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Neue Stufe der Ransomware Hacker wollen 200 Millionen iPhones löschen - wenn Apple kein Lösegeld zahlt

Die Funktion "iPhone finden" in Apples iCloud
Mit der Funktion "iPhone finden" in Apples iCloud lassen sich auch Geräte fernlöschen
© Screenshot
Rechner und Smartphones zu übernehmen, um die Besitzer zu erpressen, ist ein einträgliches Geschäft geworden. Eine Hacker-Gruppe treibt es nun auf die Spitze: Sie wollen 200 Millionen iPhones löschen - wenn Apple kein Lösegeld bezahlt.

In den letzten Jahren haben sich Erpressungs-Trojaner wie Locky zur größten Bedrohung von Computer- und Smartphone-Nutzern entwickelt. Sie sperren den Zugang zu den privaten Daten und geben sie erst nach einer Lösegeld-Zahlung frei. Statt sich mit solchen Kleinzahlungen zufrieden zu geben, hat eine Hacker-Gruppe nun gleich den wertvollsten Konzern der Welt ins Visier genommen. Sie fordert ein Lösegeld von Apple - und droht mit der Löschung von Hunderten Millionen iPhones.

Die Gruppe, die sich "Turkkisch Hacking Family" nennt, hat den Erpressungsversuch selbst an "Motherboard" durchgestochen und E-Mail-Verkehr mit Apples Security-Team, Screenshots und ein bei Youtube hochgeladenes Video als Beweise vorgelegt. Auch andere Medien haben die Hacker wohl angesprochen. Vermutlich wollen die Hacker so den Druck auf Apple erhöhen.

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Apple spielt nicht mit

Das scheint auch dringend nötig zu sein. Denn Apple macht nach Angaben von "Motherboard" wenig Anstalten, sich den Forderungen der Hacker zu beugen. Obwohl diese nach eigenen, allerdings widersprüchlichen, Angaben zwischen 300 und 600 Millionen iCloud-Accounts unter ihre Kontrolle gebracht haben. An der geforderten Summe kann es nicht liegen: Vergleichsweise bescheidene 75.000 US-Dollar (etwa 70.000 Euro) in Bitcoin oder der ebenfalls anonymen Internetwährung Ethereum fordern die Hacker, alternativ würden sie auch 100.000 Dollar in iTunes-Gutscheinen als Lösegeld akzeptieren. 

Doch Apples Sicherheits-Team stellt sich quer. "Wir fordern Sie höflich auf, das Video, das Sie hochgeladen haben, zu entfernen, weil es für ungewünschte Aufmerksamkeit sorgt. Desweiteren informieren wir Sie, dass wir Cyber-Kriminelle nicht für ihre Gesetzesbrüche belohnen", schreibt ein Apple-Verantwortlicher in einer der Mails. Man habe den Fall an die Sicherheitsbehörden weitergeleitet.

1976 musste man für den originalen Apple-Computer "Apple I" 666,66 Dollar bezahlen. Seitdem hat sich einiges geändert: Das Henry Ford Museum ersteigerte 2014 einen "Apple I" für 905.000 Dollar. Seinem Biographen erzählte Steve Jobs, der Firmenname entstand nach einem Apfelfarm-Besuch in Oregon. Praktikanten in der Apple-Zentrale verdienen im Schnitt 6700 Dollar im Monat. Steve Jobs war gegen "Weiß" als bestimmende Farbe. Erst der Farbton "moon grey" überzeugte ihn. Der 3. Apple Gründer, Ron Wayne, verkaufte seine Anteile 11 Tage nach der Gründung für 800 Dollar. In den iTunes-AGB stimmt man zu, keine "Nuklearwaffen, Raketen, Chemie- und Biowaffen zu entwickeln". Apple erreichte Anfang 2015 als erstes Unternehmen überhaupt einen Börsenwert von 700 Milliarden Dollar.  Alle Apple-Mitarbeiter, die länger als ein Jahr angestellt waren, bekamen 2007 ein iPhone geschenkt. Im 1. Quartal 2016 wurden weltweit 74,78 Mio. iPhones verkauft. Doppelt soviele, wie Kinder geboren wurden. Steve Jobs verstarb im Oktober 2011. Seine letzten Worte lauteten: "Oh wow. Oh wow. Oh wow."
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Können die Hacker Ihr iPhone löschen?

Die Hacker sehen nun wohl ihren Coup in Gefahr. "Ich will nur mein Geld", begründet einer den Kontakt mit Motherboard. Sollte Apple nicht bis zum 7. April gezahlt haben, wollen die Erpresser anfangen, die iPhones der arglosen Besitzer über die Fernlöschfunktion unbrauchbar zu machen. Sollten sie dazu wirklich in der Lage sein - was keinesfalls feststeht -, wäre das für die Nutzer eine Katastrophe. Und dürfte den Druck auf Apple dramatisch erhöhen. Die meisten Nutzer dürften wenig Verständnis dafür haben, dass Apple ihre Daten für einen Betrag riskiert, den der wertvollste Konzern der Welt aus der Kaffeekasse zahlen kann. Aber vielleicht bluffen die Gauner ja auch nur. Und Apples Sicherheitsteam hat sicher auch noch das ein oder andere Ass im Ärmel.


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