusatzgeräte einen TAN-Generator oder ein Kartenlesegerät nutzt. PC-Nutzer sollten ihre Bank fragen und das modernste verfügbare Verfahren wählen. Vorsicht, falls mehrere Transaktionsnummern auf einmal abgefragt werden: Dann kann Phishing im Spiel sein - gleich die Bank informieren.

Warum muss ich mit meinen persönlichen Daten vorsichtig sein?

Auch im Web haben es die Nutzer in der Hand, den Zugang zu privaten Informationen zu beschränken. Nur gute Bekannte sollten in entsprechenden Foren und Communitys Zugriff auf Fotos oder Kontaktdaten erhalten.

Mehr zum Thema in den Artikeln "Der gläserne Mensche" und "Zehn Tipps zum Selbst-Datenschutz"

Wie finde ich sichere Passwörter?

Soweit möglich, sollten Kunden nicht das gleiche Passwort für mehrere Dienste verwenden, etwa E-Mail-Konto, Online-Shops und Communitys. Je länger ein Passwort, desto schwerer ist es zu knacken. Es sollte mindestens acht Zeichen lang sein und aus einer zufälligen Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Wer sich die zahlreichen Codes schwer merken kann, dem helfen sogenannte Passwort-Safes. Das sind PC-Programme, mit denen sich Geheimzahlen sicher speichern lassen. Der Anwender braucht sich dann nur noch ein Haupt-Passwort zu merken.

Mehr zum Thema im Artikel "So finden Sie ein sicheres Passwort"

Weshalb sollte ich von Geld- und Finanzvermittlern die Finger lassen?

Angebote im Internet oder per E-Mail, als Waren- oder Geldvermittler zu arbeiten, sind konsequent abzulehnen. Der Vermittler dient den Tätern zur Verschleierung ihrer Identität. Wer sich auf dubiose Angebote einlässt und Waren oder Geld weiterleitet, kann sich strafbar machen und muss mit Schadenersatzansprüchen rechnen.

AP / AP
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