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Erpressungs-Versuch: Hacker stehlen "Fluch der Karibik 5" - und fordern Lösegeld von Disney

Der fünfte Teil des Piraten-Epos "Fluch der Karibik" ist für Disney einer der wichtigsten Filme des Jahres. Das wollen sich Online-Gangster nun zunutze machen. Sie klauten den Film - und verlangen jetzt Lösegeld.

Es ist der Albtraum für Film-Studios: Einer der wichtigsten Kassenschlager des Jahres wird gestohlen und die Diebe drohen, ihn vor dem offiziellen Filmstart ins Netz zu stellen. Sie verlangen ein Lösegeld - ansonsten drohen Einnahme-Ausfälle im mehrstelligen Millionen-Bereich. Was vor wenigen Jahren noch unvorstellbar war, plagt gerade Disney. Das erklärte Unternehmens-Chef Bob Iger bei einer Angestellten-Versammlung in New York, berichten "Hollywood Reporter" und "Deadline". Um welchen Film es sich handelt, wollte er zwar nicht erzählen, die Hacker hätten aber einen hohen Geldbetrag verlangt, zu zahlen in der Internet-Währung Bitcoin.

Wie "Deadline" aus internen Quellen bestätigt haben will, soll es tatsächlich um "Fluch der Karibik - Salazars Rache" gehen. Die Kriminellen hätten also mit dem fünften Teil der Serie eine der Cash-Cows des Konzerns in ihrer Hand.

Die Filme der Reihe um den von Johnny Depp gespielten Piraten Jack Sparrow haben weltweit fast vier Milliarden Euro eingenommen. Die Hacker drohen dem Bericht zufolge damit, zunächst fünf Minuten des Filmes zu veröffentlichen, danach soll der Film in 20-Minuten-Happen ins Netz gestellt werden - bis Disney zahlt.


Disney macht es wie Netflix

Das hat der Konzern nach Angabe Igers aber nicht vor. Stattdessen arbeitet man nun mit dem FBI zusammen, um die Drahtzieher zu erwischen. Damit geht denselben Weg wie Netflix. Der war allerdings nicht von Erfolg gekrönt: Der Streaming-Anbieter wurde in den letzten Wochen erpresst, wollte aber nicht zahlen. Die für Juni geplante fünfte Staffel des Serien-Hits "Orange is the new Black" landete daraufhin im Internet. "Fluch der Karibik 5" könnte es ähnlich gehen.

Ob das die Film-Studios aber wirklich abschreckt, ist eine andere Frage. Klar, eine Veröffentlichung auf Piratebay und Co. kann Millioneneinnahmen durch Raubkopien kosten. Das gehört für die Film-Industrie aber seit Jahren zum traurigen Alltag - ganz ohne, dass es vorher Erpressungsversuche gab. Der Schrecken eines Leaks ist daher vermutlich längst nicht so groß, wie die Hacker sich das ausmalen.

Wer sind die Hacker?

Die Chancen, die Verantwortlichen je für den Angriff zur Rechenschaft zu ziehen, schätzt Experte Hector Monsegur indes als gering ein. Dafür müsste das FBI den Angriff erst einmal zuordnen "Das ist beinahe unmöglich", sagte der ehemalige Hacker und Mitbegründer der bekannten Gruppe Lulzsec gegenüber "Deadline". "Es gibt so viele Hacker von überall her. Sie kennen die Techniken, sie aufzuspüren. Also könnte etwa ein ägyptischer Hacker russische Software benutzen, damit es nach einem Angriff aus Russland aussieht." Seiner Einschätzung nach dürfte es solche Erpressungs-Versuche von Filmstudios allerdings noch häufiger geben. Irgendeiner wird schon zahlen.

mma

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