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Angriff auf Twitter : Wie ein Hacker den IS mit Schwulenpornos ärgert

Einen Tweet mit der Nachricht "Ich bin schwul und stolz drauf" könnte man kaum einem IS-Account zuordnen. Es sei denn, er wurde gehackt. Ein Hacker aus den USA führt so seinen ganz persönlichen Krieg gegen den Terror.

Zwei Männer küssen sich

Nach dem Attentat auf einen Nachtclub in Orlando ist ein US-Hacker auf Twitter-Accounts von IS-Anhängern eingedrungen, um dort Fotos von homosexuellen Pärchenzu platzieren (Symbolfoto)

Nach dem Attentat auf einen Nachtclub in Orlando ist ein US-Hacker auf Twitter-Accounts von Anhängern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingedrungen, um dort Schwulenpornos zu platzieren. "Anfangs ging es nur darum, sie zu ärgern und Informationen zu bekommen. Doch dann kam uns die Idee mit den Pornos", erzählt der Hacker mit dem Pseudonym WauchulaGhost in einem vor der Kamera geführten Telefoninterview der CNN-Reporin Laurie Segall. "Um sie zu demütigen".

Sobald sich der Computerfachmann, der dem Hackerkollektiv Anonymous angehört, in einen Account eingehackt hat, ersetzt er Fotos der IS-Flaggen durch solche mit der Regenbogenflagge,  Homo-Sex oder schwulenfreundlichen Botschaften. Er will in den vergangenen vier Wochen rund 250 Accounts gehackt haben.

IS-Anhänger sollen aus Sozialen Netzwerken verschwinden

Gerade einmal 60 Sekunden bräuchte er, um einen solchen IS-Account zu hacken. Dabei bezeichnet er seine Fähigkeiten als "durschnittlich". Auf die Frage, wie raffiniert einige der IS-Mitglieder seien, gegen die sich sein Vorgehen richtet, antwortet er: "Technisch gesehen habe ich schon Zehnjährige gesehen, die klüger sind."

Sein Hackerteam versuche, die IS-Anhänger aus den Sozialen Netzwerken zu vertreiben. Seiner Meinung nach würden Facebook, Twitter oder Instagram nicht genug gegen die Terrormiliz unternehmen. "Wenn sie das täten, wären wir nicht da um zu tun, was wir tun", so WauchulaGhost, der mit dem was er da tut, seinen ganz eigenen Kampf gegen den IS führt.

"Ich bekomme 'Kopf ab'-Fotos und 'Wir töten dich'-Drohungen", erzählt er. "Und das ist großartig. Weil sie sich dann auf mich konzentrieren und nicht in der Lage sind, etwas anderes zu tun."

Seine Botschaft: "Wenn man an etwas glaubt, muss man auch dafür einstehen. Wenn du willst, dass sich etwas ändert, dann musst du dafür sorgen, dass es sich ändert. Auch, wenn du dafür etwas Illegales tun musst."

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jek / DPA