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Google-Chef Eric Schmidt zur Wlan-Schnüffelei: "Wem wurde Schaden zugefügt?"

Google wird wegen der Wlan-Schnüffelei seiner Street-View-Fahrzeuge massiv kritisiert. Google-Chef Eric Schmidt und Firmengründer Larry Page äußern sich im stern.de-Interview zu den Vorwürfen und sagen, warum sie sich aus bestimmten Debatten lieber heraushalten.

Wir haben Scheiße gebaut", sagt ein hochrangiger Google-Mitarbeiter im Vertrauen. Die Nachricht, dass Kamera-Autos von Google mit Hilfe einer speziellen Software auch den privaten Internetverkehr aus unverschlüsselten Wlan-Computerfunknetzen teilweise aufgezeichnet haben, hat den Internet-Giganten weltweit Vertrauen gekostet. Zusätzlich zu dem Ärger, den die schwarzen Kamera-Autos derzeit in Teilen der Bevölkerung erzeugen, weil sie durch Deutschland fahren und für den geplanten Google-Internetdienst Street View alle Straßen und Häuser fotografieren. Besonders in Deutschland reagierten Datenschützer und Politiker heftig.

Auf der Konferenz "Google Zeitgeist" am Rande Londons sprach stern-Redakteur Dirk Liedtke mit Google-Chef Eric Schmidt und Firmengründer Larry Page über die jüngsten Ereignisse.

Mr. Schmidt, Sie stecken ja ganz schön in der Krise.

Eric Schmidt: Krise? Das nennen Sie eine Krise? Wir verstehen, dass dies eine sehr ernste Angelegenheit ist. Wir sorgen uns natürlich um den Ruf von Google. Entscheidend ist aber ein möglicherweise entstandener Schaden.

Wie konnte diese Schlamperei passieren?

Schmidt: In der Software der Street-View-Wagen versteckte sich ein Softwareschnipsel, der den Datenverkehr von nicht passwort-geschützten Wlan-Netzen im Vorbeifahren teilweise aufzeichnete. Diese Praxis verstößt gegen unsere Firmenpolitik. Daher haben wir die Fahrten und die Datenerfassung gestoppt. Wir haben die erfassten Daten gesichert. Anscheinend wurden sie Google-intern nicht angefasst. Es ist zudem äußerst unwahrscheinlich, dass aus den Datenschnipseln etwas Aussagekräftiges herausgelesen werden kann. Wir haben diese Sache öffentlich gemacht, weil es besser ist, die Wahrheit zu sagen.

Und das ist erst durch die Nachfrage des Hamburger Datenschützers aufgefallen?

Schmidt: Das stimmt. Ich möchte unsere Ingenieure aber nicht als Sündenböcke benutzen. Sie arbeiten für unsere Firma und wir - das Management - tragen die Verantwortung.

Sind die Verantwortlichen gefeuert worden?

Schmidt: Darüber können wir aus juristischen Gründen keine Auskunft geben. Lassen Sie mich nur soviel sagen: Wir widmen der Angelegenheit intern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit.

Was passiert jetzt mit den Daten?

Larry Page: Wir werden die Daten so schnell löschen wie ...
Schmidt (fällt Page freundlich, aber bestimmt ins Wort): Wir werden die Daten nicht löschen, außer wir werden dazu aufgefordert. Dies ist in jedem betroffenen Land eine Entscheidung der Aufsichtsbehörden.

Müssen Sie damit rechnen, wegen der unerlaubten Datenaufzeichnung in Deutschland angeklagt zu werden?

Schmidt: Ich hoffe nicht - kein Schaden, kein Foul. Wem wurde Schaden zugefügt? Nennen Sie mir diese Person!

In Deutschland ist der Google-Marktanteil mit über 90 Prozent sehr hoch, gleichzeitig sind die Datenschutzbedenken besonders ausgeprägt. Wie reagieren Sie darauf?

Page: Mitarbeiter des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik warnten aufgrund eines Missverständnisses vor der Nutzung unseres Browser-Programms Chrome. Damals ist unser Team nach Deutschland gereist und hat mit der Behörde gesprochen. Das hat sich positiv ausgewirkt. Wir haben vor, den Dialog zu verstärken.

Ist der Datenschutz im Zeitalter von einer halben Milliarde Facebook-Nutzern nicht vom Aussterben bedroht?

Schmidt: Die Gesellschaft als Ganzes hat noch nicht entschieden, was in Sachen digitaler Privatsphäre angemessen ist und was nicht. Jede einzelne Gesellschaft und Regierung wird letztendlich für ihr Land ihre eigene Definition treffen.

Warum engagiert sich Google nicht stärker in dieser Debatte?

Schmidt: Weil wir dann dafür kritisiert würden, dass wir die Diskussion lenken wollen. Es geht darum, was die Leute wollen und nicht, was Google will. Bei Street View haben wir die Erfahrung gemacht, sobald die Menschen den Nutzen des Dienstes erkannt haben, lieben sie ihn. Das können wir an den Nutzerzahlen ablesen.

Interview: Dirk Liedtke
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.